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Vorher (li.) und nachher: Die Tennishalle wird abgebrochen und schafft Platz für Wohnwagen- und Wohnmobilstellplätze. Erhalten bleiben nur die ehemaligen Lahnerstuben als Gastronomie samt Biergarten. Im ersten Stock entstehen acht Doppelzimmer. Außerdem sollen sieben Alm-Hütten gebaut werden, die als Ferienwohnungen dienen. 

Antrag im Gemeinderat

In Lenggries: Campingplatz und Almhütten statt Tennishalle

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Lenggries – Die Tage der Lenggrieser Tennishalle sind voraussichtlich gezählt: Das seit Längerem leer stehende Objekt soll abgerissen werden. Stattdessen plant die Familie Probst einen Campingplatz samt Gastronomie, Biergarten und sieben Almhütten.

Das Projekt stellte Bauamtsleiter Anton Bammer am Montagabend in der Sitzung des Gemeinderats vor. Gut 5000 Quadratmeter umfasst das Grundstück am Fuß des Braunecks. In der Halle gab es in den vergangenen Jahren immer mal wieder Zwischennutzungen. Beispielsweise hatte dort ein Segway-Verleih einen Parcours aufgebaut. Auch die angrenzende Gaststätte war immer mal wieder verpachtet. Letztere soll auch erhalten bleiben. Im Erdgeschoss (plus Erweiterung um eine Galerie) ist weiterhin Gastronomie vorgesehen. Auch die Vergrößerung des Biergartens ist geplant. „In erster Linie sollen Einheimische und Tagesausflügler bewirtet werden“, heißt es in der Betriebsbeschreibung. „Die Gastronomie soll schwerpunktmäßig bayerische Gerichte anbieten.“ Im Obergeschoss seien sogenannte Eine-Nacht-Plus-Gästezimmer vorgesehen, erklärte Bammer. Diese sind für die Gäste gedacht, die in Lenggries keine Unterkunft für nur eine Nacht finden. Acht Doppelzimmer sind geplant. Eigene Bäder gibt es nicht, stattdessen eine Etagentoilette und die Mitbenutzung der allgemeinen Sanitärräume.

Die rund 2400 Quadratmeter große Tennishalle selbst soll abgebrochen werden. Auf dieser Fläche entstehen rund 25 Stellplätze für Wohnwagen und Wohnmobile samt Strom- und Wasseranschluss.

Vorgesehen sind außerdem noch sieben Holz-Almhütten, die als Ferienhäuser vermietet werden. Bis zu sechs Gäste sollen in jeder Hütte beherbergt werden.

Zu klären ist noch einiges. Beispielsweise ist derzeit im Grundbuch noch festgeschrieben, dass das Gebäude auf dem Grundstücke nur als Tennis-, Fitness- oder Squashhalle genutzt werden darf. Auch bei der Erschließung muss noch einiges geregelt werden. „Aber das sind alles lösbare Angelegenheiten“, sagte der Bauamtsleiter.

Ob das Projekt im Außenbereich generell machbar ist, muss letztlich aber das Landratsamt entscheiden. Hier habe es in einem Vorgespräch aber auch bereits grundsätzlich positive Signale gegeben, betonte Bammer. „Eigentlich ist das wirklich eine schöne Geschichte“, sagte der Bauamtsleiter.

Das fand auch Bürgermeister Werner Weindl. „Für Lenggries wäre das ein Gewinn.“ Hier entstehe eine „kleine, aber feine Anlage. Das würde ganz gut passen.“ CSU-Fraktionschef Bernhard Simon fand das Konzept ebenfalls „sehr stimmig. Für den Fremdenverkehr ist das nur positiv“.

Das bestätigt Gäste-Informationschefin Ursula Grottenthaler auf Anfrage. „Ich begrüße das Projekt sehr.“ Camping sei im Trend. „Das stellen wir täglich im Gespräch mit den Gästen fest. Wir haben immer wieder Nachfragen, wo es Stellplätze gibt.“ Auch der Wohnmobilparkplatz in Fall sei im Sommer gut genutzt. Ein weiterer Platz „in zentraler Lage ist eine ideale Ergänzung. Der Bedarf ist auf jeden Fall da.“

Der Gemeinderat stimmte dem Vorbescheidsantrag für das „Lenggrieser Berg Camping“ – so der Firmenname – am Montagabend schon mal einstimmig zu.  

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