Rund 100 Eltern machten ihrem Unmut über die Masken- und Testpflicht an Schulen Luft. „Wir sind für Freiheit, Frieden und Selbstbestimmung“, sagte Veranstalter Leonhard Sappl.
+
Rund 100 Eltern machten ihrem Unmut über die Masken- und Testpflicht an Schulen Luft. „Wir sind für Freiheit, Frieden und Selbstbestimmung“, sagte Veranstalter Leonhard Sappl.

Kundgebung vor dem Rathaus

Corona-Testpflicht an Schulen: 100 Eltern protestieren - „Das kann nicht gesund sein“

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
    schließen

Rund 100 Menschen haben sich am Mittwoch am Lenggrieser Rathausplatz an einer Kundgebung gegen die Test- und Maskenpflicht an Schulen beteiligt. An einem „Offenen Mikrofon“ konnte jeder seine Meinung äußern.

Lenggries - Veranstalter Leonhard Sappl erklärte im Gespräch mit unserer Zeitung: „Ich verstehe nicht, dass gesunde Kinder sich den Tests unterziehen müssen. Wir Eltern wollen selber entscheiden, ob unsere Kinder gesund genug sind, um in die Schule zu gehen.“ Nach Sappls Auffassung machen „Lehrer Schülern ein schlechtes Gewissen, nur weil sie frei atmen wollen“. Er möchte nicht, dass sein Sohn den ganzen Schultag eine Maske tragen muss. „Ich musste ihn schon öfter vom Unterricht abholen, weil es ihm deswegen nicht gut ging“, so der Lenggrieser.

Corona: Eltern protestieren vor Rathaus - Mutter befürchtet, dass bei Schnelltest „Hirnflüssigkeit“ aus Nase tritt

Eine Mutter, die sich als Heidi vorstellte, vertrat in ihrem Redebeitrag die Auffassung, dass die Schnelltests gefährlich seien und dabei „Hirnflüssigkeit“ aus der Nase treten könne. Wütend auf Landrat Josef Niedermaier zeigten sich die Anwesenden, weil dieser auf Beschwerdebriefe und Anrufe im Landratsamt nicht reagiert habe. Bei der Veranstaltung lag ein offener Brief an den Landrat aus, welchen einige Teilnehmer unterschrieben. Eine Mutter las den Brief laut vor. Kritik an der medialen Berichterstattung wurde mit Klatschen unterstützt.

Veranstalter Leonhard Sappl

Protest gegen Corona-Regeln: Bananafischbones-Sänger Sebastian Horn redet am offenen Mikrofon

90 Minuten lang traten weitere Redner ans Mikrofon. Dazu zählte Bananafishbones-Sänger und -Bassist Sebastian Horn. Lange wollte er sich nicht öffentlich zur Corona-Politik äußern. „Die Gefahr ist groß, missverstanden zu werden“, sagt er. Nun aber mache er sich Sorgen. „Es fehlt an einer klaren Aufklärung bezüglich der Gefahren der Tests“, sagt er. „Wenn getestet werden muss, wären mir Spucktests lieber.“ Weiter könne er nicht verstehen, wieso Eltern ihre Kinder nicht zu Hause testen dürfen. „So würde man die Ansteckungsgefahr im Schulbus reduzieren.“ Bedenklich seien auch die psychologischen Auswirkungen, „wenn ein Kind im Klassenverband ein positives Ergebnis bekommt“, so Horn.

Protest gegen Test-Pflicht an Schulen: Teilnehmer glaubt, Regierung wolle Inzidenzen hochtreiben

Unter den Teilnehmern, war auch Hans Bichlmair, Vater einer Erstklässlerin. Er geht davon aus, dass hinter der Test-Pflicht eine Strategie der Regierung stecke. „Die Politik will durch falsch positive Tests an Schulen die Inzidenzen hochtreiben, damit sie die Menschen wegsperren kann“, sagt er. „Ich weiß nicht, warum, es wird aber einen Grund geben.“

Hans Bichlmair

Corona-Tests an Schulen: Mutter befürchtet „an Teststäbchen krankheitserregende Stoffe“

Der Gaißacher Florian Stöckner sagte: „Ich will das meinem Kind nicht zumuten. Die Tests sind äußerst unangenehm.“ Zusätzlich sehe er keinen Sinn hinter der Test-Strategie. „Die ändert ja auch nichts. Und trotz Corona muss es ja mit der Schule weitergehen.“ Die dreifache Mutter Martina Gerg äußerte die Ansicht, dass „an den Teststäbchen krankheitserregende Stoffe sind“. Zusätzlich zeigte sie sich überzeugt, dass Verletzungspotenzial bestehe, wenn Kinder sich das Stäbchen in die Nase stecken. „Das kann nicht gesund sein.“ Jedoch hätte sie „nichts gegen Spucktests“.

Florian Stöckner

Die Polizei begleitete die Veranstaltung mit insgesamt fünf Beamten der Inspektion Bad Tölz. Demnach waren rund 100 Personen anwesend – für so viele Teilnehmer war die Versammlung auch genehmigt. Die Polizei hat die Zusammenkunft als friedlich und ordnungsgemäß wahrgenommen. „Wir mussten einige Teilnehmer ermahnen, eine Maske aufzusetzen, und haben wegen Missachtung der Maskenpflicht einen Platzverweis erteilt“, so ein Sprecher.

Bad-Tölz-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Bad-Tölz-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Bad Tölz – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare