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Einsatzreiche Ferienwoche: Wanderer in Bergnot und ein Pilot im Baum

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Von: Veronika Ahn-Tauchnitz

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Mehrfach mussten in ersten Ferienwoche Menschen in Bergnot mit dem Hubschrauber gerettet werden.
Mehrfach mussten in ersten Ferienwoche Menschen in Bergnot mit dem Hubschrauber gerettet werden. © bergwacht Lenggries

Die erste Sommerferien-Woche bescherte den Bergwachten im Isarwinkel und Loisachtal zahlreiche Einsätze. Es gab verletzte und erschöpfte Wanderer und einen abgestürzten Gleitschirmflieger.

Lenggries/Kochel am See – Nicht nur die Benediktbeurer Bergwacht musste in der ersten Sommerferienwoche ausrücken (wir berichteten), auch die Ehrenamtlichen aus Kochel und dem Isarwinkel hatten alle Hände voll zu tun. Eine Zwischenbilanz.

Radlerin erleidet Schwindelanfall nahe der Schronbachalm

Los ging’s für die Isarwinkler am 1. August um 16.46 Uhr, als die Bergretter ein Notruf vom Kletterwald am Blomberg erreichte. Ein Gast sei auf einer Plattform kurz vor einem Kollaps, die Rettung könnte sich schwierig gestalten – so lautete die Meldung an den Bergwacht-Einsatzleiter. „Glücklicherweise konnte die Person durch das gut geschulte Personal des Kletterwaldes evakuiert werden und erholte sich am sicheren Boden schnell von der Aufregung“, berichtet Lina Feiler, Sprecherin der Lenggrieser Bergwacht. Die Ehrenamtlichen mussten nicht mehr eingreifen.

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Am Tag danach erlitt eine Frau nahe der Schronbachalm einen Schwindelanfall. Die Bergwacht Lenggries rückte inklusive Bergwacht-Notarzt aus, um der Radlerin zu helfen. Die Patientin wurde mit dem Einsatzfahrzeug sicher ins Tal gebracht und dort dem BRK-Rettungsdienst übergeben. Der brachte sie in die Tölzer Stadtklinik.

Gleitschirmpilot bleibt im Baum hängen: Schwierige Lokalisation

Am Mittwochabend wurde dann um 19.14 Uhr der Absturz eines Gleitschirmfliegers im Bereich Leiterberg gemeldet. Die Lokalisation der Verunglückten, der in etwa 15 Metern Höhe in einem Baum hing, stellt sich als schwierig heraus, da der Pilot keine GPS-Koordinaten von seinem Standpunkt abschicken konnte. „Weitere Gleitschirmpiloten konnten die Unfallstelle jedoch aus der Luft erkennen und teilten dem Einsatzleiter die Position mit“, berichtet Lina Feile. Drei Bergretter befreiten den Piloten schließlich aus seiner misslichen Lage. Zwei Tage später holten die Retter dann noch den Schirm aus dem Baum.

Wanderer verläuft sich beim Abstieg und sitzt fest

Parallel zur Rettung des Piloten wurde ein weiterer Einsatz gemeldet. Im Bereich Risssattel hatte sich ein Wanderer beim Abstieg verlaufen, war bereits mehrere Meter im steilen Gelände abgerutscht und saß nun fest. Der alarmierte Rettungshubschrauber zog den Wanderer mittels Rettungswinde nach oben. Hier war allerdings einmal mehr die Lokalisation des Festsitzenden ein Problem. Der Wanderer konnte lediglich Kontakt zum im Tal gelegen Gasthof zur Post aufnehmen. „Glücklicherweise konnte der Wirt den Patienten vom Gasthof aus im Gelände lokalisieren und so die Hubschrauberbesatzung einweisen“, so Feile. Dies habe den Einsatz deutlich beschleunigt.

Verletzter Bub wird in die Klinik geflogen

Am Donnerstag folgte die nächste Alarmierung der Lenggrieser Retter. Ein Bub war im Zeltlager in der Jachenau gestürzt und hatte sich dabei schwere Verletzungen an der Schulter zugezogen. Der Rettungshubschrauber Christoph Murnau brachte den Patienten ins Unfallklinikum Murnau.

Am Freitag versorgte die Bergwacht Bad Tölz im Bereich Blomberg-Mittelstation noch zwei Mädchen, die offenbar überfordert waren und eine Panikattacke erlitten hatten.

Erschöpfte Wanderin muss vom Grat zwischen Heimgarten und Herzogstand gerettet werden

Ähnlich beschäftigt waren in der ersten Woche die Einsatzkräfte der Bergwacht Kochel am See. Am vorvergangenen Sonntag stürzte ein Wanderer beim Abstieg von der Jocheralm Richtung Sachenbach. Nach der Erstversorgung brachten die Einsatzkräfte den am Rücken Verletzten ins Tal. Am Tag darauf stürzte ein Wanderer auf der Forststraße vom Kesselberg zum Herzogstandhaus. Da in der Erstmeldung „von einer vitalen Bedrohung“ die Rede war, setzte der Rettungshubschrauber Christoph 1 einen Bergretter und den Notarzt an der Einsatzstelle ab. Doch nach der Erstversorgung konnte der etwa 90-jährige Patient mit dem Rettungsfahrzeug ins Tal gebracht werden.

Erschöpfung war wohl der Grund, warum eine etwa 70-jährige Patientin am Mittwoch gegen 17.45 Uhr auf dem Grat zwischen Heimgarten und Herzogstand nicht mehr weiter konnte. Der Rettungshubschrauber nahm sie und zwei Begleiter mit der Winde auf und brachte alle zur Bergrettungswache nach Kochel.

Frau erkrankt und muss von der Bergwacht ins Tal gebracht werden

Auch am Freitagabend musste die Bergwacht noch einmal ausrücken. Im Herzogstandhaus war eine Frau erkrankt, die gegen 23 Uhr mit dem Mannschaftsfahrzeug ins Tal gebracht werden musste. Dort wurde sie dem Rettungsdienst übergeben.

Der Sonntag brachte den Bergrettern zwei Einsätze. Gegen 16.30 Uhr mussten sich die Ehrenamtlichen am Kochelseeufer um ein Kind mit Krampfanfällen kümmern. Unterstützt wurden hier Rettungsdienst und Kindernotarzt. Der Hubschrauber brachte das Kind ins Klinikum nach Garmisch-Partenkirchen. Nur eineinhalb Stunden später rückten die Retter zum Wanderweg H2 aus, der vom Herzogstandhaus Richtung Walchensee führt. Ein Wanderer hatte sich bei einem Sturz eine Rückenverletzung zugezogen. Mit Hilfe des Rettungshubschraubers Christoph Murnau wurde der Mann zur Rettungswache geflogen. Von dort ging es zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus.

Bergwacht lobt gute Zusammenarbeit mit Hubschrauber-Teams und dem Rettungsdienst

Lob gibt es von der Kochler Bergwacht für die „sehr gute Zusammenarbeit mit den Hubschrauber-Teams und dem Rettungsdienst“, so der stellvertretende Bereitschaftsleiter Richard Huber. Auch gut: „Trotz Urlaubszeit sind immer ausreichend Einsatzkräfte verfügbar.“  (va/bw)

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