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Die Variante 3a sieht die Überleitung des überschüssigen Wassers aus Reiter- und Halsbach in den Weiherbach und weiter in die Isar vor. Auf diese Weise kommt weniger Wasser im Dorfbach an. Vorgestellt wird die Planung am 2. Mai.

Hochwasserschutz

Dorfbach: Informationen für die Bürger

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Seit rund 40 Jahren wird geplant, doch so konkret waren die Überlegungen noch nie: Am kommenden Dienstag, 2. Mai, stellt das Wasserwirtschaftsamt Weilheim in Lenggries die angedachten Hochwasserschutzmaßnahmen für Dorf-, Hals- und Reiterbach vor.

Lenggries– Markus Brandtner, Projektleiter am Wasserwirtschaftsamt, befasst sich bereits seit geraumer Zeit mit dem Dorfbach, der sich durch den Lenggrieser Ortskern schlängelt. Das letzte größere Hochwasser liegt zwar schon Jahrzehnte zurück, aber beim Pfingsthochwasser 1999 trat er an manchen Stellen über die Ufer, bei der Augustflut 2005 war es knapp davor. Das Wasser des Dorfbachs könnte durchaus einigen Schaden anrichten, schließlich fließt er durch dicht bebautes Gebiet.

Zeitweise wurde ein Ausbau des Bachs beziehungsweise eine Tieferlegung der Sohle überlegt. Allerdings zeigte sich später, dass das einfach nicht möglich ist, weil verschiedene Versorgungsleitungen unter der Bachsohle liegen.

Bleibt also nur die Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass im Fall des Falles weniger Wasser aus den Zuflüssen im Dorfbach ankommt. Auch dafür gab es in der Vergangenheit bereits mehrere Varianten. Die wohl aufwändigste sah vor, Wasser aus Hals- und Reiterbach in einem neuen Gerinne durch einen Stollen unter dem Kalvarienberg in Richtung Isar zu führen. „Die Planung war 1976 relativ weit gediehen“, sagt Brandtner. Planungen gab es tatsächlich einige in den vergangenen 40 Jahren. Aber mit Blick auf die Kosten „ist es dann immer wieder im Sande verlaufen. Aber es war stets am Köcheln.“

Die aktuelle Planung soll nicht in der Schublade verschwinden. Favorisiert wird derzeit die Variante 3a: Diese sieht vor, überschüssiges Wasser aus Reiter- und Halsbach in den Weiherbach überzuleiten und dann über eine Rohrleitung an die Isar abzugeben. Diese Planung werden die Ingenieurbüros am Dienstag den Anliegern, aber auch allen Interessierten präsentieren. Zwei der drei Büros sind in Lenggries übrigens wohlbekannt, schließlich sind sie derzeit am Lahnerbach-Ausbau beteiligt.

„Es geht darum, den Bürgern einmal zu zeigen, wo wir stehen“, sagt Brandtner. Auch die Mitwirkung der Lenggrieser ist durchaus erwünscht. „Es gibt einen kleinen Bereich am Weiherbach, der noch nicht überplant ist, weil hier die Anwohner mitreden sollen, wie er gestaltet werden soll“, sagt Brandtner.

Der Weiherbach ist übrigens auch in anderer Hinsicht eine Herausforderung. Im Zuge der Untersuchungen wurde dort ein Steinkrebsvorkommen entdeckt. Das sei eines von zwei bekannten im Alpenbereich, sagt Brandtner. Darauf müsse man bei einem Ausbau natürlich Rücksicht nehmen.

Das Interesse an der Informationsveranstaltung dürfte durchaus groß sein, denn von den Planungen sind rund 60 Grundeigentümer betroffen. In deren Flächen würde unter anderem die große Rohrleitung Richtung Isar liegen.

Die Infoveranstaltung zum geplanten Hochwasserschutz beginnt am Dienstag, 2. Mai, um 19 Uhr im Alpenfestsaal. Es geht um den aktuellen Stand, einen historischen Rückblick, die bestehenden Verhältnisse, das derzeitige Hochwasserrisiko, die favorisierte Variante und den weiteren Projektverlauf. Eingeladen sind alle Interessierten, vor allem aber die Anwohner an Hals-, Reiter-, Dorf- und Weiherbach.

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