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Neue Aufgaben kommen auf Ursula Neff zu, die seit September 2017 Rektorin der Lenggrieser Grundschule ist.

Eine Rektorin für zwei Schulen

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Die Lenggrieser Schulleiterin Ursula Neff ist ab Herbst auch für Jachenau mit zuständig. Der Standort steht trotzdem nicht in Frage.

Jachenau – Auch ohne eigene Rektorin: Die Jachenauer Grundschule bleibt eigenständig. Das versichert Schulamtsleiterin Marianne Konrad auf Anfrage des Tölzer Kurier. In der Tatsache, dass ab Herbst die Lenggrieser Rektorin Ursula Neff die Verantwortung für die Ferdinand-Feldigl-Grundschule mitübernehmen wird, sieht Marianne Konrad sogar einige Vorteile.

Wie berichtet hatte Bürgermeister Georg Riesch die anstehende Veränderung jüngst in der Jachenauer Bürgerversammlung bekannt gegeben: Rektorin Gabriele Fuchs geht zum Schuljahresende in den Ruhestand. Ihre Stelle als Schulleiterin wird dann nicht wiederbesetzt. Stattdessen wird Ursula Neff neben der Lenggrieser auch die Jachenauer Grundschule leiten.

Laut Konrad ist es das erste Mal, das eine solche Konstellation im Landkreis greift. „Aber im Nachbarlandkreis Garmisch-Partenkirchen gibt es das schon zwei-, dreimal“, so die Schulamts-Chefin. Hintergrund: „Bei kleineren Schulen prüft die Regierung von Oberbayern, ob die Schulleitung neu besetzt wird, wenn eine Person ausscheidet.“ Maßgeblich dafür sei die Schülerzahl. Wenn auf die Sicht von fünf Jahren nicht jede einzelne Jahrgangsstufe mit mindestens 13 Kindern besetzt sei, dann erscheine eine Nachbesetzung nicht gerechtfertigt. In der Jachenau sei festgestellt worden, dass einige Jahrgänge diese Grenze unterschreiten.

Marianne Konrad sieht darin keinen Beinbruch. „Für die Jachenau hat das sogar einen kleinen Vorteil“, sagt sie. Denn die Ferdinand-Feldigl-Schule hat bislang kein eigenes Sekretariat. Die Verwaltungsarbeiten muss die Rektorin selbst erledigen. Das werde in Zukunft von der Lenggrieser Sekretärin übernommen.

Ebenfalls positiv bewertet es Marianne Konrad, dass die Jachenauer Lehrkräfte künftig gemeinsam mit ihren Lenggrieser Kollegen an Fortbildungen teilnehmen können und allgemein ein verstärkter kollegialer Austausch entsteht. „Da gibt es zwar jetzt auch schon Berührungspunkte, aber das wird sicher intensiver.“

Für Schüler und Eltern ändere sich dagegen kaum etwas. Die Schule bleibe komplett selbstständig, behalte ihr eigenes Profil. Sachaufwandsträger und somit zuständig für die Ausstattung werde nach wie vor die Gemeinde sein. Auch die Zahl der Lehrerstunden bleibe gleich – um die Unterrichtsstunden von Gabriele Fuchs aufzufüllen, komme eine neue Lehrkraft. Eine dortige Lehrerin habe die stellvertretende Schulleitung inne – somit gebe es eine ständige Ansprechpartnerin vor Ort. Ursula Neff werde voraussichtlich an einem Tag pro Woche in der Jachenau sein.

Auf die neue Doppel-Rektorin sowie die Schulsekretärin komme freilich Mehrarbeit zu, räumt Marianne Konrad ein. Beide bekämen dafür zusätzliche Arbeitsstunden angerechnet. Die Schulamtsleiterin hat auch in dieser Hinsicht wenig Bedenken. „Frau Neff ist eine erfahrene, umsichtige Schulleiterin.“

Sorgen, die anstehende Veränderung könnte ein erster Vorbote für die Gefährdung des Jachenauer Schulstandorts sein, zerstreut Marianne Konrad. „Im Gegenteil ist es politischer Wille, kleine Schulstandorte zu erhalten“, versichert sie. In der Jachenau müsste die Zahl der Kinder schon „extrem zurückgehen“, damit der Fortbestand der Schule in Frage stünde. Aktuell gehen 25 Mädchen und Buben in die 1./2. Klasse und 21 in die 3./4. Erst wenn es in einer kombinierten Klasse weniger als 15 Kinder seien, wäre die Zukunft der Schule fraglich.

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