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Mit einem Boot wurden die Eingeschlossenen nacheinander ans rettende Ufer gebracht.

Einsatz bei Vorderriß

Von der Isar eingeschlossen: Drei Burschen gerettet

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Lenggries - Die rasant steigende Isar wurde am Freitagmittag drei jungen Burschen zum Verhängnis. Sie hatten bei Vorderriß auf einer Halbinsel gezeltet und waren dann von dem reißenden Fluss eingeschlossen worden.

Drei Stunden dauerte der Rettungseinsatz. Das wichtigste zuerst: Gerettete und Einsatzkräfte haben alles heil überstanden. „Es geht allen den Umständen entsprechend gut“, sagt Einsatzleiter Wolfgang Hofmann von der Tölzer Wasserwacht. Gegen 15.30 Uhr ist er gerade auf dem Heimweg von Vorderriß – tropfnass und reichlich durchgefroren – und schildert am Telefon die Rettungsaktion.

Die drei Burschen hatten sich offenbar am Donnerstagabend an der Isar getroffen. „Sie haben wahrscheinlich einen guten Abend verbracht und dann dort auch übernachtet“, so Hofmann. Dummerweise wachte das Trio am Freitag erst gegen 11 Uhr auf. Zu diesem Zeitpunkt hatte es schon seit Stunden wie aus Eimern gegossen. Seit etwa 4 Uhr morgens schwollen alle Zuflüsse zum Sylvensteinstausee deutlich an. Als die drei aufwachten, strömten pro Sekunde 144 Kubikmeter Wasser in den Stausee. Zwölf Stunden zuvor lag die Menge gerade mal bei 12,7 Kubikmetern. Praktisch minütlich stieg die Isar weiter an.

Die drei Burschen jedenfalls konnten sich von ihrem Übernachtungsplatz nicht mehr alleine befreien und baten per Handy schließlich um Hilfe. „Der Alarm hat uns gegen 12 Uhr erreicht“, sagt Hofmann. Die Wasserwachten Bad Tölz, Krün-Wallgau und Mittenwald rückten aus – gemeinsam mit der Faller Feuerwehr und dem BRK-Rettungsdienst. „Der Hubschrauber konnte wegen des schlechten Wetters nicht starten“, erklärt der Einsatzleiter.

Zunächst versuchten die freiwilligen Helfer, ein Seil über den Fluss zu spannen. „Dann hätten wir das Boot pendeln lassen können“, sagt Hofmann. Der Plan scheiterte aber an der immer stärker werdenden Strömung und dem Treibgut, das von den Fluten mitgerissen wurde. Also wurde das Schlauchboot ein Stück flussaufwärts eingesetzt, zu den Eingeschlossenen gesteuert, dann ging’s schräg über die Isar zurück zum rettenden Ufer. Und das ganze viermal, weil nach den drei Burschen noch die Retter und das Material zurück mussten. „Und es hat permanent geregnet. Eigentlich ist es sogar immer schlimmer geworden“, sagt Hofmann.

Die drei Burschen – für das Wetter „eher unzureichend gekleidet“ – kamen mit dem Schrecken davon. „Sie sind dann auch selbst nach Hause gefahren“, sagt Hofmann.

Für die Wasserwacht Tölz war es in dieser Woche übrigens schon der dritte Einsatz. Vergangenen Sonntag rückten sie mit zahlreichen anderen Hilfsorganisationen zu dem tödlichen Tauchunfall im Walchensee aus. Am Dienstag waren sie am Rettungseinsatz an der Isar auf Höhe der Leitzinger Au beteiligt. Eine vierköpfige Familie war dort mit dem Schlauchboot gekentert.

Vom Wasser eingeschlossen: Rettungseinsatz an der Isar

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