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Glückwunsch: Bürgermeister Werner Weindl (re.) mit den neuen Trägern der Silbernen Bürgermedaille (v. li.) Rudi Viertl, Michael Rammelmaier, Jakob Reiser, Eva Stadler und Birgitta Opitz.  

Bürgermedaille 

Ehrenamt gleich fünffach versilbert

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Lenggries - Es hat Tradition, dass in der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres die Silberne Bürgermedaille übergeben wird. Am Montagabend zeichnete Bürgermeister Werner Weindl gleich fünf Lenggrieser aus, die sich um das Gemeinwohl in besonderer Weise verdient gemacht haben.

Es gehe hier darum, „großes, teils jahrzehntelanges Engagement zu würdigen“, sagte Weindl. Alle Geehrten würden ihren Teil zu einer lebendigen Dorfgemeinschaft beitragen und dazu, „dass die Menschen hier beheimatet sind“. Alle fünf seien Beispiele dafür, „dass es Menschen gibt, die bereit sind, über die Maßen für die Gemeinschaft zu arbeiten“. Weindl hofft, „dass es viele Nachahmer findet“. Gleich sei auch die Reaktion der Fünf gewesen, als er ihnen die Nachricht überbrachte, dass sie ausgezeichnet werden sollen. „Sie haben alle gesagt, dass es da doch bestimmt andere gebe, die die Auszeichnung mehr verdient hätten“, so der Rathauschef. „Aber ich kann Euch beruhigen: Ihr habt sie wirklich verdient.“

Birgitta Opitz

Birgitta Opitz habe sich zeitlebens dem sozialen Bereich gewidmet. Die ausgebildete Lehrerin, die seit 2002 für die CSU im Gemeinderat sitzt, gratuliert als Seniorenreferentin zu Ehejubiläen und Geburtstagen. Vor allem aber ist es der 56-Jährigen eine Herzensangelegenheit, dass Senioren nicht vereinsamen. Vor einigen Jahren gründete Opitz daher die Initiative „Nur a bisserl Zeit“. Mehr als 70 freiwillige Helfer unterstützen hier Senioren, gehen für sie einkaufen, begleiten sie zum Arzt und schenken ihnen eben einfach ein bisschen Zeit. „Der große Renner ist das Seniorenfrühstück, das zweimal im Monat stattfindet“, so Weindl. Opitz ist zudem Vorsitzende des Fördervereins Jugend- und Seniorentreff, unter dessen Dach auch die von ihr initiierte Demenzgruppe Freiraum beheimatet ist. „Diese ist sehr wertvoll und ermöglicht es Angehörigen von Demenzkranken, sich einmal in der Woche anderen Dingen widmen zu können.“ 2008 rief Opitz zudem die Lenggrieser Tafel ins Leben, die seitdem jeden Samstag Lebensmittel verteilt. „Wir dürfen Dich zurecht die Mutter Teresa von Lenggries nennen. Ich danke Dir für Deine segensreiche Arbeit.“

Michael Rammelmaier

Tradition und Brauchtum spielen in Lenggries eine große Rolle. Dazu gehört auch der Erhalt der Tracht, für den sich Michael Rammelmaier (63) seit jeher einsetzte. Seit 1978 war Rammelmaier Fahnenbegleiter und Vorplattler des Stamm-Vereins. Letzterer kümmert sich auch um die Ausbildung des Nachwuchses. „Er war der richtige Mann an der richtigen Stelle.“ 1999 übernahm er den Vorsitz, den er bis 2014 inne hatte. Zwei Gaufeste richtete er in dieser Zeit aus. Rammelmaier habe stets „die Werte nach außen ehrlich und glaubhaft vertreten“, sagte Weindl. Er sei „das Sinnbild des schneidigen Trachtlers“. Nach wie vor stehe er dem Vorstand nun mit Rat und Tat zur Seite und kümmere sich zudem als Maibaum-Meister vom „Bunker“ darum, dass der Baum alle zwei Jahre pünktlich und sicher aufgestellt wird.

