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Mit Seekarte und Tau starteten Georg und Gertraud Probst ihre Reise um den Globus.

Ehepaar auf Weltreise

„Isar“ strandet im Mittelmeer

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Mit der Weltumseglung hat es wegen des Wetters nicht geklappt. Dennoch genießt das Ehepaar Probst die Zeit an Bord.

Lenggries/Geretsried – Wer segelt, ist vom Wetter abhängig – und das macht, was es will. Gertraud und Georg Probst haben sich wegen der Windbedingungen nun schweren Herzens von ihrem Plan, die Welt zu umsegeln, verabschiedet und beschränken sich aufs Mittelmeer. Seit Dezember sitzen die „Isarsegler“ allerdings in Lissabon fest und warten auf besseres Wetter.

„Natürlich sind wir sehr traurig, dass es nicht geklappt hat“, schreibt das Paar in einer Mail an unsere Zeitung. Doch es sei nichts gegen das Wetter zu machen. „Wir sind nicht so versierte Segler, dass wir schwereres Wetter so einfach in Kauf nehmen können.“

Von Heiligenhafen aus segelte das aus dem Isarwinkel stammende Ehepaar über England an Frankreich und Spanien vorbei bis nach Portugal. Dabei gerieten Gertraud (57) und Georg Probst (64) allerdings mehr und mehr unter Druck. „Wir konnten unseren Zeitplan nicht mehr einhalten“, erklären die Geretsrieder. Bis spätestens Ende Dezember hätten die Segler von den Kanarischen Inseln starten müssen, um rechtzeitig in sicherem Hafen in Australien zu sein, bevor die Zyklonsaison beginnt.

Daran hinderten sie aber Schlechtwetterperioden, erst in Cuxhafen, dann in Helgoland und Borkum. In Holland entschieden sich die Probsts für die „Standing Mastrute“, weil in der Nordsee schlechtes Wetter war (wir berichteten). Doch auch das kostete Zeit – und die Pläne der „Isarsegler“ wurden noch weiter durchkreuzt. Das bescherte einen längeren Aufenthalt in England, und schließlich hielt Hurrikan Ophelia das Ehepaar 15 Tage lang im französischen Brest fest. Über die langen Hafenaufhalte ärgern sich Gertraud und Georg Probst aber nicht. „Es ist für uns schön, so viel Zeit gemeinsam zu haben und so viel sehen und erleben zu dürfen“, schreiben sie.

Und das hatten sie in den vergangenen Monaten reichlich: Das Ehepaar besichtigte Kirchen, Burgen und Museen. So verbringen sie auch aktuell ihre Zeit in Lissabon, wobei die Sehenswürdigkeiten nicht ausgehen. „Nach mehren Ausflügen in die verschiedensten Teile der Stadt sind wir sehr beeindruckt, und die Stadt zeigt uns immer wieder neue Gesichter“, berichtet Gertraud Probst auf ihrer Internetseite www.isarsegler.de.

Natürlich genießt das Ehepaar auch die Zeit auf hoher See – wenn es denn segeln kann. Auf dem Nordatlantik konnte das Paar nur schrittweise weiterkommen, weil die Hafeneinfahrten gesperrt werden, wenn es die Wetterbedingungen erfordern. Eine Freude auf der Reise sind laut der Pastoralreferentin Delfine, die zeitweise das Boot begleiten und scheinbar mit den Wellen spielen, die das Boot wirft, und die schönen Sonnenuntergänge.

Gertraud und Georg Probst haben wie berichtet vergangenes Jahr ein Segelboot, eine Bavaria 34, gekauft und hergerichtet. Aufgrund ihrer Kindheit in Schlegldorf und Arzbach tauften sie es „Isar“. Die beiden Geretsrieder sind „Wasserratten“ und wollten ihren Traum verwirklichen, in drei Jahren um die Welt zu segeln. 2013 begann das Ehepaar mit den Vorbereitungen und startete im August in das Abenteuer. Georg Probst ist bereits in der Rente. Seine Frau konnte sich eine berufliche Auszeit nehmen.

Dass aus der Reise um den Globus jetzt nichts wird, versucht das Ehepaar positiv zu sehen. Da sie nun im Mittelmeer bleiben – vermutlich geht es über die Balearen und Sardinien nach Griechenland – können ihre Kinder und Enkelkinder die „Isar“ besuchen. „Persönlich geht es uns beiden gut, und wir verstehen uns bestens trotz der oft beengten Wohnmöglichkeit“, schreiben sie. Der Zeitdruck sei nun weg. Ausgeträumt ist der Traum von der Weltumsegelung aber nicht. „In acht Jahren geht meine Frau in Rente und dann. . . schau’n wir mal“, so Georg Probst.

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