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Tanzte den ganzen Abend über die Bühne: Der ehemalige Straßenmusiker David Blair in Lenggries.

David Blair singt im KKK

Lyrische Momente und Gute-Laune-Songs

„Ich liebe Deutschland – Deutschland ist wie Mitfahrgelegenheit, Apfelsaftschorle und Lebensversicherung“. Als David Blair am Freitagabend im Kaminstüberl des Brauneckhotels in Lenggries diese Liebeserklärung an seine neue Heimat abgab, hatte er das Publikum ohnehin schon lange auf seiner Seite. Der junge Kanadier, der vor vier Jahren Deutschland zu seiner Wahlheimat gemacht hat, ist ein wahres Energiebündel.

Lenggries - Der Stuhl, den ihm die Veranstalter des KKK aufs Podest gestellt haben, ist nur Deko. Denn Blair tanzt den ganzen Abend mit der Gitarre in der Hand über die Bühne. Vielleicht hat er diese Art, Musik zu machen, aus seiner Zeit als Straßenmusiker beibehalten. Sie ist mitreißend und macht richtig Spaß. Zwischen den Stücken führt der Wahl-Berliner sympathisch „englisch, denglisch, deutschlisch, deutsch“ durchs Programm, und das Publikum erfährt so einiges über die Entstehungsgeschichten seiner Songs, über Liebeskummer, Marathonläufe, Mitfahrgelegenheiten, Ärger über Freunde und dreimonatige Langzeitbeziehungen.

Meist ist Blairs Musik fetzig und voller Drive, doch zwischendurch nimmt er sein Publikum mit in bezaubernde lyrische Momente, in denen seine stimmliche Stärke, der leichte Übergang zwischen Brust- und Falsettstimme, besonders schön zur Geltung kommt. Doch diese besinnlichen Momente entsprechen einfach nicht Blairs Temperament. Es dauert – leider – nie lange, bis er die Spannung mit einem Grinsen oder einem kleinen Scherz auflöst und mit dem nächsten Gute-Laune-Song kontrastiert.

Eher speziell ist seine Art, die Stücke zu beenden: meist ganz plötzlich und unvermittelt. Blair lässt die Zuhörer in ein akustisches Loch plumpsen. Man wird den Eindruck nicht los, dass er an den verdutzten Gesichtern vor sich einen Heidenspaß hat. Im zweiten Teil des Abends geht er deutlich mehr auf Tuchfühlung mit dem Publikum, animiert zum Mitklatschen und Mitsingen und verlässt die Bühne für ein persönliches Geburtstagsständchen.

Vielleicht ist es der Wohnzimmeratmosphäre der Kaminstube geschuldet, dass die Zuhörer sich eher gemütlich zurücklehnen als aus sich herauszugehen. Immerhin erklatschen sie sich mehrere Zugaben. Ein beschwingter Abschied von Blair, der noch Autogrammwünsche erfüllt und CDs verkauft. Am liebsten würde er alle Besucher zum Abschied umarmen, bevor er zur wohlverdienten Apfelschorle greift. Eva Pehl

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