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„Eine Vorstellung vermitteln, wie das Ganze einmal aussehen könnte“, will Wolfgang Haas in den Räumen des Offizierskasinos, der bereits hergerichtet hat. 

Ehemaliges Offiziersheim

Vorerst kein offenes Kasino mehr

Lenggries – Die Gemeinde hält die Veranstaltungen im ehemaligen Offiziersheim für rechtswidrig. Bürgermeister Werner Weindl hat das Landratsamt eingeschaltet.

Kunst ins Kasino: Mit seiner Idee für die künftige Nutzung des ehemaligen Offiziersheims der Lenggrieser Kaserne ist der Gaißacher Wolfgang Haas auf viel Interesse gestoßen. Allerdings hat er auch das Augenmerk der Gemeinde auf sich gezogen. In den Veranstaltungen, zu denen Haas in den bereits renovierten Teil des Gebäudes eingeladen hatte, sieht Bürgermeister Werner Weindl eine Schwarznutzung.

„Ich war sehr überrascht, als ich in der Zeitung gelesen habe, welche Aktivitäten es im Offiziersheim gibt“, erklärt Weindl. Wie berichtet, hatte Haas am Dreikönigstag einen „Tag des offenen Kasinos“ veranstaltet, bei dem rund 100 Bilder, Skulpturen und Installationen ausgestellt waren. Die geladenen Gäste konnten sich ein Bild von den Räumlichkeiten im seit 13 Jahren leer stehenden Gebäude machen. Einige Zimmer sind bereits renoviert, sie haben frisch gestrichene Wände, sind provisorisch beheizt und schön möbliert. „Das soll eine Vorstellung davon vermitteln, wie das Ganze einmal aussehen könnte“, sagt Haas. Der 60-Jährige hat das Haus von Eigentümer Peter Wasner für eine „Testphase“ zur Verfügung gestellt bekommen. Der ehemalige Generalstabsoffizier aus Gaißach will die früheren Offizierswohnungen im ersten Stock an Künstler und kunstnahe Gewerbetreibende weitervermieten und das alte Casino unter dem Namen „Isar Atelier“ zu einer Art Künstlerhaus und Kreativentreffpunkt machen.

Die Idee findet der Bürgermeister „an sich nicht schlecht“, sagt er. „Hier in Lenggries haben wir schließlich viel künstlerisches Potenzial.“ Allerdings weist er darauf hin, „dass es für dieses Gebäude definitiv keine Nutzungsgenehmigung gibt“. Schon in einem Gespräch im Dezember habe er Haas darauf hingewiesen, dass vor jeglicher Nutzung ein entsprechender Bauantrag bei der Gemeinde einzureichen sei. Haas hatte sich zunächst darauf berufen, dass es sich bei den Veranstaltungen – die zweite davon fand vor einer Woche mit etwa 300 Gästen statt – ja um private Events ausschließlich für geladene Gäste handle.

„Das sehe ich etwas anders“, sagt Weindl. „Nutzung ist Nutzung.“ Liege ein Bauantrag vor, werde der Gemeinderat wie bei jedem anderen auch prüfen, ob er dem Bebauungsplan entspreche. „Aber die richtige Reihenfolge ist halt eine andere: erst Bauantrag, dann Nutzungsaufnahme.“ Als wichtigen Punkt sieht Weindl dabei auch die ungeklärte Frage der Schadstoffbelastung. „Ich möchte nicht, dass jemand nachher über gesundheitliche Probleme klagt, und es heißt, die Gemeinde habe ja von der Nutzung gewusst und nichts unternommen.“ Er habe jedenfalls das Landratsamt als Aufsichtsbehörde informiert, so Weindl.

Dort ist die Mitteilung auch angekommen. „Die Sache ist uns seit ein paar Tagen bekannt“, sagt Oliver Kellermann, Leiter der Bauabteilung. „Jetzt versuchen wir zu ermitteln, was genau in dem Gebäude passiert, ob das baurechtlich relevant ist und ob und wie wir vorgehen müssen“, so Kellermann.

Haas erklärt, dass es diese Woche eine Begehung mit dem Landratsamt geben soll. Eine geplante dritte Veranstaltung im Februar hat Haas schon einmal abgesagt. Auch plane er keine weiteren Einladungen dieser Art. „Ich möchte die Gemeinde nicht provozieren, sondern kooperieren“, betont er. Sehr wohl werde er die Räume aber „immer mal wieder aufheizen und durchlüften“, weiter „Bauerhaltsmaßnahmen“ durchführen und Mietinteressenten durchs Gebäude führen. Auch die vorhandenen Kunstwerke will er dort belassen. „Auf einer Baustelle dürfen Bilder hängen.“ An Anfragen mangelt es Haas nach eigenen Angaben nicht. Unter den Interessenten seien eine „bekannte Kunstakademie“ sowie ein Steinbildhauer aus Niederbayern. Haas ist überzeugt, dass das Gebäude schon Ende Jahres vollständig vermietet sein könnte.

Andreas Steppan

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