U2 und U7: Zugausfälle, Unterbrechungen und Verzögerungen

U2 und U7: Zugausfälle, Unterbrechungen und Verzögerungen
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Mehrere Eigentümer, viele Nutzungen: Die rot umrandete Fläche (Gebäude Nummer 1 bis 8) gehören seit April der Gemeinde Lenggries und sind fast vollständig ungenutzt. Im alten Mulistall (11) – Eigentümer: die Brauneck Lodge Verwaltungs GmbH – gibt es aktuell noch gewerbliche Lagerflächen, gegen die das Landratsamt vorgeht. Dies gilt auch für das Lehrsaalgebäude (9) der Leben GmbH. Für das Unteroffiziersheim (10) gibt es eine Genehmigung für einen gastronomischen Betrieb. Der Rest des Kasernenareals gehört der Luitpolder Höfe GmbH von Peter Wasner und ist Gegenstand eines Rechtsstreits. Im Unteroffiziersheim (12) besteht eine Asylbewerberunterkunft. 

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Kaserne steht nur theoretisch leer

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Lenggries – „Da droben muss Ruhe reinkommen“: Das wünscht sich Bürgermeister Werner Weindl für das Gelände der ehemaligen Prinz-Heinrich-Kaserne. Die Bemühungen, das unübersichtliche Geflecht aus offiziellen und inoffiziellen Nutzungen zu bereinigen, sind mittlerweile fortgeschritten – aber noch nicht abgeschlossen. Ein Überblick.

„Wie wir im Rahmen einer Baukontrolle feststellen mussten, nutzen Sie derzeit Flächen im Bereich der ehemaligen Prinz-Heinrich-Kaserne Lenggries als gewerbliche Lagerflächen.“ So beginnt ein Brief aus dem Landratsamt, der in den vergangenen Wochen und Monaten bei Dutzenden Menschen ins Haus flatterte.

Flächen im Besitz der Gemeinde

Sie hatten in der Kaserne teils jahrelang Miet- und Lagerflächen genutzt – was jedoch den Vorgaben des Bebauungsplans widersprach. Aktuell sind nun die letzten von ihnen aufgefordert, das Feld zu räumen.

Für einiges Murren hatte im Frühjahr die Ankündigung der Gemeinde gesorgt, dass die illegalen Nutzungen in der Kaserne ein Ende haben müssen. Kurz zuvor, im Dezember, hatte die Gemeinde einen Teil des Kasernengeländes gekauft, Besitzübergang war am 1. April. Der Vorbesitzer, die Firma Action Sports, hatte etliche Flächen vermietet. Der Kaufvertrag legte fest, dass bis 1. April alle Mietverhältnisse beendet sein mussten. Denn sowohl Gemeinde als auch Landratsamt stuften die Nutzungen als rechtswidrig ein. Laut Bebauungsplan ist für die fragliche Fläche ausschließlich die Nutzung als Sport- und Freizeitcamp vorgesehen.

Mutmaßungen, dies sei nach dem Aus für das geplante „Camp Woodward“ nicht mehr realistisch, tritt Bürgermeister Werner Weindl entgegen. „Wir haben nach wie vor Gespräche mit einem potenziellen Investor und wollen es weiterverfolgen.“

Die Gebäude, die der Gemeinde gehören, seien mittlerweile allesamt leer, erklärt Weindl. Lediglich bei einem kleinen Raum sei die Mieterin nicht mehr auffindbar gewesen. Die dort gelagerten Gegenstände würden nun entsorgt.

