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In der Eng 

Ein Spielplatz mitten in der Natur

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Die Umgebung? Traumhaft. Und ab sofort noch attraktiver für Familien. In der Eng wird demnächst ein neuer, nicht ganz gewöhnlicher Spielplatz eröffnet.

Eng – Im Rißbach pritscheln, Staudämme bauen, die Natur genießen: Das konnten Eltern mit ihren Kindern in der Eng immer schon. „Aber einen Spielplatz hat es bislang nicht gegeben“, sagt Markus Schmidt vom örtlichen Tourismusverband. Das soll sich jetzt ändern: Am 21. Juni öffnet der neue „Spielschatz Eng“ seine Pforten.

Die erste Idee für das Projekt hatte Schmidt bereits vor einigen Jahren. Mit seinen eigenen Kindern war er oft draußen in der Natur, sie hatten ihren Spaß am Ahornboden. „Aber ich habe mich schon gefragt: Warum haben wir nicht mehr für Kinder zu bieten?“

Was Schmidt vor allem wichtig war: „Es sollte kein Freizeitpark werden, nichts Künstliches. Ich wollte kein Disneyland am Berg.“ Zu oft hatte er bei seinen Reisen Negativbeispiele gesehen. „Da gab es teilweise Wunderwelten am Berg, Spielplätze von der Stange, herzlos, ohne Verankerung in der Region.“

Das sollte in der Eng anders aussehen. „Ich wollte erreichen, dass sich Kinder in der Natur austoben können, die Herzlichkeit der Eng und die Verbindung zur Eng-Alm herstellen.“

Also ging er auf die Suche. „Ich habe mich gefragt: Was war früher anders?“ Der 41-Jährige stieß darauf, dass die Eng eines der ältesten, wenn nicht gar das älteste Almdorf ist. „Es kommt noch aus einer Zeit, als es keinen Strom gab, die Milch trotzdem verarbeitet werden musste.“ Man behalf sich mit dem Rissbach, der zur Energiegewinnung genutzt wurde, indem ein Wasserrad betrieben wurde. Das findet sich im Spielplatz wieder. „Es gibt nicht nur eine übliche Wasserrinne“, erklärt Schmidt. Vielmehr ist im Kleinen die Verbindung des Wassers zum Wasserrad dargestellt, „wie die Bauern es gehabt haben“. Man habe sich dann von einem Spielelement zum nächsten vorgearbeitet.

Die Kleinsten können sich im Sand vergnügen, für die Größeren dürfte die Traktor-Rennbahn interessant sein. Es gibt Sitzgelegenheiten für die Eltern – „das war mir wichtig“. Und von der Terrasse der Gastronomie aus haben Mama und Papa einen Blick auf ihre Kleinen.

„Kein Plastik, alles aus Holz und individuell, dass man es nicht auf jedem Spielplatz findet“, sagt Schmidt. Einige Dinge sind zwar schon bekannt: Wie etwa die Möglichkeit, Sand mit einem Flaschenzug nach oben zu ziehen. „Aber unser Sandkasten hat die Form eines Ahornblattes.“

Manche der unkonventionellen Ideen konnten aber nicht so leicht umgesetzt werden. „Es muss ja auch immer TÜV-gerecht sein“, sagt Schmidt. Es galt einige Auflagen zu berücksichtigen. Jetzt wurde der Spielplatz aber bereits abgenommen und genügt modernen Standards.

„Nach viel Zeit und Reife ist uns das geglückt. Wir haben jetzt eine Basis, wo man mit Kindern gerne hingehen möchte und sich wohlfühlen kann.“ Dass es ein paar Jahre gedauert habe, sei notwendig gewesen, „damit sich alle mit dem Projekt identifizieren können. Es ist ein Gemeinschaftskonstrukt“. Die Themen Natur und deren Erhaltung seien allen wichtig gewesen. Und so wuchs das Projekt ständig ein Stückchen mehr.

Die Eng-Bauern, auf deren Grund der Spielplatz steht und die sich um die Pflege kümmern werden, waren von Beginn an begeistert. So auch die Verantwortlichen des Naturparks Karwendel. Ein professioneller Spielplatzbauer half beim Planen, Tischler und Landwirte packten mit an. Die Finanzierung teilten sich unter anderem Bauern, Eng Alm, Gastronomie, Tourismus-Verband und Gemeinde. „Es war ein Gesamtwerk von vielen.“ Wie hoch die Kosten genau waren, kann Schmidt gar nicht beziffern. „Im sechsstelligen Bereich“, sei es gewesen. Dies sei noch „deutlich günstiger als viele der künstlichen Welten.“

Fertiggestellt wurde der „Spielschatz Eng“ vor etwa 14 Tagen. Inzwischen ist die Bepflanzung bereits etwas gewachsen. Markus Schmidt ist zufrieden mit seinem Herzensprojekt: „Jetzt haben wir eine schöne Möglichkeit, Kindern die Natur näherzubringen.“

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