Günter Unbescheid zeigt diesmal Fotos von Schamanen, die er vor 40 Jahren in Indien und Nepal aufgenommen hat. Einige hat er bearbeitet, damit sie „eine vergängliche Haptik“ erhalten. Passend dazu sind Tonaufnahmen zu hören. Der Jachenauer will damit die Kraft des Schamanismus thematisieren.
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Günter Unbescheid zeigt diesmal Fotos von Schamanen, die er vor 40 Jahren in Indien und Nepal aufgenommen hat. Einige hat er bearbeitet, damit sie „eine vergängliche Haptik“ erhalten. Passend dazu sind Tonaufnahmen zu hören. Der Jachenauer will damit die Kraft des Schamanismus thematisieren.

Erstmals in de Kaserne

Ein Kraftakt für die „Kraftwerke“: Die Kunstwoche Lenggries wird heute Abend eröffnet

  • Christiane Mühlbauer
    VonChristiane Mühlbauer
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Zum ersten Mal findet die Lenggrieser Kunstwoche in der Kaserne statt. Die Vernissage ist am heutigen Freitag. Die Vorbereitungen in den vergangenen Tagen waren für alle Künstler ein großer Kraftakt. Doch das Ergebnis ist ganz hervorragend.

Lenggries – War es bislang „nur“ der Saal im Pfarrheim, stehen der Künstlervereinigung Lenggries (KVL) heuer insgesamt 1500 Quadratmeter Fläche in der ehemaligen Kantine der Prinz-Heinrich-Kaserne zur Verfügung. Die Räume befinden sich im Erd- und Obergeschoß, sind unterschiedlich groß und höchst verschieden beschaffen: Der „Charme“ der alten Kantine, von der man baulich noch einige Überbleibsel sieht, ist in der Tat etwas ganz Besonderes für eine Kunstausstellung.

Leicht herzurichten war das Gebäude jedoch nicht: „Wir sind an unsere Grenzen gekommen“, sagt KVL-Vorstand Günter Unbescheid, wenn er berichtet, wie beispielsweise hunderte Meter Kabel verlegt und aufgeteilt werden mussten. Ohne die „massive Unterstützung durch die Gemeinde Lenggries, allen voran die Bauhof-Mitarbeiter“, wie Unbescheid dankbar sagt, hätte man das nicht bewerkstelligen können. Doch der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. Denn anders als im Pfarrheim ist es hier nun möglich, beispielsweise die Wände eigens zu streichen oder mit Lehmputz zu versehen.

18 Künstler stellen aus

Alle freuen sich, dass nach der Absage im vergangenen Jahr die überregional bekannte Kunst-Schau nun heuer stattfinden kann. Das Motto lautet „Kraftwerke“ und soll darstellen, „dass sich mit Kunst etwas bewirken lässt“ (Unbescheid). Wie immer haben die Mitglieder der KVL (neben Unbescheid noch Jürgen Dreistein, Sophie Frey, Ecki Kober, Antonia Leitner, Veronika Partenhauser, Gabi Pöhlmann, Paul Schwarzenberger und Klas Stöver) einige Gastkünstler eingeladen- Heuer sind es mehr als in den vergangenen Jahren, unter ihnen sind aus dem Tölzer Land Heinz Stoewer und Daniel McCharen sowie Barbara Urban und Birgit Haberl mit ihrem Filzkugel-Projekt (wir berichteten). Insgesamt sind es 18 Mitwirkende, nur Hermann Bigelmayr musste leider kurzfristig wegen Krankheit absagen.

Faszinierende Porträts: Gabi Pöhlmann malte Kinder in überdimensionalem Format: „In meinen Augen sind sie ,Kraftwerke‘ voller Energie“, sagt die Künstlerin.

Bei einem Rundgang für die Presse stellten Unbescheid und einige KVL-Mitglieder am Mittwoch die neue Schau vor. Jeder Raum ist spannend. In einer Art „Dunkelkammer“ zeigt Veronika Partenhauser eine großformatige, fließende Videoinstallation mit Mikrofotografien von unterschiedlichen Gegenständen. Daniel McCharen hat eine Audio-Installation mit drei Gitarren aufgebaut, die man mechanisch bedienen kann. Bildhauerin Antonia Leitner, die frisch gebackene Trägerin des Kunstförderpreises des Landkreises in diesem Jahr, zeigt in der alten Großküche mehrere spiegelpolierte Bronzeplastiken, die sich drehen. Beim Anblick verschmelzen sie mit den eigens für die Lenggrieser Kaserne geschaffenen Acryl-Bildern von Kerstin Skringer.

Auch Kasernenentwicklung wird angesprochen

Thematisiert wird auch die Entwicklung der Kaserne, was jedoch, wie Paul Schwarzenberger anmerkt, in seinen Augen noch intensiver hätte passieren können. Er selbst präsentiert wieder Fotocollagen und nachdenkliche Gstanzl-Texte. Erstmals mit dabei ist Schwarzenbergers Bruder Franz. Seine kleine Serie mit geschnitzten Holzfiguren ist berührend.

Wie unterschiedlich man mit dem Werkstoff Holz arbeiten kann, zeigt der Vergleich mit Hannes Kinau. Seine großen Skulpturen stehen sowohl drinnen wie draußen. Gleich 57 neue Aquarelle, Zeichnungen, Hinterglasbilder und erstmals auch Installationen stammen von Sophie Frey. Ihr persönliches „Kraftwerk“ sind alte Bäume.

Die Kunstwoche dauert bis zum 3. Oktober. Sie ist montags bis freitags von 14 bis 19 Uhr, am Wochenende von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Die Künstler sind wechselnd anwesend. In Sachen Corona gilt die 3G-Regelung samt Maske. Eine Anmeldung für den Besuch ist nicht erforderlich.

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