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„Wir sind hier fest etabliert“: Paul Klima vor seinem „Falkenhof“ am Fuß des Braunecks. Sein Verpächter will das 1,7 Hektar große Areal künftig selbst für seine landwirtschaftliche Tierhaltung nutzen.  

Am Brauneck

Zukunft des „Falkenhofs“ ungewiss

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Lenggries – Es ist ein beliebtes Ausflugsziel in Lenggries. Doch nun hat der Verpächter dem "Falkenhof" gekündigt. Er signalisiert aber Gesprächsbereitschaft.

Ende des Jahres könnte Lenggries um eine Touristen-Attraktion ärmer sein: Wenn sich Paul Klima und sein Verpächter nicht einigen können, muss der „Falkenhof“ samt der renommierten Filmtierschule umziehen.

Noch hat Klima die Hoffnung aber nicht aufgegeben: „Die Kündigung ist nicht in Stein gemeißelt, wir werden uns sicher nochmal zusammensetzen.“ Denn der Verpächter will sich zwar nicht öffentlich zu dem Thema äußern, hat Klima gegenüber aber Gesprächsbereitschaft signalisiert. Unter vier Augen wird es dann sicherlich auch darum gehen, warum genau der Landwirt den Pachtvertrag für das 1,7 Hektar große Areal fristgerecht zum 31. Dezember 2016 gekündigt hat. „Auf Nachfrage hat er mir nur gesagt, dass er die Flächen für seine landwirtschaftliche Tierhaltung benötigt“, sagt Klima, der seit über zehn Jahren den „Falkenhof“ betreibt.

Nach so langer Zeit hat sich die Falknerei nicht nur in der Region einen Namen gemacht: Bis weit über den Isarwinkel hinaus hat sich inzwischen herumgesprochen, dass neben Flugvorführungen auch Falknerworkshops und Erlebnistage am Fuß des Braunecks angeboten werden. Insofern hat Klima keine Ambitionen umzuziehen: „Wir sind hier fest etabliert, es wäre die beste Lösung, wenn wir bleiben könnten.“ Andererseits seien er und seine Mitarbeiter nicht mit Gewalt an Lenggries gebunden. Deshalb schaut sich der 44-Jährige sicherheitshalber nach einem Alternativ-Standort um. „Wenn jemand eine Fläche von mindestens 2000 bis 3000 Quadratmetern zu verpachten hat, kann er sich gerne bei mir melden“, betont Klima. Das würde zwar eine enorme Verkleinerung der Grundfläche bedeuten, das wäre laut dem Falkner aber immer noch völlig ausreichend. Denn bei der Eröffnung vor zehn Jahren schwebte ihm noch vor, eine Art Wildtierpark zu realisieren, der entsprechend weitläufig hätte sein müssen. Die Dinge haben sich aber anders entwickelt als geplant, heute verdient Klima sein Geld vor allem mit seiner Filmtierschule. Wie berichtet, bildet der Wahl-Tölzer dort seine aktuell zwölf Greifvögel für TV-Dokumentationen und Filmproduktionen aus. Derzeit sind fünf seiner Steinadler in dem Kino-Film „Wie Brüder im Wind“ mit Jean Reno und Tobias Moretti zu sehen.

Dem Isarwinkel komplett den Rücken zu kehren, kommt für Klima übrigens nicht in Frage, auch wenn er vor einigen Jahren einmal ernsthaft darüber nachgedacht hat. „Damals gab es Probleme zwischen der Brauneck-Bergbahn und meinem Verpächter“, erklärt Klima. Letzterer hätte das Areal nämlich gar nicht an den Tiertrainer verpachten dürfen, weil die Bergbahn das Nutzungsrecht darauf hat. „Deshalb habe ich damals darüber nachgedacht, nach Tirol zu gehen, wo ich ein attraktives Angebot hatte.“ Als sich der Verpächter mit der Bergbahn einigen konnte und klar war, dass Klima seinen Falkenhof weiter betreiben darf, habe er diese Überlegungen aber wieder verworfen.

Seine Pläne, neue Volieren für die Greifvögel zu bauen, hat der gelernte Schreiner ebenfalls vorerst auf Eis gelegt – auch wenn das Holz schon beim Zimmermann bereit liegt. „Zunächst muss geklärt werden, ob wir in Lenggries eine Zukunft haben.“

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