Tragödie am Karlsfelder See: 24-Jähriger schwimmt zurück - und stirbt

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In Feierlaune: Die Mitglieder des Vereins „Nur a bisserl Zeit“ mit der Vorsitzenden Birgitta Opitz (li.). 

Dieser Lenggrieser Verein verschenkt das kostbarste Geschenk: Zeit

Lenggrieser - Der Lenggrieser Verein „Nur a bisserl Zeit“ erinnert an die Anfänge der segensreichen Initiative vor zehn Jahren.

„Zu den wertvollsten aller Gaben zählt, sich Zeit zu nehmen und zu haben, und zum Kostbarsten seit Menschengedenken, jemand diese Zeit zu schenken.“ Dieser Spruch von Oskar Stock war der Leitsatz, als vor zehn Jahren in Lenggries nach einer Idee von Birgitta Opitz die Initiative „Nur a bisserl Zeit“ gegründet wurde. Inzwischen ist daraus längst ein eingetragener Verein geworden.

Bei der jetzt im örtlichen Pfarrheim abgehaltenen Hauptversammlung blickte man zurück auf die Anfänge der sozialen Organisation und die „aus der Pflanze entsprossenen Zweige“, wie Vorsitzende Opitz die Ausweitung der Einsatzgebiete nennt. „Probier’s doch einfach“, habe Bürgermeister Werner Weindl sie ermuntert, als sie damals das Engagement für die Senioren der Gemeinde stärker auf deren Bedürfnisse ausrichten wollte, schilderte die Vorsitzende.

Denn da gab es zuvor bereits den Förderverein Seniorentreff, ebenfalls von Opitz ins Leben gerufen. Doch die Erfahrung habe gezeigt, dass diese Treffen allein nicht ausreichten, um älteren Menschen in schwierigen Lebenssituationen beistehen zu können. Also startete 2006 die Initiative „Nur a bisserl Zeit“ mit sieben ehrenamtlichen Mitstreitern. Neben der Unterstützung finanziell bedürftiger Mitbürger umfasste das Angebot dann Einkaufshilfen, Begleitung bei Arztterminen, Fahrdienste, aber auch gemeinsame Spaziergänge und „miteinander reden und spielen“. Zu einem absoluten „Renner“ entwickelte sich das Seniorenfrühstück, das anfangs einmal im Monat abgehalten wurde und aufgrund der großen Nachfrage seit dem Frühjahr 2009 zweimal pro Monat stattfindet. Die stellvertretende Vorsitzende Regina Weindl konnte in der Versammlung dazu eine stolze Bilanz präsentieren: Allein seit der 2011 vollzogenen Umwandlung der Initiative in einen Verein konnten bei 87 Seniorenfrühstücken 3827 Personen kostenlos bewirtet werden. Unentbehrliche Mitarbeiter seien dabei die Teams der Schülerübungsfirmen der Lenggrieser Hauptschule, betonte Opitz.

Guten Zulauf verzeichnet ebenso der jeweils im Frühjahr und Herbst durchgeführte Kleiderbasar, der dank vieler Spender stets mit gut erhaltener Damen- und Herrenbekleidung bestückt ist und in Verbindung mit Kaffee und Kuchen auch der Geselligkeit dient.

Und nicht zuletzt zu einer wichtigen Einrichtung geworden ist die seit 2008 agierende örtliche Tafel, deren finanzielle Vewaltung zwar beim BRK liegt, die aber von „Nur a bisserl Zeit“ organisiert wird. Möglich sei dieses vielseitige Engagement zum einen nur durch den Einsatz vieler freiwilliger Mithelfer, deren Anzahl mittlerweile auf 70 angestiegen ist, stellte Opitz in ihren Dankesworten fest. Voraussetzung für manche der angebotenen Leistungen sei aber auch eine gewisse finanzielle Ausstattung der Vereinskasse – und die wird zu einem kleineren Teil gefüllt mit den Einnahmen aus den Kleiderbasaren, zum größten Teil aber mit Spenden von Vereinen, Geschäften und Privatleuten. „Die Spendenbereitschaft ist groß“, resümierte Opitz und wünschte sich, „dass mit dieser gemeinsamen Kraft, mit Ideen, Ausdauer und Leidenschaft“ das begonnene Werk weitergeführt werden könne.

Die Kontakte zu den älteren Menschen seien überwiegend durch die Geburtstagsbesuche, die Opitz als Seniorenreferentin der Gemeinde macht, und dann bei den Frühstücken entstanden. „Von selbst meldet sich selten jemand.“

Dass man den Aufbau ähnlicher Hilfsmodelle in einigen anderen Orten mit Rat unterstützen konnte, darüber freue man sich. Demnächst wird Opitz das Vereinskonzept im Garmischer Raum vorstellen.Rosi Bauer

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