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Voll auf Angriff: Michaela Wenig hat als Fünfte in Gröden Selbstvertrauen getankt und möchte sich ab heute bei der Weltmeisterschaft in Schweden gut in Szene setzen.

Skirennen

Daumen drücken für Lenggrieserin: Wenig will bei WM wieder überraschen

  • Nick Scheder
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Für die Lenggrieser Skirennläuferin Michaela Wenig ist es ihre bislang erfolgreichste Saison. Jetzt freut sie sich auf die WM in Schweden.

Lenggries – Hilde Gerg war 20, Martina Ertl-Renz 19 und Maria Höfl-Riesch sogar erst 18 Jahre alt, als sie erstmals bei einer Weltmeisterschaft an den Start gingen. Da ist Michaela Wenig mit ihren 26 Jahren fast schon eine Spätzünderin. Die Ski-Rennläuferin des SC Lenggries hat sich in ihrer bisher erfolgreichsten Saison für die WM qualifiziert und geht ab diesem Dienstag in Åre (Schweden) an den Start. „Es wird meine WM-Premiere, und entsprechend groß ist die Vorfreude auf das Großereignis“, sagt die Speed-Spezialistin.

Sie raste etwas überraschend bei der Abfahrt in Gröden kurz vor Weihnachten 2018 auf Rang fünf – ihr bestes Resultat seit ihrer Weltcup-Premiere am 30. November 2012 in Lake Louise war Platz 17 im Dezember 2017. Als Fünfte in Gröden löste die Deutsche Meisterin in Abfahrt und Super-G das Ticket für die Weltmeisterschaft, fuhr anschließend in drei Abfahrten und einem Super-G in die Punkte.

„Ich weiß, dass ich schnell unterwegs sein kann“

Ein weiteres Top-Zehn-Resultat gelang ihr jedoch nicht mehr. Das soll sich nun wieder ändern – warum nicht gleich bei der WM? „Ich weiß, dass ich schnell unterwegs sein kann, wenn alles zusammenpasst“, sagt Wenig und nimmt sich viel vor. „Ich will mich bei den Weltmeisterschaften entsprechend gut in Szene setzen.“

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Es ist nicht so, dass sie von dem Top-Fünf-Ergebnis in Gröden und der WM-Teilnahme völlig überrumpelt wäre. Sie selbst hatte vor der Saison die Teilnahme bei dem Großereignis in Schweden als Ziel ausgerufen. Mehr noch: Sie möchte in Åre nicht nur an den Start gehen, sondern möglichst in den Top-15 landen, erklärte sie im Dezember 2018 dem Tölzer Kurier.

Gelegenheit dazu hat die Lenggrieserin gleich am Dienstag, 5. Februar, im  Super-G (12.30 Uhr). Die Abfahrt, wo Wenig ihre besten Ergebnisse eingefahren hat, ist für kommenden Sonntag um 12.30 Uhr angesetzt. Für die Super-Kombination (Freitag, 11/16.15 Uhr) bestreitet Wenig eventuell sogar einen Slalom, auch wenn die kurzen Radien nicht gerade ihre Stärken sind. Über mögliche Starts bei Riesenslalom und Team-Event mit der DSV-Mannschaft wird im Laufe der Woche entschieden. Doch für die technischen Disziplinen gibt es eher andere Spezialisten beim Deutschen Skiverband. „Wir wollen uns in Åre als Mannschaft präsentieren, die Leidenschaft, Kampfgeist aber auch hohe Sympathie repräsentiert“, sagt DSV-Alpinchef Wolfgang Maier.

Genau das hat Wenig vor. Sie hat schon in den Vorsaisons gezeigt, dass sie schnell unterwegs sein kann. Brachte allerdings bei den Rennen nicht immer konstante Fahrten ins Ziel, verpasste phasenweise die Weltcup-Punkte oder landete zwischen 20 und 30. Platz fünf in Gröden habe nun auch mental etwas angestoßen. „Das war richtig cool und hat mir Selbstvertrauen gegeben.“ Das Ergebnis hat die Erwartungen von außen und ihre eigenen befriedigt. „Es war wichtig, eine gute Leistung wieder einmal in einem Rennen zu zeigen.“

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Die Strecken in Åre sind Neuland für Wenig. „Da bin ich bisher noch kein Rennen gefahren. Ich bin entsprechend gespannt, was mich dort erwartet.“ Für gute Resultate sorgen will sie aber selbst auch: „Meine Grundeinstellung ist positiv. Ich lasse mich überraschen und die Dinge in Ruhe auf mich zukommen.“ Eine Gelassenheit, die sie vielleicht den damals 18- bis 20-jährigen deutschen Stars voraushat.

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