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Das brauchen Senioren

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Der Anteil an Hochbetagten in der Bevölkerung wird drastisch steigen. Das stellt die Gemeinden vor Herausforderungen. Die Lenggrieser Räte befassten sich nun mit dem seniorenpolitischen Gesamtkonzept des Landkreises.

Lenggries– Das heuer fortgeschriebene Konzept war im Mai dem Kreistag präsentiert worden (wir berichteten). Nun werden die Gemeinden um Anregungen dazu gebeten. Von denen hat Lenggries einige. Beispielsweise brauche die Gemeinde eine bessere Versorgung durch ambulante Pflegedienste. „Hier ist Lenggries unterversorgt. Im Prinzip gibt es nur einen ambulanten Pflegedienst mit Sitz bei uns“, sagte Geschäftsleitende Beamtin Heidi Kiefersauer. Der Bedarf für derartige Angebote werde aber bis 2028 eklatant steigen. Um die Versorgung in Lenggries zu verbessern, regt die Gemeinde einen Ausbau der Förderung vor allem mit Blick auf das Kilometergeld an.

Einen „dringenden Handlungsbedarf“ sieht die Gemeinde in Sachen Tagespflege und Kurzzeitpflegeplätzen. Bei Letzteren gibt es lediglich drei Heime im Landkreis, die ständig Kurzzeitplätze – zwölf an der Zahl – vorhalten. Bei allen anderen Heimen seien sie lediglich eingestreut, sagte Kiefersauer. Das heißt, die Betten „sind nicht grundsätzlich dafür reserviert“, sondern können auch ganz normal als vollstationäre Plätze belegt werden. Schon jetzt sei der Bedarf größer als das Angebot. Dasselbe gilt für Tagespflege.

Neben der Aufforderung, hier tätig zu werden, regt die Gemeinde auch an, niederschwellige Angebote auszubauen. Hier gibt es in Lenggries schon einige Angebote – beispielsweise die Demenzgruppe Freiraum, die Angehörige stundenweise entlastet. „Aber Tagesgruppen und Haushaltshilfen fehlen“, sagte Kiefersauer. 

Haushaltshilfen fehlen

Bei Letzteren befürwortet die Gemeinde die Ausbildung im Rahmen der Helferschulung. Diese bietet der Landkreis an. Ziel der Schulung ist es, Helfer auszubilden, die Familien stundenweise bei der Betreuung ihrer Pflegebedürftigen entlasten oder hauswirtschaftliche Dienste leisten. Diese Ehrenamtlichen erhalten eine Aufwandsentschädigung, die über die Pflegeversicherung abgerechnet werden kann. Auch eine „aktive Vernetzung von Angebot und Nachfrage“ regt die Gemeinde an. „Die Gemeinden müssen im Bereich niederschwellige Angebote aktiv werden. Der Bedarf ist groß, und die älteren Menschen sollen möglichst lang in den eigenen vier Wänden bleiben“, sagte die Geschäftsleiterin. Mit Blick darauf fehle es auch im gesamten Landkreis an alternativen Wohnformen.

Wichtig ist der Kommune zudem die höhere Priorisierung des Grundsatzes „ambulant vor stationär“.

Dem Landkreis werden die Anregungen schriftlich mitgeteilt. Sobald der Kreistag das Konzept beschlossen hat, soll es mit in der Lenggrieser Seniorenarbeit Tätigen diskutiert werden. Mit den Handlungsempfehlungen aus diesem Gespräch wird sich dann erneut der Gemeinderat befassen.

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