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Ausgezogen : Die Kaserne in Lenggries dient nicht mehr als Flüchtlingsunterkunft.

Erleichterung bei Asyl-Helfern

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Die ehemalige Kaserne hat als Asylbewerber-Unterkunft ausgedient – und der Lenggrieser Helferkreis ist froh darüber. „Ich freue mich für die Familien. Im Ort haben sie Nachbarn und erreichen Supermärkte und unsere Angebote einfacher. Sie sind jetzt besser integrierbar“, sagt Ehrenamtskoordinatorin Annette Ehrhart.

Lenggries– Im Laufe der vergangenen Woche packten 21 Flüchtlinge, die meisten davon mit Bleiberecht, ihre Sachen und zogen aus. Wie berichtet beendet das Landratsamt die Nutzung der Kaserne, in der seit Herbst 2014 zum Großteil Menschen aus Eritrea lebten. Nun galt es, die fünf Familien und fünf alleinstehenden Männer anderweitig unterzubringen. Letztere fanden in der Container-Unterkunft an der Geiersteinstraße Platz. Außerdem hätte das Landratsamt drei Wohnungen angeboten, die seit mehreren Wochen leer stehen, berichtet Ehrhart. In den vom Amt angemieteten Immobilien war die Fluktuation hoch. „Eine Flüchtlingsfamilie ist wegen der Arbeit nach Bonn gezogen, andere zu Verwandten nach Schweinfurt“, nennt die Ehrenamtskoordinatorin Beispiele.

Das Ende der Kasernennutzung bedeutet Erleichterung für den Asyl-Helferkreis. „Das war wie ein kleines eritreisches Dorf da oben. Die Leute waren ja nur unter sich“, sagt Ehrhart. Und das führte zu Problemen: „Einige junge Mütter haben die deutsche Sprache teilweise wieder verlernt.“ Außerdem brachte die abgeschiedene Lage der Kaserne Betreuungsschwierigkeiten mit sich. Gerade einige ältere Frauen aus dem Helferkreis, meistens zu Fuß unterwegs, hätten ihre Besuche bei schlechter Witterung eingeschränkt. „Die Unterkunft war für uns schlecht erreichbar. Diese Herausforderung haben wir nicht so gut hinbekommen“, räumt Ehrhart ein. Ein weiteres Problem: der Schimmel in den Räumlichkeiten. „Das hat sich sogar noch zugespitzt. Eltern haben darüber geklagt, dass die Zimmer feucht sind und die Kinder ständig husten und erkältet sind.“

Nun soll alles besser werden. 110 Menschen wohnen aktuell in Lenggrieser Asylunterkünften, 68 davon an der Geiersteinstraße, die restlichen in dezentralen Wohnungen. In der Containersiedlung gibt es täglich Sprachkurse, vom Spendenkonto bezahlt der Helferkreis eine professionelle DAF („Deutsch als Fremdsprache“)-Lehrerin. Außerdem verweist Ehrhart auf die Hausaufgabenbetreuung und den Gemeinschaftsraum „Miteinand“, der auch Flüchtlingen offen steht, die nicht an der Geiersteinstraße leben.

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