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Einkaufen auf dem Areal des leerstehenden ehemaligen Autohauses an der Bergbahnstraße in Lenggries: Diesem Vorhaben schob der Gemeinderat einen Riegel vor.

Gemeinderat

Erneutes Nein zum Norma-Markt

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Einkaufen auf dem Areal des leerstehenden ehemaligen Autohauses an der Bergbahnstraße in Lenggries: Diesem Vorhaben schob der Gemeinderat einen Riegel vor.

Lenggries– Die Gemeinde Lenggries bewacht ihren Ortskern wie ein Schießhund – also im übertragenen Sinn: Sie achtet sehr genau darauf, dass sich in der Peripherie keine Märkte ansiedeln, die den Geschäften im Zentrum gefährlich werden könnten. