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Lehrerin aus Leidenschaft: Brigitte Berger wollte schon als Kind Lehrerin werden. Heute leitet sie die Grundschule in Lenggries, unterrichtet aber auch noch ein bisschen. In dieser 3. Klasse wird sie ihre letzte Unterrichtsstunde halten. 

Grundschule Lenggries

Weg mit dem Wecker

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Ihr haben hunderte von Lenggriesern einen Teil ihrer Allgemeinbildung zu verdanken: Brigitte Berger. Nach 42 Jahren geht die Grundschul-Lehrerin jetzt in Ruhestand.

Lenggries – Als Erstes wird Brigitte Berger ihren Wecker wegwerfen. Denn auch nach 42 Jahren im Schuldienst konnte sie sich nie an das frühe Aufstehen gewöhnen. „Ich habe einfach einen anderen Bio-Rhythmus“, sagt Berger und lacht. Ihrer inneren Uhr darf sie künftig ohne Einschränkungen folgen: Ende des Schuljahres geht die Leiterin der Grundschule Lenggries in den wohlverdienten Ruhestand.

„Ich freue mich darauf, auch wenn ich immer wahnsinnig gerne in der Schule gewesen bin“, sagt Berger. Tatsächlich wollte sie nie etwas anderes machen: Schon als kleines Mädchen unterrichtete die heute 64-Jährige ihre Puppen und Stofftiere auf dem Speicher ihres Elternhauses in Waakirchen. Bereut hat sie ihre Entscheidung nie. Dabei war gerade der Berufseinstieg alles andere als einfach.

Sprung ins kalte Wasser

Frisch von der Pädagogischen Hochschule wurde Berger 1975 nämlich direkt ins kalte Wasser geworfen. Damals war es üblich, dass die Lehramtsanwärter im ersten Jahr ihrer Praxisausbildung als eine Art mobile Reserve eingesetzt wurden – ohne große Erfahrungen im Unterrichten. Ihren ersten Vertretungs-Einsatz hatte sie in Reichersbeuern. Es folgten Bad Tölz, Bad Heilbrunn und viele andere Schulen im Landkreis. „Ich will gar nicht wissen, was ich damals alles verbrochen habe“, sagt Berger augenzwinkernd.

Zumindest hatte die Anfängerin Hilfe von ihren Eltern, die beide ebenfalls Volksschullehrer waren. Eigentlich dachte Berger auch immer, dass sie einmal einen Lehrer heiraten wird. Am Ende gab sie einem Architekten das Ja-Wort. Er unterstützte seine Frau sehr, als sie noch während ihrer Zeit als Lehramtsanwärterin den ersten Sohn auf die Welt brachte. Auch beim zweiten Filius hatte Berger viel Hilfe von ihrem Mann, sagt sie. Anders wäre es auch nicht gegangen.

1984 fing Berger an der Grundschule Lenggries an. Dass sie hier einmal auf dem Chefsessel sitzen würde, hätte Berger damals nicht gedacht. Zunächst arbeitete sie jahrelang ganz normal als Lehrerin, unterrichtete vor allem die Jahrgangsstufen 3 und 4. „Ich glaube, ich war streng und konsequent“, beschreibt Berger ihren Unterrichtsstil. Der Humor kam trotzdem nicht zu kurz, sagt sie.

Endlich Reisen außerhalb der Ferien

Fürs Unterrichten blieb kaum noch Zeit, als sie vor 15 Jahren zur Konrektorin und vor zehn Jahren zur Schulleiterin aufstieg. Wie schon im Klassenzimmer waren ihr auch als Rektorin ein harmonisches Miteinander und Ehrlichkeit wichtig. Außerdem wollte Berger die Schule technisch auf den neuesten Stand bringen. Das ist ihr gelungen: Fast alle Klassenzimmer haben dank ihr und der Unterstützung von Bürgermeister Werner Weindl inzwischen eine interaktive Tafel („Whiteboard“). „Das war so ein bisschen mein Kind“, bilanziert Berger am Ende ihrer Schullaufbahn.

Wie die ersten Tage ihres Ruhestands aussehen, weiß Berger noch nicht so genau. Sicher ist: „Ich mache erst einmal gar nichts“, sagt die Pädagogin. Vielleicht wird sie ein bisschen im Garten arbeiten oder lesen. Oder im Reisebüro vorbeischauen: Jetzt, wo sie nicht mehr an die Ferien gebunden ist, möchte sie das unbedingt ausnutzen. Einer ihrer ersten Trips wird Berger wohl nach Afrika zu ihrer Cousine führen. Für so eine weite Reise waren ihr die Weihnachtsferien bislang immer zu kurz. Die Reise macht wegen des Klimas aber nur im Winter Sinn, weshalb Berger bislang nicht geflogen ist.

Ganz den Rücken kehren will sie ihrer alten Wirkungsstätte übrigens nicht. Sollte sie gebraucht werden, stünde sie zur Verfügung, sagt sie – „wenn ich nicht gerade im Urlaub bin.“

Die Nachfolgerin

von Brigitte Berger heißt Ursula Neff. Sie leitet derzeit noch die „Mittelschule München an der Sambergerstraße“ in Solln.

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