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Der Streit um die Loipe ins Schwarzenbachtal ist ausgestanden: Georg Rauchenberger hat sich bereits in der vergangenen Wintersaison mit der Gemeinde Lenggries geeinigt.

Einigung in Grundstücks-Konflikt in Lenggries

Traum-Loipe wieder ohne Zwangs-Stopp

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Gute Nachrichten für alle Langläufer: Die Loipe ins Schwarzenbachtal ist nicht nur in einem Top-Zustand, sondern endlich auch wieder durchgehend gespurt. Die Gemeinde Lenggries und Grundbesitzer Jakob Rauchenberger haben ihren langjährigen Grundstücks-Streit beigelegt.

Lenggries/Wegscheid – Drei Winter lang war die beliebte Schwarzenbachtal-Loipe auf einer Strecke von 200 Metern unterbrochen, weil Georg Rauchenberger der Gemeinde Lenggries Ende 2012 untersagt hatte, die Spur über sein Feld zu ziehen. Ein Schild forderte die Langläufer seitdem dazu auf, ihre Skier abzuschnallen und dem öffentlichen Weg bis zum Wiedereinstieg zu folgen – keine optimale Situation, wie es Bürgermeister Werner Weindl einmal ausgedrückt hat. Doch diese Zeiten sind nun vorbei, wie Rauchenberger bestätigt: „Ich hatte die Loipe schon für die Saison 2015/2016 wieder freigegeben.“ Da es damals keinen Schnee gab, fiel aber niemandem auf, dass sich der Landwirt aus Wegscheid und die Gemeinde geeinigt haben.

Wie berichtet war der Streit entbrannt, weil sich Rauchenberger geweigert hatte, 11 000 Euro für Kanalarbeiten zu bezahlen, weshalb die Gemeinde den Betrag pfänden ließ. Rauchenberger wollte das Geld zumindest teilweise mit einer Kieslieferung aus dem Jahr 1991 verrechnet haben, mit der er damals nach eigenen Angaben beim Bau eines Feldwegs hinter seinem Hof in Vorleistung gegangen war. Dafür hat er nie einen Cent bekommen, aber auch nie eine Rechnung gestellt. Die Gemeinde sah diese Schuld zwar als verjährt an, hat letztlich aber doch einen gewissen Betrag an Rauchenberger überwiesen.

Dazu wäre die Kommune schon im Februar 2013 bereit gewesen – allerdings nur, wenn der Grundbesitzer eine Erklärung unterschrieben hätte, wonach er die Loipe künftig nicht mehr sperrt. Damals sagte der „Hintergraber“ gegenüber dem Tölzer Kurier: „Ich unterschreibe nichts, ich lasse mich nicht erpressen.“ Und tatsächlich: Rauchenberger hat bis heute unter kein entsprechendes Dokument seinen Namen gesetzt. „Es ist auch so gegangen“, freut er sich und fügt hinzu: „Ich bin erleichtert, ich war nie an einem Streit mit der Gemeinde interessiert – aber ich lasse mir auch nichts gefallen.“ Wie berichtet, störte sich Rauchenberger unter anderem an der „Gutsherren-Art“, mit der die Kommune ihn behandelt habe. Er forderte eine Begegnung auf Augenhöhe.

Das hat offenbar funktioniert: Laut Rathaus-Geschäftsleiterin Heidi Kiefersauer gab es bereits im Sommer 2015 ein Gespräch zwischen Bürgermeister Weindl und Rauchenberger, bei dem die beiden Männer eine einvernehmliche Lösung ausgehandelt haben. „Wir sind sehr froh, es handelt sich schließlich um eine der schönsten Loipen im ganzen Umkreis“, sagt Kiefersauer. Wer sich davon selbst überzeugen möchte, findet laut der Rathaus-Geschäftsleiterin derzeit übrigens beste Bedingungen vor: „Die Loipe ist in einem sehr, sehr guten Zustand.“

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