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Die Blaskapelle Schlegldorf: Ein Erinnerungsbild von einer Messe im Jahr 2013 am Tiefengraben-Kreuz im Längental.

Am 15. September: 

Blaskapelle Schlegldorf feiert 70-jähriges Bestehen: Rare Auftritte, klingende Feste

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Die Blaskapelle Schlegldorf freut sich auf Sonntag: Das 70-jährige Bestehen wird groß gefeiert - an einem ganz besonderen Ort.

Schlegldorf – Ihre Auftritte sind leicht an einer Hand abzuzählen. „Ein- oder zweimal im Jahr spielen wir bei einer örtlichen Veranstaltung“, sagt Bernhard Simon. Der Leiter Blaskapelle Schlegldorf kennt aber auch einige Ausnahmen: „Voriges Jahr hatten wir gar vier Auftritte.“ Zu den beiden Standardterminen, nämlich dem Jahrtag der Freiwilligen Feuerwehr Schlegldorf und der alle zwei Jahre fälligen Christbaumfeier der Antlaßschützenkompanie, gab es noch eine Bergmesse zu spielen. „Und dann haben wir uns auch noch am Grand Prix der Volksmusik bei der Lenggrieser Festwoche beteiligt.“ Für diesen Auftritt habe man glatt zwei Extra-Proben angesetzt.

Ansonsten – wie gesagt – geht es die rund 20-köpfige Blaskapelle eher ruhig an. „Wir musizieren gerne miteinander“, sagt Simon. Bedingt durch die Lage zwischen den beiden Gemeinden spielt ein Teil der Musikanten in Lenggries und ein anderer Teil in Wackersberg. Und weitere drei Bläser haben ihren Stammsitz eigentlich bei der Musikkapelle Gaißach. „Viele sind gleich alt, und wir kennen uns von Jugend an“, sagt Simon, der die Kapelle seit 30 Jahren leitet. Diesen „schönen Zusammenhalt“ habe man immer gepflegt.

Heuer wird es wohl wieder ein Ausnahmejahr. Die Kapelle feiert am kommenden Sonntag ihr 70-jähriges Bestehen. Eigentlich sei das ja kein rundes Jubiläum. Aber die Musikanten verbinden diesen Geburtstag mit einem besonderen Anlass, erzählt Flügelhornist Jakob Wasensteiner. Am sogenannten Tiefengraben-Kreuz hat sich die Kapelle zuletzt zu einem Erinnerungsfoto aufgestellt, als 2013 das 50-jährige Bestehen dieses Kreuzes gefeiert wurde. Und an diesem Tiefengraben-Kreuz wird demnächst die Neufassung der „Allerseelen-Tafel“ angebracht.

Die Allerseelen-Tafel: Die Neuanfertigung nach dem historischen Vorbild wird am Sonntag gesegnet.

Dazu hat Wasensteiners Familie eine besondere Verbindung. „Unser Opa hat die Tafel schon mal im Jahr 1975 renovieren lassen.“ Jetzt hatten Wind und Wetter der Tafel arg zugesetzt. Deshalb haben die Berganlieger eine Neuanfertigung in Auftrag gegeben. Werner Krammer aus Arzbach hat sie nach der historischen Vorlage, die mit der Jahreszahl 1876 datiert ist, neu gemalt. Auch das laut Wasensteiner „sehr tiefe Allerseelen-Gebet“ ist wieder auf dem Bildstock zu lesen.

Dort heißt es: „Wir werden mit Jesus, durch ihn mit Gott vereinigt. Er wirkt in uns mit seiner mächtigen Kraft. Wir verbinden uns mit ihm durch Hoffnung, da wir einst eingehen in sein Reich. Da wir ungetrennt, mit der Gemeinschaft der Engel dich loben und preisen.“

Am Tiefengraben-Kreuz kamen früher viele Land- und Forstwirte und auch Wanderer vorbei. „Daneben war der Hauptweg ins Längental“, sagt Wasensteiner. So ist am Fuß der Allerseelen-Tafel in alter Schreibweise auch zu lesen: „Weg nach Längenthal, Kirchstein u. and’re Alpen.“

Die neue Allerseelen-Tafel wird nun beim Festgottesdienst zum 70-jährigen Bestehen der Blaskapelle am Sonntag gesegnet und in den kommenden Tagen am Kreuz angebracht.

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„Wir waren uns alle einig, das soll gefeiert werden“, sagt Bernhard Simon. Derartige Feste seien wichtig für die Dorfgemeinschaft. „Wir dürfen uns nicht unterkriegen lassen.“ Unterstützung bekommen die Musikanten von der Schlegldorfer Feuerwehr, die die Bewirtung der Gäste übernimmt. „Der Erlös ist für die Feuerwehr bestimmt“, betonen Simon und Wasensteiner. „Da stehen nämlich einige Investitionen an.“

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70 Jahre Blaskapelle: Festgottesdienst am Sonntag, 15. September, um 11 Uhr am „Breschl-Stadl“ (nahe dem Kieswerk Willibald). Die Messe hält der aus Lenggries stammende Pallottinerpater Josef Wasensteiner. Anschließend ist ein gemütlicher Tag mit der Schlegldorfer Musi angesagt. Gefeiert wird bei jedem Wetter. Für die Kinder gibt es eine Hüpfburg und eine Torwand.

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