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Gedankenaustausch beim Waldkirchenforum (v. li.): Annette und Christof Ehrhart mit Barbara von Uthmann. 

Lenggrieser Waldkirchenforum

DHL-Kommunikations-Chef: So führe ich ein Unternehmen ethisch korrekt

Der DHL-Kommunikations-Chef Christof Ehrhart war zu Gast beim Lenggrieser Waldkirchenforum. Sein Thema: ethische Unternehmensführung.

Lenggries Bis 2050 keine Emissionen mehr. Und: Die eigenen Mitarbeiter dazu bringen, Flüchtlingen zu helfen: Ausgerechnet der Prügelknabe Deutsche Post, ist dabei, mal „kurz die Welt zu retten“. Jedenfalls klang das so nach den Ausführungen von Prof. Christof Ehrhart, Leiter der Unternehmenskommunikation der Deutsche Post DHL Group. Der gebürtige Saarländer lebt mit seiner Familie seit 2013 in Lenggries. Seine Frau Annette ist dort seit 2016 bekannt als Ehrenamtskoordinatorin des Helferkreises Asyl. Im Waldkirchenforum der evangelischen Kirche sprach Ehrhart über ethische Unternehmensführung in Zeiten der Globalisierung.

Ehrharts Werdegang erklärt seine Grenzen sprengenden Gedankengänge. Seit 2013 ist der Sozialwissenschaftler Honorarprofessor für Internationale Unternehmenskommunikation der Universität Leipzig. Seit 2016 nimmt er als Dozent am Weltwirtschaftsforum teil, wo er vor Kurzem die Notwendigkeit darlegte, jungen Flüchtlingen Bildungschancen anzubieten. Bevor er 2009 zur Deutsche Post DHL Group wechselte, war er unter anderem bei EADS Leiter der Unternehmenskommunikation und arbeitete bei Bertelsmann.

Der DHL-Kommunikationschef wohnt in Lenggries

An der Projektionswand vor dem Altar wechselten sich viele Darstellungen des weltweiten Unternehmens DHL ab. Die Fülle war groß. Aber neben dem täglichen Geschäft will der Konzern mit Nachhaltigkeitsprogrammen wie „Go Teach“ (Hingehen und Unterrichten) Bildungs- und Berufschancen in Entwicklungsländern verbessern. Partner dabei sind SOS-Kinderdörfer und das Netzwerk „Teach For All“. Das DRT-Programm bildet Koordinatoren für Katastrophengebiete aus. „Diese Mitarbeiter helfen, Hilfsgüter zu koordinieren oder Medikamente sicher zu lagern“, verdeutlichte Ehrhart. Laut Internetauftritt gab es bisher 39 Einsätze der DRT in 21 Ländern (Disaster Response Teams, auf Deutsch: Katstropheneinsatzteams).

Direkt auf Lenggries kam Ehrhart dabei nicht zu sprechen. Aber die Erfahrung mit heimatlosen Flüchtlingen, die plötzlich am Lenggrieser Bahnhof strandeten, beeinflussten seine Gedankengänge. „Meine Frau sagte 2015 zu mir, ihr müsst doch etwas tun“, berichtete Ehrhart, „DHL agiert weltweit, ihr koordiniert und ordnet.“ Und so verließ der Unternehmensmanager den Lenggrieser Küchentisch und stellte der Konzernspitze in Bonn ein Konzept vor: Die eigenen Mitarbeiter zum Engagement bringen. „Wir sollten nicht als Unternehmen von oben etwas aufsetzen, sondern Hilfe vor Ort unterstützen“, so der gebürtige Saarländer. Der Konzern stellte unter anderem eine Million Euro zur Verfügung, die in finanzielle Beträge von maximal 5000 Euro gestückelt wurde. Eine derartige Summe kam beispielsweise DHL-Mitarbeitern in Freising zugute, die einen Helferkreis für Flüchtlinge gründeten. „Das Geld wurde an größeren Standorten ausgegeben“, präzisierte Ehrhart.

Viele Fragen von 60 Zuhörern - auch zum Thema Asyl

Seine Frau bekam für den Lenggrieser Helferkreis übrigens nichts. „Ich arbeite ja nicht für das Unternehmen“, hat sie dafür Verständnis. Zudem stellte DHL Lagerflächen zur Verfügung wie in Bonn. „Diese Einrichtung für Sachspenden existiert noch und ist inzwischen Anlaufstelle für einheimische Hilfsbedürftige“, erklärte Ehrhart.

Die rund 60 Zuhörer in der Waldkirche stellten zahlreiche Fragen. Eine beantwortete Ehrhart so: Er würde sich wünschen, dass auch Asylbewerber, deren Status noch nicht geklärt sei, arbeiten dürften. „Allein aus unserer Bevölkerung heraus können wir die notwendigen Arbeitskräfte nicht gewinnen“, so Ehrhart.

Großes Interesse zeigten die Zuhörer am Thema emissionsfreie Post. Der Manager nannte als Utopie ein CO2-freies Flugzeug. Das machbare Ziel sei aber, den Warenaustausch so zu gestalten, dass die Ressourcen weniger belastet werden.

Birgit Botzenhart

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