Auf der Lenggrieser Hütte am Seekar ist die Saison laut Wirtin Michaela Durach „ganz gut gelaufen“.
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Auf der Lenggrieser Hütte am Seekar ist die Saison laut Wirtin Michaela Durach „ganz gut gelaufen“.

Umfrage auf dem Berg

Durchwachsene Saison für Hüttenwirte: Kampf mit Corona-Regeln und Dauerregen

  • Patrick Staar
    VonPatrick Staar
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Hüttenwirte haben es momentan nicht so ganz einfach. Im vergangenen Jahr war wegen Corona monatelang an einen Normalbetrieb nicht zu denken. In diesem Jahr blieben in vielen Hütten wegen des Dauerregens die Gäste aus.

Bad Tölz-Wolfratshausen - „Die Saisonbilanz ist durchwachsen“, sagt Thomas Jauernig von der Tutzinger Hütte. „Jetzt können wir nur noch auf einen schönen Restherbst hoffen.“ Gerade der Juli und August seien regnerisch und gewittrig gewesen, sagt Jauernig – und dies hatte Konsequenzen. „An einem Sonntag mitten in den Sommerferien sind wir mit drei Übernachtungsgästen dagesessen. Da hätten wir Einzelbetreuung machen können.“ An einem Samstag verzeichnete Jauernig wetterbedingt binnen kürzester Zeit 60 Stornierungen: „An solch einem Tag ist es natürlich superschwierig, Vorräte und Personal zu kalkulieren.“

Gerade zum Saisonbeginn war das Vermitteln der Regeln nicht einfach

Am Saisonanfang sei es nicht einfach gewesen, alle Corona-Regeln einzuhalten, seit dem Herbst laufe der Betrieb einigermaßen. Manche Tagesgäste hätten bei ihrer Wanderung allerdings kein Testergebnis dabei: „Es ist nicht gerade gastfreundlich, wenn man die Leute bei acht Grad draußen sitzen lassen muss.“

An der Hütte unterhalb der Benediktenwand verändert sich einiges. So wurden eine neue Schaukel aufgestellt, neue Böden verlegt und Ausbesserungsarbeiten erledigt. Zudem wurde in der Küche eine neue Grillplatte eingebaut, und bereits am Saisonanfang wurden die Matratzen ausgetauscht. Um alles erledigen zu können, waren diverse Hubschrauberflüge notwendig. Im nächsten Jahr wird vermutlich eine Fotovoltaikanlage installiert, die die Tutzinger Hütte mit Sonnenstrom versorgen soll.

Seit in Tirol und Bayern dieselben Regeln gelten, ist es besser

Durchwachsen fällt auch die Saisonbilanz der Binsalm-Wirtsleute in der Eng aus: „Übernachtungen gut, Tagesausflügler naja“, sagt Michaela Larcher. „Der Betrieb war den ganzen Sommer über sehr schwierig.“ Anfangs hätten die Corona-Regelungen den Betrieb erschwert. „Den Übernachtungsgästen war es das wert, aber Tagesgäste wollten sich für einen Tagesausflug nach Österreich bei der Ein- und Ausreise nicht extra zweimal testen lassen. Die sind dann lieber in Deutschland geblieben.“ Immer wieder habe sie Gäste wegschicken müssen, weil sie keine Schnelltest-Ergebnisse vorweisen konnten. „Da blutet einem das Herz – aber hilft ja nix“, sagt Larcher. Seit in Tirol und Bayern die gleichen Regeln gelten, sei das Problem nicht mehr so groß. Insgesamt dürfe sie trotzdem nicht jammern. Larcher hofft nun auf einen schönen Herbst, „denn September und Oktober sind in der Eng die Hauptsaison“.

Auf der Tölzer Hütte waren Juli und August eher bescheiden

Ähnlich wie bei seinen Kollegen fällt die Bilanz der neuen Wirtsleute auf der Tölzer Hütte am Schafreiter aus: „Der Juli und August waren eher bescheiden“, sagt Alexander Schrempf. Der September laufe jedoch gut, „daher will ich mich nicht beschweren“. Größere Probleme mit der 3G-Regel gebe es nicht: „Die Leute wissen inzwischen Bescheid.“ Nur noch selten müsse er Gäste wegschicken, die keine Zertifikate vorweisen können.

Grundsätzlich dürfte Schrempf die Hütte voll belegen, doch darauf verzichtet er: „Es gibt viele Leute, die fürchten sich vor Corona und wollen lieber getrennt liegen.“ Zudem komme es immer wieder mal vor, dass Wanderer die Wegstrecke völlig falsch einschätzen und die Hütte „völlig fertig“ gegen 21 Uhr erreichen: „Und solche Notfälle nehmen wir natürlich auf.“

Ganz gut gelaufen ist die Saison auf der Lenggrieser Hütte

An der Hütte selbst stehen nach dem Umbau nur noch ein paar kleinere Arbeiten an. So sind noch einige kleinere Spengler und Elektroarbeiten zu erledigen. „Aber die behindern den Betrieb nicht“, sagt Schrempf. Die Tölzer Hütte ist übrigens noch bis zum 17. Oktober geöffnet.

Zufrieden ist hingegen Michaela Durach von der Lenggrieser Hütte am Seekar: „Die Saison ist ganz gut gelaufen“, sagt die Wirtin. Seit dem 21. Mai seien wieder Übernachtungen erlaubt. Da die Hütte über sieben Lager verfüge, habe sie von Beginn an vergleichsweise viele Gäste beherbergen können. „Das ist ein Riesenvorteil gegenüber anderen Hütten, die nur ein einziges riesiges Lager haben und deshalb nur wenige Gäste rein lassen dürfen“, sagt Durach.

Der Juni und Juli seien dann „echt gut“ gewesen, weil viele Einheimische daheim geblieben seien Zudem hätten viele Biker die Regenpausen genutzt, um zur Lenggrieser Hütte hochzufahren: „Es ist ein Vorteil, dass unsere Hütte nicht so hoch gelegen ist“, sagt Durach. „Alleine waren wir nie oben.“

Der Umbau sei abgeschlossen, auch die Dusche sei mittlerweile in Betrieb. Durachs Fazit: „Insgesamt war es ein ganz nettes Arbeiten.“

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