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Nachteinsatz: Die Bergwacht packt den verletzten Engländer für den Abtransport in die Gebirgstrage.

Einsatz an den Achselköpfen

Bergwacht bringt abgestürzten Engländer sicher ins Tal

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Lenggries – Einen schwer verletzten englischen Bergsteiger hat die Bergwacht Lenggries in einer aufwendigen Rettungsaktion zusammen mit seiner Lebensgefährtin sicher ins Tal gebracht. Der Nachteinsatz dauerte sechs Stunden.  

Die beiden Gäste aus England wollten bereits am vergangenen Freitag eine Winterbegehung von der Probstalm über den Rotöhrsattel zur Tutzinger Hütte unternehmen, berichtet Sepp Bergmayr von der Bergwacht Lenggries. „Im Verlauf der winterlichen Tour haben sie aber den Weg unterhalb der Achselköpfe verloren.“ 

Dabei stürzte der 35-jährige Engländer gegen 18 Uhr zirka 50 Meter im felsigen Steilgelände ab und blieb schwer verletzt liegen. Seine Lebensgefährtin wollte zu ihm absteigen, rutschte ebenfalls in dem vereisten Steilgelände ab und verletzte sich leicht. Beide konnten sich laut Bergmayr in eine windgeschützte Mulde an einem Felsen retten und den Notruf 112 absetzen.

Zuerst wurden die beiden Engländer im Bereich der Tutzinger Hütte vermutet, weshalb die Leitstelle die Bergwacht Benediktbeuern alarmierte. Ein Rückruf bei dem Pärchen macht dann deutlich, dass die Absturzstelle am Achselkopf war. So wurde die Bergwacht Lenggries wegen des kürzeren Anmarsches verständigt. Ein Rettungshubschrauber konnte laut Bergmayr nicht starten, weil an allen Standorten dichter Nebel herrschte.

So stiegen die Bergretter mit Steigeisen vom Längental über die Probstalm zur Einsatzstelle auf und alarmierten noch Bergwacht-Kollegen aus Tölz zur Unterstützung. Als die Verletzten erreicht waren, wurden sie notfallmedizinisch versorgt und der Abtransport ins Tal vorbereitet. Die Frau konnte mit zwei Bergrettern selbst absteigen. Der Mann wurde in der Gebirgstrage gesichert und über das vereiste Gelände zur Probstalm abgeseilt und von dort über den Steig ins Längental getragen. Mit dem Bergrettungswagen wurden beide Patienten weiter nach Arzbach gebracht und gegen Mitternacht nach sechsstündigem Einsatz dem Roten Kreuz übergeben.

Die beiden Engländer waren nach Einschätzung der Bergwacht gut ausgerüstet. „Allerdings sind Touren in den Hochlagen momentan anspruchsvoll und bedürfen einer sorgfältigen Planung“, so Bergmayr. Die Wege seien nicht mehr sichtbar, weil sie unter der Schneedecke liegen. Die sei zudem weitgehend vereist und deshalb schwer zu begehen. 

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