Klarer Sieger: Karl Bär (re.) setzte sich mit 104 Stimmen deutlich gegen seine beiden Mitbewerber Nikolaus Hanus (li., 19 Stimmen) und Martin Jordan (unten, zwei Stimmen) durch. SCREENSHOT: TAL
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Klarer Sieger: Karl Bär (re.) setzte sich mit 104 Stimmen deutlich gegen seine beiden Mitbewerber Nikolaus Hanus (li., 19 Stimmen) und Martin Jordan (unten, zwei Stimmen) durch.

Holzkirchner erneut nominiert

Bundestagskandidatur der Grünen: Lenggrieser Klaus Hanus unterliegt Karl Bär

Die Grünen-Kreisverbände des Stimmkreises Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach haben mit deutlicher Mehrheit Karl Bär als Direktkandidaten für die Bundestagswahlen im September gewählt. Der 36-jährige Holzkirchner Kreis- und Gemeinderat geht bereits zum vierten Mal für die Partei ins Rennen.

Bad Tölz-Wolfratshausen - Bislang blieb Karl Bär mit seiner Kandidatur erfolglos. 2017 unterlag er zuletzt mit 13,6 Prozent dem CSU-Direktkandidaten Alexander Radwan. Auch einen Einzug über die Liste verpasste der Agrarreferent des Münchner Umweltinstituts bisher - zuletzt allerdings überaus knapp. Die Grünen bauen dennoch auf den politisch erfahrenen, jungen Mann. Mit 104 Stimmen setze sich Karl Bär bei der Online-Wahl, die Jovana von Beckerath und Johannes Küster leiteten, am Donnerstagabend klar gegen Klaus Hanus aus Lenggries (19 Stimmen) und Martin Jordan aus Otterfing (2 Stimmen) durch. Das Ergebnis muss noch durch eine geheime Briefwahl bestätigt werden; sie wird am 11. April ausgezählt.

Gegen Bär läuft ein Strafverfahren, weil er Pestizideinsatz kritisierte

Bär erzählte bei seiner Video-Präsentation, er sei gerade Vater geworden. Allerdings lebe das Kind bei seinen beiden Mamas. „Ich bin nur der Erzeuger und habe sämtliche Rechte abgegeben.“ Der Agrarfachmann will sich im Fall seiner Wahl ins Parlament für die ökologische Landwirtschaft starkmachen. „Ich möchte, dass wir in Deutschland einen Zeitpunkt festlegen, an dem Bio Standard wird“, sagte er. „Ich gebe 100 Prozent, ich gehe Konflikten nicht aus dem Weg“, versprach der Grünen-Politiker, gegen den zurzeit ein Strafverfahren läuft, angestrengt vom Südtiroler Landesrat für Landwirtschaft wegen übler Nachrede. Grund: Bär hatte den dortigen Pestizideinsatz scharf kritisiert.

Beim Tierwohl setzt der Holzkirchner auf die Haltung von weniger Tieren, mit der Konsequenz, dass Fleisch teurer wird. Ihm liegt der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs auf dem Land am Herzen, und er will dafür kämpfen, dass Krankenhäuser nicht privatisiert oder geschlossen werden müssen.

Klaus Hanus ist erst seit einem Jahr Mitglied bei den Grünen

Klaus Hanus (46) ist erst seit gut einem Jahr Mitglied bei den Grünen. Im September unterlag der Zimmerermeister bei der Bürgermeisterwahl in Lenggries. Der verheiratete Vater von zwei Kindern bezeichnet sich selbst als „Realo“. Als Handwerksmeister ohne Abitur und Studium habe er bislang eine „breite Akzeptanz in der Bevölkerung erfahren“, sagte er bei seiner Vorstellung. Der Klimawandel und die Förderung regenerativer Energien treiben den Isarwinkler um. Als Fachmann will er das Bauen mit Holz forcieren. Der Tourismus im ländlichen Raum solle „gesteuert und klimaverträglich“ ablaufen, die Digitalisierung vorangetrieben werden, sagte er.

Der dritte Bewerber ist derzeit arbeitslos

Martin Jordan aus Otterfing ist derzeit arbeitslos. Aufgrund der Corona-Krise habe er seinen Job als Speditionskaufmann für Luft- und Seefracht verloren, erzählte er. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Jordan schimpfte vor allem über das Impfdebakel der Regierung. „Wir Grünen zeigen, dass man mit der Pandemie auch besser umgehen kann. Das beweist unser Oberbürgermeister Boris Palmer in Tübingen.“ (Tanja Lühr)

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