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Wird verkauft: Der Finstermünz-Sessellift am Brauneck.

Verträge werden bald unterzeichnet

Brauneck: Vier Lifte wechseln den Eigentümer

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Die Verträge sind noch nicht unterzeichnet, doch es steht so gut wie fest: Drei Schlepplifte und ein Sessellift am Brauneck wechseln den Eigentümer. Josef Singhammer verkauft sie an die Brauneck- und Wallbergbahnen GmbH.

Lenggries– In Zeiten von überdachten und beheizten Kabinen wirkt der Finstermünz-Sessellift wie ein Relikt aus einer anderen Zeit. Auch die drei Schlepplifte am Flori- und Bayernhang haben die besten Zeiten längst hinter sich. Kein Wunder: Sie wurden 1964 gebaut, zehn Jahre später kam der Sessellift hinzu. Um mithalten zu können, müsste dringend investiert werden. Doch dies kommt für Josef Singhammer nicht in Frage. Er selbst ist 84 Jahre alt, und sein Sohn ist nach einem schweren Unfall nicht mehr einsatzfähig. „Daher bleibt mir nichts anderes übrig, als die Lifte schweren Herzens herzugeben“, sagt Singhammer. „Wenn es so weitergegangen wäre, hätte ich ein Minus gemacht – und das will ich vermeiden.“

Es gibt noch einige weitere Argumente, die gegen einen Weiterbetrieb sprechen. Der wichtigste: Die Winter werden immer wärmer. Vor einigen Jahrzehnten kam es schon mal vor, dass der Schnee 130 Tage liegen blieb. Um den Betrieb wirtschaftlich vernünftig zu führen, wären 90 bis 100 Schneetage notwendig. Doch daran war in den vergangenen Jahren nicht mehr zu denken: „Zuletzt hatten wir vier schlechte Winter hintereinander mit nur 30 Tagen Schnee“, sagt Singhammer. „Ohne Beschneiung hat man keine Chance – noch dazu auf der Südseite.“ Hinzu kam die verschärfte Konkurrenz: „Den Milchhäusl-6er-Express spüren wir stark“, sagt Singhammer. „Seit es ihn gibt, ist ein Drittel des Umsatzes weggebrochen.“ Um den Betrieb sinnvoll führen zu können, müsse man vier bis fünf Millionen Euro in neue Lifte und die Beschneiungsanlage investieren – für ihn eine utopische Summe.

Das Ziel: Skigebiet in kompletter Größe erhalten

Die Brauneck- und Wallbergbahnen GmbH will sich dieser Herausforderung stellen. „Wir sind wie die Jungfrau zum Kinde gekommen und wissen, dass es heutzutage nicht mehr so einfach ist, Lifte zu betreiben“, sagt Geschäftsführer Peter Lorenz. „Aber wir haben das nötige Know-how.“ Momentan sei alles in Planung, daher könne er nicht viel sagen. Klar sei nur, dass in diesem Winter die Lifte unverändert weiterlaufen. Mittelfristig müsse man aber in Richtung Modernisierung und Beschneiung denken. Ziel sei es, das Skigebiet für die Gemeinde und die Region in seiner kompletten Größe zu erhalten.

Momentan laufen noch die Verhandlungen zwischen dem alten und dem neuen Eigentümer, „aber ich bin mir sicher, dass wir das bis zum Winter hinkriegen“, sagt Lorenz.

Für die Mitarbeiter wird sich wohl nicht allzu viel ändern. Laut Singhammer will die Brauneck-Bahn das komplette Personal übernehmen. Dazu zählen zwei feste Kräfte und drei Aushilfen.

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