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Volle Rückendeckung bekommt die designierte CSU-Kandidatin Christine Rinner (Mi.) von (v. li.) Amtsinhaber Werner Weindl sowie ihren drei Stellvertretern im Parteivorstand Franz Schöttl, Bernhard Simon und Elisabeth Ertl. 

Bewerbung um Nachfolge von Werner Weindl

Christine Rinner will Bürgermeisterin von Lenggries werden

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Christine Rinner (CSU) wirft ihren Hut um die Nachfolge des langjährigen Lenggrieser Rathauschefs in den Ring. Bleibt sie die einzige Kandidatin?

Lenggries– Christine Rinner will Lenggrieser Bürgermeisterin werden. Das gab die Ortsvorsitzende der CSU am Freitag gemeinsam mit dem amtierenden Rathauschef Werner Weindl sowie ihren Kollegen im Parteivorstand in einem Pressegespräch bekannt. Die 50-Jährige ist somit die erste und bislang einzige Bewerberin um Weindls Nachfolge, die sich aus der Deckung wagt.

Offiziell nominiert werden soll Christine Rinner Ende Oktober oder Anfang November. Unter Parteikollegen hatte sie ihre Bereitschaft am vergangenen Mittwoch bei einem Treffen der möglichen Gemeinderatskandidaten kundgetan. Der Rückendeckung des Amtsinhabers sowie der örtlichen CSU-Spitze kann sie sich sicher sein. „Sie hat das im Kreuz, sie ist die richtige Kandidatin zum richtigen Zeitpunkt“, sagte Weindl, der wie berichtet nach 24 Jahren nicht mehr antritt. „Sie hat als CSU-Vorsitzende bewiesen, dass sie führen kann, sie ist zielstrebig und weiß, was sie will“, charakterisierte sie der stellvertretende CSU-Ortsvorsitzende Bernhard Simon. Franz Schöttl, ebenfalls Stellvertreter und zudem 2. Bürgermeister, bescheinigte Rinner, sie komme „geradeaus und glaubwürdig“ rüber und könne gut im Team arbeiten. „Wir sind uns im Vorstand einig, dass wir sie mit ganzer Kraft unterstützen wollen.“ Das könne sie gut gebrauchen, sagte Christine Rinner. „Denn einer allein schafft es nicht, und ich möchte auch hören, was die anderen denken und wollen.“

CSU will Kandidatur von Christine Rinner in Lenggries „mit voller Kraft unterstützen“

Der Einstieg ins ehrenamtliche Engagement war für Christine Rinner einst die Tätigkeit im Elternbeirat – zuerst im Kindergarten, dann in der Grundschule, schließlich im Gymnasium. Sie übernahm jeweils den Vorsitz – und entdeckte, wie schön es sei, „Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und Ergebnisse zu erzielen“, sagt die heute getrennt lebende Mutter dreier mittlerweile erwachsener Töchter.

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Für den Gemeinderat kandidierte sie erstmals 2008. Scheiterte sie damals noch knapp, gelang ihr sechs Jahre später der Einzug in das Gremium. Sie ist Mitglied im Bauausschuss und Referentin für Kindergärten. Die aktuellen Themen und Herausforderungen der Gemeinde sind ihr daher bestens vertraut. So nannte sie den anstehenden Bau des neuen Pflegeheims. „Das ist eine große Fläche, die viele Möglichkeiten offen lässt“, sagte sie. So sei zu überprüfen, ob dort eine „Koexistenz von Pflegeheim und einem Kindergarten“ möglich sei. „Eine Idealvorstellung wäre, dort auch Wohnungen für Menschen zu schaffen, die in der Pflege und der Kinderbetreuung arbeiten.“ Zudem möchte Rinner besonders auf die Ortsentwicklung achten. „Lenggries ist wunderbar“, betonte sie. „Aber zum Beispiel die Kirchplatzgestaltung steht an, das könnte man schöner machen.“

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Es gelte, die Verkehrssituation in der Marktstraße zu entzerren. Was das Parken angehe, „herrscht in Lenggries Anarchie“, kritisierte die 50-Jährige. Am Herzen liegt ihr außerdem die richtige Balance zwischen den Interessen von Einheimischen und Gästen, von Mountainbikern und Ruhesuchenden, von Tourismus und Landwirtschaft. Als „großen Brocken“ bezeichnete sie die Gestaltung der Zukunft der ehemaligen Prinz-Heinrich-Kaserne. „Wie dürfen sie nicht stückchenweise verscherbeln, sondern streben eine große Lösung an“, betonte sie. „Ich hoffe auf eine Bildungseinrichtung.“

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Dass sie die erste Frau ist, die sich in Lenggries um den Chefsessel im Rathaus bewirbt, ist für Rinner kein Thema. „Mir ist in meiner Familie nie vermittelt worden, dass es einen Unterschied in der Wertigkeit zwischen Frauen und Männern gäbe.“ Ihr Vater Franz Pfund war bis 2002 Bürgermeister von Bichl. In Lenggries lebt Christine Rinner seit 26 Jahren. Sie erlernte – nachdem sie drei Semester Literaturwissenschaft, Alte Geschichte und Italienisch studiert hatte – den Beruf der Köchin und arbeitet im Landgasthof Osterseen in Iffeldorf. Ob sie bei der Wahl 2020 Konkurrenz haben wird, steht noch nicht fest. Die anderen Gruppierungen haben bislang keine Kandidaten benannt.

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