Jakob Reiser

Seit Jahrzehnten stelle sich Jakob Reiser (69) in den Dienst der Allgemeinheit. Seit 1975 war er 16 Jahre lang Kommandant der Winkler Feuerwehr – ein Amt mit großer Verantwortung, wie Weindl betonte. „Wir können froh sein, dass es Menschen gibt, die diese Verantwortung übernehmen.“ Im Anschluss übernahm Reiser dann bis 2003 den Vorsitz der Feuerwehr und sorgte auch hier für eine gute Weiterentwicklung. Für seine großen Verdienste wurde er zum Ehrenvorstand ernannt. Aber auch in seinem Beruf als Landwirt erbrachte er ehrenamtliches Engagement – unter anderem war er 27 Jahre lang Vorstand des Bodenverbands Röhrlmoosweg. Von 1990 bis 2014 saß Reiser zudem im Gemeinderat. „Hier hat er einen großen Beitrag zur Gestaltung seiner Heimat geleistet.“ Darüber hinaus war er Referent für den Bauhof und Himmelträger bei der Prozession. „Für mich persönlich war er im Gemeinderat sehr wertvoll“, sagte Weindl. „Er stand mir immer mit Rat und Tat zur Seite und hat mir auch Tipps gegeben, wenn ich mich mal auf dem falschen Weg befand.“

Eva Stadler

Die Leichtathletik ist die Welt von Eva Stadler. 1972 war sie bei den Olympischen Spielen in München schon als Fackelläuferin dabei. Große Leistungen erbringt die 64-Jährige als Trainerin beim Lenggrieser Turnverein. Seit 1990 kümmert sie sich dort um Kinder und Jugendliche, vermittelt die Freude am Sport und am fairen Wettbewerb. „Eine ganze Reihe ihrer Schützlinge schafft bei Wettbewerben ganz hervorragende Ergebnisse“, sagte Weindl. Viermal die Woche trainiert sie den Nachwuchs, an 25 Wochenenden ist sie auf Wettkämpfen unterwegs. Ihr Engagement beschränkt sich aber nicht nur auf Lenggries: Seit 2008 ist sie die Vorsitzende der Leichtathletik-Gemeinschaft Oberland, ein Zusammenschluss von Vereinen aus den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach. Montags bietet Stadler außerdem ein Training für Asylbewerberkinder an, ist als Torrichterin beim Skiclub aktiv und hilft den Eishockeyfreunden bei der Betreuung des Eisplatzes. „Neben der Leichtathletik kümmert sie sich auch noch um sämtliche Belange des Turnvereins“, so Weindl. Selbst sei sie natürlich auch sportlich aktiv, trat unter anderem bei Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Helsinki und Birmingham an. „Sie ist eine Ikone des Lenggrieser Senioren-Leistungssports und sorgt dafür, dass Lenggries als Sportgemeinde einen so guten Namen hat.“

Rudi Viertl

„Er ist eine Person, die zu Lenggries gehört wie das Rathaus oder die Kirche“, sagte Weindl. Jeden Tag ist der Gemeindemitarbeiter mit Radl und Müllsack in Lenggries unterwegs und sorgt dafür, dass das Dorf zu allen Zeiten sauber ist. „Und wenn ich zu allen Zeiten sage, meine ich das auch so. Der Rudi kennt keinen Sonn- und keinen Feiertag.“ Seit 1977 ist er bei der Gemeinde angestellt. Seitdem kümmert er sich um den Waldfriedhof „mit Akribie und absolutem Perfektionismus“. Und dazu gehöre eben nicht nur die Pflege der Grünflächen, sondern auch das sich Kümmern um die trauernden Angehörigen. „Sie sind bei ihm in guten Händen“ – auch, weil Rudi Viertl einfach alle Lenggrieser Familien kenne. Seit 1998 kümmert sich der mittlerweile 60-Jährige zudem um die öffentlichen Grünanlagen und die Sauberhaltung des öffentlichen Bereichs. „Rudi, Du bist einfach Gold wert“, sagte Weindl. Menschen mit einer solchen Einstellung seien schwer zu finden. „Daher bin ich auch dafür, dass die Rentengrenze auf 75 Jahre angehoben wird.“

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