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Auf ein großes Luftbild konnten Bürger ihre Vorschläge aufkleben. Darunter waren Wünsche nach einem Biergarten oder einer Saunalandschaft.

Ortsentwicklung

Dorfplatz bis Isarbrücke: Ideen für Lenggries

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Lenggries - Wie soll das Lenggries von morgen aussehen? Welche Bereiche müssen weiterentwickelt werden? Wo gibt es Defizite, wo Stärken? Mit Fragen wie diesen befasst sich das Planerteam, das momentan ein neues Ortsentwicklungskonzept erstellt. In das sollen auch alle Bürger Ideen einbringen. Möglich war das zum ersten Mal am Dienstagabend im Alpenfestsaal.

Die Gemeinde ist seit über 20 Jahren im Städtebauförderprogramm. Zahlreiche Projekte konnten durch diese Co-Finanzierung verwirklicht werden. Dazu zählen die Umgestaltung des Bahnhofsplatzes, die Umwandlung der Post in die Gemeindebücherei, der Umbau der alten Sparkasse zu Gäste-Info, Archiv und Museum, aber auch die barrierefreie Gestaltung des Alpenfestsaals. Um auch in Zukunft im Förderprogramm zu bleiben, „müssen wir ein neues Konzept entwickeln“, erklärte Bürgermeister Werner Weindl im gut gefüllten Alpenfestsaal.

Neu ist dabei der integrierte Ansatz der Städtebauförderung. Das heißt, es geht nicht mehr allein um die Gestaltung von Plätzen oder um die Sanierung von Gebäuden, sondern auch um das Einbeziehen anderer Bereiche wie Verkehr, Nahversorgung oder Landschaft und Freiraumgestaltung. Daher ist mit dem Erstellen des Konzepts ein ganzes Planerteam betraut. Der Gemeinderat hat sich bereits in einer eintägigen Klausur mit dem Thema beschäftigt. Es gab aber auch schon einen Workshop mit Vertretern aus der Wirtschaft.

Alle beteiligten Planer gingen am Dienstag auf die Stärken der Gemeinde ein, zeigten aber auch Handlungsfelder auf. Bei allen steht die Marktstraße auf der Agenda. „Hier und am Kirchplatz muss ganz dringend was gemacht werden“, sagte Susanne Rentsch vom Büro Plankreis. „Der Kirchplatz ist eher ein Kriegerdenkmal mit Parkplatz“, ergänzte Landschaftsarchitekt Michael Voit vom Büro WGF. Hier sollte ein echter Dorfmittelpunkt geschaffen werden.

Verkehrsplaner Christian Fahnberg vom Büro „Ingevost“ könnte sich Tempo 20 in der Marktstraße vorstellen und Tempo 30 im engeren Umfeld, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Parkplätze in der Ortsmitte seien eigentlich ausreichend vorhanden. Zugunsten einer schöneren Gestaltung könnte man vielleicht an der einen oder anderen Stelle auf Stellflächen verzichten und dafür andere Parkbereiche ausbauen. „Der Parkplatz am Tengelmann hat großes Potenzial für einen Ausbau – eventuell auch zweigeschossig“, sagte Rentsch.

Führte im gut besuchten Alpenfestsaal durchs Programm: Rafael Stegen vom Büro „Salm & Stegen“.

Die Einzelhandelssituation in Lenggries sei eigentlich recht gut, betonte Volker Salm vom Büro „Salm & Stegen“. Mit ausschlaggebend dafür ist die Haltung der Gemeinde, keine großen Märkte auf der grünen Wiese zuzulassen. Auch der Branchenmix sei gut. „Man kann hier nicht nur Klimmbimm für Touristen kaufen. Es gibt viele Fachgeschäfte, die von Einheimischen gerne genutzt werden.“ Nachdenken könnte man über die Etablierung eines Wochenmarkts. „Das passt gut zu einem Tourismusort.“ Aus den Reihen der Unternehmer selbst seien zudem noch Vorschläge wie einheitliche Öffnungszeiten oder Verkehrsberuhigung gekommen.

Ein weiterer Punkt, bei denen die Planer Verbesserungspotenzial sehen, ist der Ausbau der Panoramawege entlang der Hangkanten. Hier sollte beispielsweise eine durchgehende Verbindung von Jugendherberge bis Kalvarienberg geschaffen werden, so Voit.

Auch die Zugänge zur Isar sind verbesserungswürdig, genauso wie die Anzahl der Übergänge. Auf Höhe der neu geschaffenen Unterführung unter der B13 beim Baggerweiher könnte man beispielsweise über einen Fußgängersteg nachdenken – genauso wie auf Höhe des Volksfestplatzes. „So könnte man einen Rundweg für Fußgänger abseits des Verkehrs schaffen“, sagte Voit. Zugleich würde das die durch die Isar getrennten Ortsteile miteinander verbinden. Weitere Ideen waren die Umgestaltung der Bahnhofstraße zur attraktiven Einkaufsstraße und die Aufwertung des Kurgartens mit Kräuterbeeten oder Wasserbecken.

Die Bürger brachten nach den Vorträgen zahlreiche Vorschläge mit ein. Auf Klebezetteln wurden sie direkt auf ein großes Luftbild geklebt. Hier wurde der Wunsch nach einem Biergarten genauso laut wie der nach einem großen Vier-Sterne-Hotel und einer Saunalandschaft an der Isarwelle. Ein Bürger wünschte sich Themenpfade durch Lenggries, die sich beispielsweise mit der Historie auseinandersetzen, ein anderer eine Einbahnstraßenregelung in der Marktstraße.

Vieles davon wird jetzt in den Entwurf für das Entwicklungskonzept des Tourismusortes einfließen. Sobald der Entwurf vorliegt, wird der Gemeinderat darüber öffentlich diskutieren.

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