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Als Kordula Brödke trug Constanze Lindner eine grüne Wollmütze, eine große Brille und falsche Zähne.

Constanze Lindner begeistert im KKK

Ein Wirbelwind

Constanze Lindner muss man erleben. Das wussten auch die Besucher, die am Freitagabend die Lenggrieser Kaminstub’n des Lenggrieser KKK füllten. Der Auftritt war restlos ausverkauft. Mit ihrem zweiten Soloprogramm „Jetzt erst mal für immer“ bewies die Kabarettistin, warum sie 2016 als bayerische „Senkrechtstarterin“ ausgezeichnet wurde.

Lenggries– Wer mit Lindner einen Abend verbringen will, muss wissen, dass er auf keinem Platz vor ihr sicher ist. Ihr „Opfer“ für die Bühne saß in der vorletzten Reihe. Wer den richtigen Geldschein dabei hat, wird ihn zum großen Vergnügen des Publikums los – so auch diesmal im KKK.

Auch in der ersten Reihe suchte sie sich ein „Gscheidhaferl“ aus. Manchmal passiert es, dass Lindner ihre Gäste hemmungslos umarmt, Männer wie Frauen. Am Freitag drehte sie ihre Tour gnadenlos durch den Raum. Es dauerte eine ganze Weile, bis das Publikum auf die quirlige Künstlerin eingestellt war.

Mit ihrer gewaltigen Energie überfiel Lindner regelrecht die Anwesenden. Den ganzen Abend lang verblüffte sie mit verschiedenen Rollenwechseln. Mit der „Oma mit Schwiegertochterintoleranz“ und „Kordula Brödke“ eroberte Lindner ganz schnell die Herzen der Zuschauer. Sie trat aber auch als Immobilienmaklerin auf, die für die Reichen da sein muss, als Fee Marie Gschwendtner und als männersuchende Russin Victoria mit zu großer schwarzer Pelzmütze. Bis zur Pause waren alle Zuschauer in guter Laune gebadet.

Aber wer war nun der Star des Abends? Kordula Brödke oder die Oma?! Letztere erweckte Lindner zu schrulliger Lebendigkeit, wenn die Seniorin, bekleidet mit Wolljacke und grauer Perücke, mit gnadenloser Bissigkeit über ihre Schwiegertochter Gerlinde herzog.

Als Kordula Brödke trug Lindner eine grüne Wollmütze, eine große Brille und falsche Zähne mit Zahnspange. Sie begrüßte die Gäste zum Gruppenkuscheln, war von mäßiger Auffassungsgabe und doch schlau.

Auch die Zugabe war eine Schau. Lindner ging über zur Filmbranche und wollte Schauspielerin werden wie „Angelina Merkel“. Das war nochmal Hochleistung für die Lachmuskeln. Lindner machte sich selbst bereitwillig zur Zielscheibe. Sie sammelte Wunschvorschläge für die Fee aus dem Publikum ein, und zum großen Vergnügen der Zuschauer zeigte sie sich köstlich entrüstet über den Vorschlag „längere Beine“.

Den ganzen Abend lang verblüffte Constanze Linder mit ihren Rollenwechseln. Im Handumdrehen nahm sie sich von einem Tisch ihre Requisiten, und schon war sie eine andere. Lindners Misere bestand darin, dass eine Fee bei ihr wohnte. Denn die Kabarettistin scheute sich vor einem Wunsch. Dieser purzelte ihr am Ende aber „unabsichtlich“ über die Lippen: „Ich wünsche mir, dass ihr alle gut nachhause kommt!“ So lieb ist Lindner eben, und das Publikum im KKK nahm ihr das auch ab.  (Birgit Botzenhart)

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