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Skigebiet Brauneck bangt um Saison: Nur noch drei von 22 Pisten geöffnet

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Von: Felicitas Bogner

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Steht aktuell auch still wegen Schneemangels: Schrödelsteinbahn am Brauneck.
Steht aktuell auch still wegen Schneemangels: Schrödelsteinbahn am Brauneck. © Martin Becker

Während die erste Hälfte der Weihnachtsferien am Skigebiet Brauneck Massenansturm herrschte, macht sich in der zweiten freien Woche Ernüchterung breit. Corona hat diesmal nur am Rande Schuld.

Lenggries – Einen Hauch von Normalität legte sich in den vergangenen Tagen zumindest in den touristischen Bereichen über den Isarwinkel. Übernachtungsmöglichkeiten waren sehr gefragt und die Pisten von Groß und Klein zahlreich besucht. Nun aber flacht schon in der zweiten Ferienwoche die Präsenz der Urlauber wieder ab. Hauptattraktion für Touristen in Lenggries ist freilich das Skigebiet Brauneck. Seit Eröffnung der Skisaison Mitte Dezember ging es hier rund. „Vom ersten Tag an war das Interesse riesig“, berichtet Antonia Asenstorfer, Pressesprecherin von Alpenplus und dem Brauneck-Skigebiet. Vor allem an den Wochenenden und in der Woche zwischen den Jahren hatten sich lange Schlangen an der Talstation der Brauneck-Bergbahn gebildet. „Die Lust zum Skifahren ist ungebrochen, nun muss es aber wieder kälter werden und mehr schneien“, sagt sie. Aktuell müsse man aufgrund der mauen Schneelage immer mehr Pisten und Lifte schließen, berichtet sie.

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Brauneck ab Saisoneröffnung sehr gefragt 

Die Auswirkungen davon bekommt auch Christoph Seitz, Direktor des Arabella Brauneck-Hotels, mit: „Einige Gäste von uns fahren aktuell tageweise auf die Zugspitze“, berichtet er. Einen Besucherrückgang bemerkt auch Anneliese Kaltenhauser, stellvertretende Leiterin der Lenggrieser Touristinformation. „Bisher sind sehr viele Übernachtungsgäste hier gewesen. Seit dem 3. Januar geht der Trend jedoch zurück.“ Überrascht ist sie davon nicht. Denn: „Auch in Zeiten vor der Pandemie gingen die Übernachtungszahlen nach den Feiertagen immer etwas zurück“, weiß sie. „Dazu ist das Skifahren am Brauneck mangels Schnee auch wieder unattraktiver.“ Tagesausflügler hingegen sind laut Kaltenhauser nach wie vor noch vor Ort.

Auch neben der Pistengaudi gibt es beliebte Unternehmungen im Isarwinkel. „Zum Beispiel waren unsere Laternenwanderungen immer bummvoll. Bis vergangene Woche waren auch die Schneeschuhwanderungen meist ausgebucht“, berichtet Kaltenhauser. Ein deutliches Abflachen der Übernachtungszahlen merkt auch Christoph Seitz. „Ab dem 25. Dezember lief es ausgezeichnet. Es waren viele Familien und Skifahrer hier“, sagt er. Auch internationales Klientel sei unter den Gästen gut vertreten gewesen. „Vor allem aus den Beneluxstaaten hatten wir einige Skigäste da.“ Nun könne aber auch Seitz in seinem Hotel dieses Buchungslevel nicht mehr halten. „Es sind in vielen Bundesländern keine Ferien mehr, der Schnee wird immer weniger, und coronabedingt fallen sämtliche Firmenevents und Tagungen weiterhin aus.“ Diese seien oft im Januar im Brauneck-Hotel abgehalten worden. Gut ausgelastet seien die Zimmer nun nur noch an den Wochenenden. „Freitags bis sonntags waren wir auch vor den Ferien recht gut ausgelastet, aber das alleine reicht nicht“, so der Hoteldirektor.

Antonia Asenstorfer hofft auf kältere Temperaturen und Neuschnee. Mangels Schnee sind aktuell nur noch elf von 22 Pisten und sechs von 18 Liftanlagen am Brauneck geöffnet. 
Antonia Asenstorfer hofft auf kältere Temperaturen und Neuschnee. Mangels Schnee sind aktuell nur noch drei von 22 Pisten und vier von 18 Liftanlagen am Brauneck geöffnet.  © Arndt Pröhl

Mit vielen Fragezeichen blickt Veronika Schalch-Seybold in den Buchungskalender ihres Lenggrieser Gästehauses „zum Jäger“. Auch wenn ihr Haus in der Weihnachtszeit „komplett ausgebucht“ war, nimmt das nun ebenfalls wieder ab. „Das Buchungsverhalten der Gäste ist momentan kurzfristiger denn je“, sagt sie. Spontane Reservierungen seien zwar in der Pandemie immer üblicher geworden, „aber nicht in dem Ausmaß wie jetzt“, stellt Schalch-Seybold fest. Viele seien verunsichert ob der Corona-Regelungen, andere Stammgäste hätten Angst vor einer möglichen Infektion im Urlaub. „Und dann musste ich auch einigen Ungeimpften absagen“, berichtet sie. „Das Buchungsverhalten der meisten ist übervorsichtig.“ Sprich: Sehr kurzfristig und meist nur für wenige Tage. „Das ist für mich als Ferienwohnungsvermieterin natürlich sehr aufwendig. Viele wollen nur für zwei Nächte kommen.“

Seit Saisonbeginn war am Brauneck sehr viel los. Aktuell nimmt der Ansturm aber ab. 
Seit Saisonbeginn war am Brauneck sehr viel los. Aktuell nimmt der Ansturm aber ab.  © Wolfgang Müller

Viele Gruppen mit jungen Sportlern

Die Planungsunsicherheit mache ihr zu schaffen. Überdies sei Schalch-Seybold aufgefallen, dass ihr Gästeklientel etwas jünger geworden ist. „Es kommen viele kleine Gruppen junger Sportler“, bemerkt die Inhaberin von „zum Jäger“. Ihr ist aber auch bewusst: „Wir brauchen wieder mehr Schnee, damit Gäste hier auch übernachten wollen.“ Bisher seien vor allem Touristen aus Mittel- und Norddeutschland in ihren Ferienwohnungen gewesen. Auch auf Neuschnee hofft Josef Gerg Junior. Er ist Mitarbeiter im Familienbetrieb der Schlepplifte am Draxlhang. Noch wuselt es auf der flachen Piste mit Teilnehmern von Skianfängern und Zwergerlkursen. Der Kunstschnee hält noch. „Seit Beginn der Saison läuft es super“, sagt er. Tagesausflügler wie auch Urlaubsgäste würde er gleichermaßen am Lift antreffen. Dennoch machen ihm die warmen Temperaturen Sorgen. „Hoffentlich wird es Mitte der Woche wieder winterlicher“, sagt er.

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