Viviane Puhl in ihrem Eisprinzessinen-Kostüm vor verschneiter Kulisse.
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Die Eisprinzessin ist eine von fünf Rollen, in die Viviane Puhl aktuell schlüpft. Weitere sollen folgen.

Schon als Kind war sie ein großer Disney-Fan

Von Beruf Prinzessin: Lenggrieserin erfüllt als Märchenfigur Mädchenträume

  • Silke Scheder
    vonSilke Scheder
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Viviane Puhl aus Lenggries arbeitet als Prinzessin. Für Kindergeburtstage schlüpft sie in Märchenfiguren. Auf ihrem Programm steht nicht nur Maniküre mit Feenstaub.

  • Viviane Puhl besucht als Prinzessin verkleidet Kindergeburtstage oder Hochzeiten.
  • Bis zu einer Stunde dauert ihre Verwandlung zur Prinzessin.
  • Ihre Lieblingskönigstochter ist Belle aus „Die Schöne und das Biest“.

Lenggries – Einmal im Leben eine Prinzessin sein. Diesen Traum hegen wahrscheinlich viele Angehörige des weiblichen Geschlechts. Viviane Puhl aus Lenggries hat ihn sich erfüllt. Und nicht nur das: Je nach Auftragslage verwandelt sich die junge Frau regelmäßig in eine Königstochter. Als „Prinzessin zu Gast“ besucht sie gegen Bezahlung Geburtstagsfeiern, Hochzeiten oder andere Veranstaltungen – und scheint damit den Nerv der Zeit getroffen zu haben.

Ein Leben als Disney-Prinzessin: Lenggrieserin verwandelt sich auf Kindergeburtstagen in Märchenfiguren

„Es läuft richtig gut“, freut sich Viviane Puhl. Anfang Oktober hat sie ihr Gewerbe angemeldet. In den ersten zehn Tagen kamen sechs Anfragen rein. Wegen der Corona-Kontaktverbote sind inzwischen persönliche Video-Botschaften an das Geburtstagskind oder Live-Chats mit der Lieblingsprinzessin besonders gefragt.

Demnächst wird die 25-Jährige sogar der einzige Gast auf einer Geburtstagsfeier sein: Wegen der Pandemie darf ein Mädchen nicht wie geplant eine Party mit ihren Freundinnen feiern. Zum Trost kommt Viviane Puhl.

Von Beruf Prinzessin: Auf dem Programm stehen Maniküre mit Feen-Staub und royale Umgangsformen

Je nach Buchungsumfang stehen unter anderem eine Maniküre mit Feen-Staub, eine Lernstunde über royale Umgangsformen, eine magische Bastelstunde oder eine Fotozeit mit der Lieblingsprinzessin auf dem Programm. Auch als Schnuller- oder Zahnfee kann man die Lenggrieserin buchen. Die Kosten belaufen sich auf 65 bis 235 Euro.

Privat setzt Viviane Puhl eher auf wenig bis gar kein Make-up. Sie lebt mit ihrer Familie in Lenggries.

Die Idee für ihr Gewerbe kamen Viviane Puhl und ihrem Mann Dirk vor ein paar Monaten. „Meine Tochter wünschte sich einen pinken Bagger“, sagt Viviane Puhl. „Ich meinte zu ihr, dass sie den von der Schnullerfee bekommt, wenn sie dafür all ihre Didis der Fee schenkt.“ Gesagt, getan.

„Und zack kam die Idee, wie cool es wäre, wenn die Schnullerfee wirklich kommen würde und persönlich die Schnuller abholt.“ Kurz danach feierte die Kleine eine große Prinzessinnen- Geburtstagsparty. „Und dann kam mir wieder der Gedanke, dass es doch toll wäre, seine Lieblingsprinzessin als Gast zu haben.“

Belle aus „Die Schöne und das Biest“ ist ihre Lieblingskönigstochter

Die Lieblingskönigstochter von Viviane Puhl heißt „Belle“ aus „Die Schöne und das Biest“. Seit ihrer Kindheit liebt die Wahl-Lenggrieserin die Disney-Filme – auch, weil ihr Vater als Cutmaster viele der Streifen schnitt und seiner Tochter auf Video mitbrachte. „Die liefen rauf und runter“, sagt die junge Frau und lacht. Die Disney-Figuren darf Viviane Puhl allerdings nur nachahmen und keine lizenzierten Kostüme tragen. „Disney hat es mir ganz nett so erklärt, dass nur Disney den direkten Kontakt zu Elsa, Belle und Co. hat.“

Lenggrieserin liebt seit ihrer Kindheit Disney-Filme

45 bis 60 Minuten dauert es, bis aus der zweifachen Mama in Elternzeit eine Prinzessin wird. „Das Schminken und Aufsetzen der Perücke ist am aufwendigsten“, verrät Viviane Puhl. Make-up-Tipps holte sie sich aus dem Internet. Denn: „Eigentlich bin ich gar kein Typ, der sich wirklich schminkt.“ Anfangs staunte ihre dreijährige Tochter nicht schlecht, als sich die Mama in eine Eis- oder Meeresprinzessin verwandelte.

„Sie hat mich total verdutzt angeschaut und nur noch Elsa oder Schnullerfee genannt“, sagt Viviane Puhl und lacht. (Anmerkung der Redaktion: Elsa ist der Name der Hauptfigur in Disneys „Die Eiskönigin“.) Der einjährige Sohn der Lenggrieserin lässt sich von Kleidern, Perücke und Make-up nicht täuschen. „Er erkennt mich immer.“

In etwa einer Stunde verwandelt sie sich in Eiskönigin Elsa

Vor ihrer Zeit als Berufsprinzessin arbeitete Viviane Puhl als Abteilungsleiterin bei der Firma „Persona service“ in Geretsried. Schon jetzt sucht sie nach einer weiteren Prinzessin – falls sie nach der Elternzeit beruflich bedingt einmal nicht all’ ihren royalen Pflichten nachkommen kann. Eventuell braucht Viviane Puhl irgendwann auch einen jungen Mann, der auf Buben-Partys gehen würde. „Helden zu Gast“ würde dieses Geschäftsmodell heißen.

Zunächst aber will Viviane Puhl mit der Unterstützung ihres Mannes die ursprüngliche Idee etablieren. Und eine Prinzessin, betont Viviane Puhl, kommt auch gerne zu Buben-Partys.

Die genauen Pläne sind zwar noch ungewiss: Aber in das ehemalige Jagdschloss in Hinterriß könnte bald wieder Leben einziehen. Anscheinend hat das Schloss einen neuen Besitzer. Der Lenggrieser Unternehmer Max Weiss (20) hat hingegen einen Luxus-Schlitten von Mesut Özil erworben. Das nötige Kleingeld dafür sitzt bei ihm locker.

(Von Silke Scheder)

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