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Scheuer Stubentiger: Eine herrenlose Katze im Tierheim.

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Mehr Geld für Hund und Katz’

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Lenggries – Mehr Geld für die Fundtierbetreuung: Lenggries erhöht den Zuschuss, aber nicht ohne Kritik am Tölzer Tierschutzverein.

Einige Gemeinden haben es schon getan, am Montag hat sich auch Lenggries angeschlossen: Künftig werden 25 Cent pro Einwohner und Jahr für die Fundtierbetreuung ans Tölzer Tierheim bezahlt. Der Beschluss im Hauptausschuss fiel nicht ohne einige kritische Worte in Richtung Tölzer Tierschutzverein.

Auf die Pauschale von 25 Cent je Einwohner hatten sich die Bürgermeister im Landkreis wie berichtet nach einer Dienstbesprechung geeinigt. Mittlerweile gibt es dazu auch eine Mustervereinbarung des Bayerischen Gemeindetags. Die Resonanz der beiden Tierschutzvereine, die in Bad Tölz und Gelting Tierheime unterhalten, fiel eher verhalten aus. Sie hatten auf eine Pauschale von einem Euro gehofft.

Generell ist die Gemeinde „als Fundbehörde für die Entgegennahme und Unterbringung von Fundtieren zuständig“, erklärte Heidi Kiefersauer, Geschäftsleitende Beamtin, am Montag in der Lenggrieser Hauptausschusssitzung. Da sie kein eigenes Tierheim betreibt, übernimmt diese Aufgabe der Tölzer Verein für sie – gegen entsprechende Bezahlung. „Die Gemeinde arbeitet seit Jahren mit dem Tölzer Heim zusammen“, so Kiefersauer. Um eine aufwändige und zeitintensive Einzelabrechnung pro Tier zu vermeiden, gab es ab 2002 die Vereinbarung, dass Lenggries pauschal 2000 Euro pro Jahr an den Verein überweist. „Diese Vereinbarung wurde vom Verein 2010 gekündigt.“

Die Einzelabrechungen, die danach folgten, „waren aus unserer Sicht logisch aber nicht nachvollziehbar“, sagte die Geschäftsleitende Beamtin. Bezahlt wurden in den beiden Folgejahren einmal gut 1800 Euro beziehungsweise 937 Euro. „Die Forderungen des Tierschutzvereins waren um ein Vielfaches höher.“ Trotz mehrfacher Nachfragen habe der Verein aber keinerlei Nachweise für seine Forderungen vorlegen können. „Wir haben mehrfach versucht, ins Gespräch zu kommen“, sagte Kiefersauer. Das bestätigte Bürgermeister Werner Weindl. „Auch die Stadt Bad Tölz versucht seit 2010, Gespräche zu führen“ – erfolglos. „Es ist eine schwierige Situation. Wir sind bisher immer gegen eine Wand gelaufen“, sagte Weindl. „Wir wissen auch nicht, ob der Tierschutzverein der Vereinbarung des Gemeindetags jetzt zustimmt.“

Um wie viele Fundtiere es sich pro Jahr denn handeln würde, wollte Veronika Holzner (CSU) wissen. Das variiere, antwortete Helmut Potstada vom Ordnungsamt. „Es sind zwischen drei und zehn pro Jahr.“

Der Ausschuss aber stimmte der Vereinbarung schließlich zu. Rund 2500 Euro würden so heuer an den Verein fließen.

Weitere 500 Euro bezahlt die Gemeinde an die Isarwinkler Tierfreunde. „Seitdem die Vereinbarung mit dem Tierheim gekündigt wurde, unterstützen uns die Tierfreunde sehr bei der Vermittlung von Tieren“, erläuterte Potstada. So sei es in einigen Fällen gelungen, eine Heimunterbringung zu vermeiden, „weil wir relativ schnell einen guten Platz gefunden haben“.

Florian Forstner (FW) war etwas skeptisch. Er habe auf der Homepage gelesen, dass die Tierfreunde auch Hunde aus Spanien retten und ähnliches. „Das geht mir als Betätigungsfeld schon ein wenig weit“, merkte Forstner an. „Aber sie haben uns bislang wirklich unwahrscheinlich geholfen“, bekräftigte Weindl. Auch diesen 500 Euro stimmte der Ausschuss schließlich einmütig zu.

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