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Besinnliche Weisen: Das Jugendblasorchester spielt am Lenggrieser Rathausplatz.

Christkindlmarkt Lenggries

„Lichterzauber“ – schöner denn je

So muss ein Christkindlmarkt sein: Glitzernder Schnee, knackige Kälte, funkelnde Lichter – quasi wie aus dem Bilderbuch. Die Lenggrieser haben es einfach drauf mit ihren Festlichkeiten, besonders beim „Lichterzauber“.

Lenggries Eine Gemeinde feiert den Advent: Wie jedes Jahr wurde der Ortskern des Brauneckdorfs beim Christkindlmarkt am Samstag zum weihnachtlichen Treffpunkt unter freiem Himmel. Unter dem Motto „Lichterzauber“ boten die vielen Stände von örtlichen Vereinen und Geschäften unterschiedlichste Dinge an. Alles war festlich dekoriert, und überall gab es kleine Feuerstellen oder Holzöfen, an denen man sich zwischendurch aufwärmen konnte. Dazu gab es Kerzenlicht und Weihnachtslieder, Bratwurstduft und heißen Glühwein – und die Besucher kamen in Scharen.

Auch der Nikolaus war auf der Lenggrieser „Scheibn“ für den einen oder anderen Ratsch zu haben, nachdem er vorher für die Kinder da war. In sechs Stunden kam dabei mehr Weihnachtsgefühl auf als auf anderen Märkten in annähernd sechs Wochen.

Rund um den Bergwachtstand bei der Kirche drängelte sich die Jugend. Ein Stück weiter rauf die Marktstraße gab es exotisches Essen wie Feuerbananen oder Backfischnuggets zu kaufen, die Köstlichkeiten der örtlichen Metzgereien wurden an der nächsten Kurve offeriert. Auch an den Vereinsständen bot man Kulinarisches an; denn gut essen und trinken gehört dazu an so einem Abend. Dazwischen drehten die Besucher am Stand des Ministrantenvereins am Glücksrad oder schauten den kleinen Engerln des Kindergartens St. Josef zu, die in der lebendigen Krippe schwer damit beschäftigt waren, die Schafe zu streicheln.

Für Kinder gab es am Bahnhofsplatz außerdem eine weitere Attraktion: Eine kleine Bahn transportierte die Kleinen um die Runde. Mit Stefan Gerg war ein waschechter Lokführer mit von der Partie.

Die Damen vom Fanclub „Freundeskreis EC Bad Tölz“ waren das ganze Jahr über fleißig am Stricken und Häkeln und boten Mützen oder Strümpfe an: „Vor dem Christkindlmarkt ist nach dem Christkindlmarkt“ sagt Vorsitzende Lucia Maria Bernhard augenzwinkernd. Der Erlös aus dem Verkauf geht direkt an die ECT-Jugend.

„Es ist einfach so nett und entspannt hier“, sagt Daniela Westermair aus Anger. „Ich bin die ganze Woche über in München beim Arbeiten, da geht es auf den Märkten schon hektischer zu.“ Sie lobt außerdem, dass es in Lenggries möglich war, sich seinen einmal erworbenen Becher auch anderen Glühweinständen wieder auffüllen zu lassen. Dabei spielt natürlich der umweltfreundliche Gedanke eine Rolle, aber sie sagt auch: „Ich hab’ in München erlebt, dass man für eine Tasse Glühwein zehn Euro Pfand bezahlt. Das ist schon absurd.“

In den früheren Abendstunden waren natürlich viele Familien unterwegs, die Straßen waren gut gefüllt. Später dann konzentrierte sich das Geschehen eher dort, wo man sich die kalten „Glupperl“ wärmen konnte. Die Plätze rund um die Feuerschalen waren heiß begehrt.

Auch die Geschäfte hatten geöffnet; viele nutzten den Abend dazu, sich in Ruhe umzusehen und vielleicht auch Weihnachtsgeschenke zu erstehen. „Ich hätte gar nicht gedacht, dass hier so viel los ist“, sagt Felix Leipold aus Geretsried. Der 18-jährige war das erste Mal beim Lenggrieser Christkindlmarkt. „Hier ist im ganzen Ort was geboten; bei uns konzentriert sich das alles auf den Rathausinnenhof.“

Es macht in der Tat einen Teil des Charmes aus, dass viele Lenggrieser mit Freude und Energie dabei sind, um für die Zeit von 15 bis 21 Uhr einen solch vielfältigen Markt auf die Beine zu stellen. Deswegen ist es fast schade, dass sich der „Lichterzauber“ nur auf einen Tag beschränkt. Aber vielleicht ist es wiederum genau das, was ihn so besonders macht.

Ines Gokus

„Lichterzauber“ in Lenggries

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