Geht alles glatt, könnten die ersten Jugendlichen im Sommer 2013 im Camp Woodward Europe Lenggries trainieren. Foto: kn

Camp Woodward: Lenggrieser Gemeinderat sagt Ja

Lenggries - Der Lenggrieser Gemeinderat sagt Ja zur künftigen Nutzung des ehemaligen Kasernenareals als Sportcamp. Das Gremium legte gestern Abend den Grundstein für Camp Woodward Europe Lenggries

Dagegen stimmte nur Hans Proisl (Freie Wähler). Wer sich große Emotionen oder überbordende Begeisterung für das 34-Millionen-Euro-Projekt erwartet hatte, wurde enttäuscht. Um die neue Nutzung ging es im Prinzip gar nicht. Dafür mussten zu viele planungsrechtliche Dinge abgehandelt werden: Von der Aufhebung des anvisierten Bebauungsplans Grüne Wiese - er sah den Abbruch aller Gebäude vor - bis hin zur Sicherung von Vorkaufsrechten.

Der Mangel an Diskussionsbedarf liegt vielleicht auch daran, dass sich Gemeinderat und Verwaltung seit etwa einem Jahr mit dem Großprojekt der Gesellschaft Action Sports beschäftigen. Zuletzt gab es wöchentliche Erörterungstermine im Bauamt. Dennoch wies Bauamtsleiter Anton Bammer immer wieder darauf hin, dass es momentan nur der allererste Entwurf für den Bebauungsplan sei und an vielen Stellen noch erheblich nachgebessert werden muss.

Vielleicht ist auch deshalb bei einigen Gemeinderäten die Skepsis nach wie vor groß: „Ich stimme Camp Woodward nicht zu, weil ich ein enormer Befürworter bin, sondern weil es rechtlich das kleinere Übel ist und ich keine andere Möglichkeit sehe“, sagte August Maerz (CSU).

Das weit größere Übel ist für die Räte nämlich die geplante Nutzung auf der benachbarten Kasernenfläche, die Peter Wasner und seiner Luitpolderhöfe GmbH gehört. Halbherzig und nur mit der hauchdünnen Mehrheit von 11:10 Stimmen (dafür war die CSU) votierte das Gremium für die Ausweisung als Gewerbegebiet und die Aufstellung des entsprechenden Bebauungsplans. Die SPD hatte zuvor beantragt, das Areal als Fläche für Tourismus auszuweisen, war aber mit ähnlich knappem Ergebnis gescheitert. Wasner selbst sind diese Bestrebungen egal. Er will weder das eine noch das andere: „Ich will Wohnbebauung“, sagte er nach der Sitzung. Die Klage läuft.

Wesentlich zufriedener war nach der Abstimmung Julian Zwerenz von der künftigen Camp-Betreibergesellschaft „Camp Woodward Europe GmbH“. Endlich seien Fakten geschaffen, und man könne in konkrete Verhandlungen einsteigen. Sein Zeitplan ist ambitioniert: „Beginn der Bauphase im April 2012. Eröffnung im Sommer 2013.“ (Veronika Wenzel)

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