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Verschmitztes Grinsen und den Schalk im Nacken: „Da Oimara“ Beni Hafner im Lenggrieser KKK.

Im KKK

„Da Oimara“: Lässige Bühnensau mit Versagensängsten

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Zwei Stunden lang witziges Musikkabarett bot „Da Oimara“ jüngst im Lenggrieser KKK. Dabei kokettierte er immer wieder mit seinem vermeintlichen Lampenfieber.

Lenggries – Es dauerte nicht lange, bis man ihm das brave Erscheinungsbild nicht mehr abnahm: Seitenscheitel, geblümtes Hemd, Jeans und Lederstiefeletten. Extrem nervös schlappte „Da Oimara“ auf die Bühne, hätte gerne auf den Schnaps zurückgegriffen, den ihm der Barkeeper zur Nervenstärkung angeboten hatte. „Leider war das nur ein Witz – er hatte gar keinen“, sagt Beni Hafner und begrüßte die 170 Zuschauer im KKK in der Kamin-Stub’n des Lenggrieser Arabella-Hotels mit einem wackligen „Servus“. Doch der Griff zu seiner Akustik-Gitarre verwandelte den Tegernseer bald in eine lässige Bühnensau, die er nach dem ersten Riff gut zwei Stunden lang heraushängen ließ.

„Ich bin extrem durch den Wind vor Auftritten, die klassische Versagensangst“, gibt der 27-Jährige zu, der mit teils unveröffentlichten, teils dem Live-Programm vorbehaltenen Songs und seinen schon bekannten Klassikern für gute Laune sorgte.

Zu Nervosität bestand kein Anlass für den Mann mit der Akustik-Gitarre. Da Oimara packte die Zuschauer sowohl durch seine eingängigen Melodien als auch durch seine witzigen Texte und Geschichten zwischen den Stücken. Seine Songs, die er auf unwiderstehlichem Tegernseer-Tal-Bairisch darbot, drehten sich viel um Heimat und Alltag. Zum Beispiel seinen Automechaniker Ackermann, der begeistert vom zerbeulten Jeep des Hafner Beni war („Der Karrn is hi“). Oder Hausmeister Stahlgruber Willi in verfänglichen Situationen. „Er selbst ist wahrscheinlich der einzige Mensch am Tegernsee, der nicht weiß, dass es dieses Lied gibt.“ Es ging um Liebe – zuweilen auch zu einem Kopfkissen! – Heimat, Bier und berauschende Substanzen, Haustiere, Bekannte und Freunde.

Mit „Bierle in da Sun“ und „Oa Chines“ gewinnt Hafner den Saal für sich

Er hatte das Publikum schnell auf seiner Seite und war auch andersherum sehr angetan: „Lenggries ist in meiner Achtung um fünf Stufen gestiegen“, sagt Hafner. „Die haben gut mitgemacht.“ Von Nervosität war auf der Bühne nichts mehr zu spüren.

Spätestens mit Krachern wie „Bierle in da Sun“, „Oa Chines“, oder „Lederhosn“ hatte er jeden im Saal für sich gewonnen. „Heli“ drehte sich um die Wunschträume seiner Jugend, zu Verabredungen vom Berg runterzukommen. Selbst den einen oder anderen Fehlgriff bei Text oder Saiten verzieh man ihm gerne, weil er den Fauxpas einfach sympathisch mit einbaute. Einmal spickte er auf sein Handy um zu schauen, welcher Song als nächstes an der Reihe war.

Hafner macht ohnehin viel aus dem Stegreif. Immer wieder improviserte er Lieder mit Stichwörtern von Gästen im Saal. So entstand kurzerhand ein Song über den deprimierten Jäger Max. Bei den Zugaben griff er zur E-Gitarre und sorgte für einen furiosen Abschluss.

Auf sein nächstes Album nach „Bierle in da Sun“ wird man nicht mehr lange warten müssen – und darf sich freuen auf frivole und fetzige Stücke wie „New year beer“. Lieder, immer in Rufweite zur Hafner-Alm, wo er herkommt: Geschichten, die das Leben so spielt. Immer begleitet von einem verschmitzten Grinsen. Denn wenn der Oimara, Oimi oder Hafner Beni – so steht es angeblich in seinem Pass – seine Nervosität abgelegt hat, bricht ständig der Schalk aus ihm heraus. Das macht ihm Spaß beim Spielen. Und es macht Spaß beim Zuhören.

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