Ob tatsächlich keine illegalen Nutzungen mehr bestehen, davon will sich in Kürze auch das Landratsamt als Bauaufsichtsbehörde ein Bild machen. „Wir werden in den kommenden Wochen eine Baukontrolle durchführen, um zu sehen, was sich dort getan hat“, sagt Oliver Kellermann, der im Landratsamt die Bau-Abteilung leitet. Parallel zur Kündigung der Mietverträge hatte das Landratsamt die Mieter angeschrieben und zur Beendigung der Nutzung aufgefordert. Falls dies nicht passiere, so Kellermann, sei der nächste Schritt eine mit einem Zwangsgeld verbundene Nutzungsuntersagung. „Aber so weit sind wir noch lange nicht.“

Ehemaliger Mulistall

Vollständig bereinigt sind die Nutzungen auf dem Kasernengelände damit aber noch nicht. Da ist zum einen der Sonderfall ehemaliger Mulistall. Der liegt ebenfalls im Geltungsbereich des Freizeitcamp-Bebauungsplans, gehört aber nicht der Gemeinde, sondern der Brauneck Lodge Verwaltungs-GmbH. Wie dem Tölzer Kurier bekannt ist, ist mindestens ein ehemaliger Mieter aus den Gemeinde-Gebäuden mit seinem Lager ausgerechnet hierher ausgewichen. Der Weg führte vom Regen in die Traufe. Das Landratsamt fordert ihn nun abermals auf, die Nutzung aufzugeben.

Lehrsaalgebäude und Unteroffiziersheim

Im Besitz der Leben GmbH befindet sich das ehemalige Lehrsaalgebäude, wo laut Weindl aktuell Möbel gelagert werden – ebenfalls in Widerspruch zum Bebauungsplan. Keine aktuelle Nutzung ist beim Unteroffiziersheim bekannt, das dem Bürgermeister zufolge einem Lenggrieser gehört. Allerdings ist hier sichtbar, dass aktuell die Außenflächen hergerichtet werden – zu welchem Zweck, ist Weindl nicht bekannt. Allerdings liege eine Genehmigung für einen Gastronomiebetrieb vor – der steht im Einklang mit dem Bebauungsplan.

Flächen der Luitpolder Höfe GmbH

Noch einmal auf einem anderen Blatt steht der Teil des Kasernengeländes, der sich im Eigentum von Peter Wasner beziehungsweise seiner Luitpolder Höfe GmbH befindet. Hier seien „großflächige gewerbliche Außenlager“ vorhanden, so Weindl – in einem Fall sogar ganz außerhalb des Bebauungsplangebiets, auf Grund, der im Flächennutzungsplan als landwirtschaftliche Fläche eingezeichnet ist.

Zu Wasners Kasernenteil sagt Oliver Kellermann vom Landratsamt: „Hier überprüfen wir derzeit, ob man die jeweiligen Nutzungen nicht legalisieren kann. Dafür müssen wir aber erst im Einzelnen wissen, wie die jeweiligen Nutzungen konkret aussehen.“ Der Bebauungsplan lässt hier mehr Freiheit, denn die Gemeinde hat für diese Teile des Kasernenareals ein Gewerbegebiet festgelegt.

Als einen rechtswidrigen Nutzer der Kaserne betrachtet Weindl weiterhin den Landkreis selbst. Der hat von Wasner nämlich ein Gebäude als Asylbewerberunterkunft angemietet. Eine Genehmigung dafür sei nie beantragt worden, so Weindl, und der Verwaltungsgerichtshof habe ihn in der Auffassung bestätigt, dass die Nutzung nicht zulässig sei. „Wir haben den Landkreis aufgefordert, sämtliche ungenehmigten Nutzungen einzustellen“, sagt der Bürgermeister. Stelle der Landkreis nachträglich einen Bauantrag für eine Asylunterkunft, dann werde die Gemeinde diesen prüfen.

Rechtsstreit um Bebauungsplan

Noch nicht abgeschlossen ist der juristische Streit zwischen der Gemeinde und Wasner. Der Grundeigentümer Wasner, der eine Wohnbebauung anstrebt, klagte gegen die Festlegung eines Gewerbegebiets im Bebauungsplan, unterlag aber im November vor dem Verwaltungsgerichtshof. Wasner ging daraufhin in Revision, sodass sich als nächstes das Bundesverwaltungsgericht mit dem Fall auseinandersetzt. Dazu hat die Gemeinde laut Weindl vor wenigen Wochen eine „Klageerwiderung“ an das Gericht geschickt – also eine Antwort auf Wasners Argumente. Wann das Gericht einen Verhandlungstermin in Leipzig ansetzt, ist noch unklar.

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