Bürgermeisterkandidat Stefan Klaffenbacher an einem Feldrand nahe seinem Elternhaus in Klaffenbach/Lenggries.
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Mit der Heimat eng verbunden: Stefan Klaffenbacher an einem Feldrand nahe seinem Elternhaus.

Am 13. September wird in Lenggries gewählt

Bürgermeisterkandidat Stefan Klaffenbacher (FWG): „Ich baue keine Luftschlösser“

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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Nach dem Tod von Amtsinhaber Markus Landthaler wählen die Lenggrieser am 13. September einen neuen Bürgermeister. Für die Freie Wählergemeinschaft geht Stefan Klaffenbacher ins Rennen.

  • Nach dem Tod des Amtsinhabers Marks Landthaler stehen in Lenggries am 13. September Bürgermeisterwahlen an.
  • Für die FWG tritt der 33-jährige Stefan Klaffenbacher an. In diesem Porträt wird er vorgestellt.
  • Seine Mitbewerber sind Klaus Hanus (Grüne) und Tobias Raphelt (SPD).

Lenggries – Es kommt vor, dass Stefan Klaffenbacher gefragt wird, ob er mit 33 Jahren nicht zu jung sei für das Amt des Lenggrieser Bürgermeisters. Darauf hat der Kandidat der Freien Wählergemeinschaft zwei Antworten parat: Zum einen sei auch Werner Weindl, der das Amt bis zum Frühjahr bekleidete, bei Amtsantritt nicht viel älter gewesen – tatsächlich wurde Weindl mit 35 Bürgermeister. Zum anderen mangle es ihm, Klaffenbacher, auch in seinen jungen Jahren nicht an Lebenserfahrung: „In Beruf, Landwirtschaft und Familie habe ich schon einiges erreicht“, sagt er.

Tatsächlich steht Stefan Klaffenbacher mitten im Leben. Dem Betrieb Pichler Maschinenbau in Fleck ist er treu, seit er dort vor knapp 17 Jahren seine Ausbildung als Maschinenbauer begann. Vielfältig geworden ist seither allerdings sein Aufgabenfeld. Weil es auch immer mehr im Büro zu tun gab, erlernte Klaffenbacher zusätzlich den Beruf des Bürokaufmanns. Als Maschinenbauer machte er seinen Meister. Heute gehöre das Programmieren von hochmodernen CNC-Maschinen zu seinen Haupttätigkeiten.

Heimische Landwirtschaft als Ausgleich zur Bürotätigkeit

Die heimische Landwirtschaft sieht er daneben als „Ausgleich zur Bürotätigkeit“ an, sagt er. Die Milchviehwirtschaft, die schon die Eltern als Nebenerwerb betrieben, gab er vor einigen Jahren auf. Die Familie konzentriert sich mittlerweile auf die Färsenaufzucht. Im Schnitt 20 Tiere haben die Klaffenbachers. Die Tiere werden an örtliche Metzger verkauft. Regionale Produkte sind gefragt – und das Prinzip passt gut zu Klaffenbachers Lebenseinstellung.

Mit der Heimat ist er eng verbunden. Nicht ohne Stolz verweist der Bürgermeisterkandidat darauf, dass die Klaffenbachers neben den Wasensteiners zu den ersten Besiedlern von Lenggries gehören. Seit 600 Jahren seien seine Vorfahren mit immer demselben Nachnamen an Ort und Stelle nachgewiesen. Der Hof, die Straße und ein Bach tragen diesen Namen.

Ansturm der Tagesausflügler in geordnete Bahnen lenken - diese Aufgabe will er angehen

Stefan Klaffenbacher wohnt hier mit Ehefrau Nathalie, Max (2 ¾) und Magdalena (1) sowie den Eltern unter einem Dach. „Das Mehrgenerationenwohnen hat viele Vorzüge“, findet er. Und mit Blick auf die idyllische Umgebung sagt er: „Wenn man sich hier umschaut – was willst du mehr?“

Nur das beständige Rauschen der nahe gelegenen B 13 erinnert in Klaffenbach daran, dass das Idyll Belastungen ausgesetzt ist. „Wir werden hier jeden Tag überrannt“, sagt Klaffenbacher. Den großen Ansturm an Tagesausflüglern in die richtigen Bahnen zu lenken, sei eine „große Aufgabe, die sofort angegangen werden muss“.

Ich möchte aus Lenggries keine Stadt machen

Stefan Klaffenbacher (FWG)

Generell tritt Klaffenbacher für einen „sanften Tourismus“ ein. „Die Erhaltung des landschaftlichen und landwirtschaftlichen Charakters von Lenggries ist mir wichtig“, sagt der 33-Jährige. „Ich möchte aus Lenggries keine Stadt machen.“ Die dörfliche Prägung, die Viertelsgemeinden, die gesunde Vereinsstruktur – das macht für den Familienvater Lenggries aus. Er selbst ist außer bei den Freien Wählern Mitglied der Feuerwehr, im Christlichen Bauernverein, bei den Antlaßschützen und den Sportschützen.

Entsprechend vorsichtig möchte er zum Beispiel bei der Entwicklung er ehemaligen Kaserne vorgehen. Die Nutzung müsse „verträglich“ sein, die Schaffung eines neuen Ortsteils kommt für ihn nicht in Frage. Jungen einheimischen Familien die Chance auf ein Eigenheim zu geben, Schulwegsicherheit, Gewerbegrund schaffen: Das sind weitere Themen, die Klaffenbacher am Herzen liegen.

Er selbst beschreibt sich als „zielstrebig“

Vor der Kommunalwahl im März sei er an der Ausarbeitung des Freie-Wähler-Programms „maßgeblich beteiligt“ gewesen, sagt er. Dass er wenige Monate später selbst als Bürgermeisterkandidat nominiert würde, hätte er seinerzeit nicht für möglich gehalten. Diese „Entscheidung fürs Leben“ habe er jetzt nur treffen können, weil er die 100-prozentige Unterstützung sowohl der Freien Wähler als auch seiner Familie habe.

Und was für einen Bürgermeister bekommen die Lenggrieser, falls sie Stefan Klaffenbacher wählen? Er beschreibt sich selbst als „zielstrebig“. Er sei jemand, der weiß, was er will, und seine eigene Meinung vertritt. Vor allem aber sei er „Realist“. „Ich baue keine Luftschlösser und verspreche nichts, was ich nicht umsetzen kann.“

Der Tölzer Kurier überträgt am 3. September eine Diskussionsrunde mit den Kandidaten Stefan Klaffenbacher (FWG), Klaus Hanus (Grüne) und Tobias Raphelt (SPD) im Live-Stream.

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