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Erst mit Hilfe eines Autokrans gelang es den Rettungskräften, das Räumfahrzeug soweit aus dem Wasser zu heben, dass Taucher den eingeklemmten Fahrer befreien konnten.

Dramatischer Rettungseinsatz bleibt erfolglos

Mitarbeiter der Straßenmeisterei Bad Tölz verunglückt tödlich

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Über zwei Stunden lang hatten die Rettungskräfte um das Leben eines Mitarbeiters der Straßenmeisterei Bad Tölz gekämpft, der am Freitagmorgen in seinem Räumfahrzeug nahe des Sylvensteinsees verunglückt war. Vergeblich.  

Lenggries -Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Bad Tölz stehen unter Schock. Einer ihren Kollegen ist am Freitagmorgen nahe des Sylvensteinsees im Lenggrieser Ortsteil Fall tödlich verunglückt, als er die Fahrbahn in Richtung Vorderriss räumte. Der 48-Jährige aus dem Gemeindebereich Lenggries  war aus bislang ungeklärter Ursache in seinem Räumfahrzeug von der Lawinenumfahrung  nahe  der Bundesstraße 307 abgekommen und seitwärts in einen aufgestauten Wasserzulauf der Isar gestürzt. Kollegen hatten ihn entdeckt und um 9.41 Uhr einen Notruf abgesetzt. 

Rund 15 Minuten unter Wasser

Als die Rettungskräfte am Unglücksort eintrafen, fanden sie den Mann eingeklemmt im Führerhaus vor. „Er befand sich seit zirka einer Viertelstunde unter Wasser“, sagt der leitende Notarzt im Landkreis, Dr. Udo Bonjean. „Trotzdem haben wir alles Erdenkliche versucht, um sein Leben zu retten.“ Bonjeans Hoffnung: Durch die Unterkühlung, hervorgerufen durch das eiskalte Wasser, könnte der Mann eine Überlebenschance haben. „Bei der Hypothermie werden alle Stoffwechselprozesse im Körper in den Keller gefahren“, erklärt der Mediziner. Die Kälte schütze also quasi die Zellen. „Das wollten wir uns zunutze machen.“

Ein Großaufgebot an Einsatzkräften vom BRK, den Feuerwehren Fall, Lenggries und Bad Tölz, den Wasserwachten Bad Tölz, Lenggries und Mittenwald sowie der Bergwacht Lenggries kämpften zusammen mit vier Notärzten über zwei Stunden lang um das Leben des 48-Jährigen. Abwechselnd stiegen die Rettungskräfte in den gut eineinhalb Meter tiefen Tümpel und hielten den Kopf des Mannes über Wasser und intubierten ihn. „Wir haben über 30 Sauerstoff-Flaschen verbraucht“, sagt Dr. Bonjean.

Tödlicher Unfall: Mann (48) stirbt bei Vorderriß 

Zeitgleich versuchten die Rettungskräfte zunächst, das Räumfahrzeug mit einem Traktor aus dem Wasser zu ziehen.  Wären die Stahlseile gerissen, wäre das für die Einsatzkräfte sehr gefährlich gewesen. „Aber es ging um ein Menschenleben, da versucht man alles“, sagt  Stefan Kießkalt, Pressesprecher der Kreisbrandinspektion. Geklappt hat es leider nicht. 

Polizei eskortiert Autokran zum Unglücksort

Von der Polizei eskortiert, wurde ein Autokran zu dem schwer zugänglichen Einsatzort gebracht. Mit dessen Hilfe konnte das Räumfahrzeug so weit angehoben werden, dass zwei Taucher die Windschutzscheibe zerschlagen und den Verunglückten aus dem Führerhaus ziehen konnten.  „Er war noch am Leben, hatte aber nur minimalste Vitalfunktionen“, schildert Dr. Bonjean.

Der Rettungshubschrauber Christoph Murnau brachte den Mann in eine Spezialklinik nach Innsbruck. Dort starb er am Freitagnachmittag an den Folgen des Unfalls. Um die Kollegen des verstorbenen Fahrers und um seine Angehörigen kümmerte sich das Kriseninterventionsteam. 

„Für die Kollegen der Straßenmeisterei ist das eine sehr schwierige Situation“, betonte Landrat Josef Niedermaier - von den Angehörigen ganz zu schweigen. Es handle sich um eine eingeschworene Gemeinschaft. Ohne Rücksicht auf das eigene Wohl waren die Männer ins das eiskalte Wasser gesprungen, um dem Mann zu helfen, sagte Niedermaier, selbst sichtlich mitgenommen. Er sagte den Trauernden jede erdenkliche Unterstützung zu. So traurig es ist: Die Arbeit der Straßenmeisterei müsse angesichts der aktuellen Wetterlage allerdings weitergehen.

Bundesstraße 307 gesperrt

Die Bergung des Räumfahrzeugs gestaltete sich schwierig, die Straße blieb im Bereich des Unfallorts zunächst gesperrt.

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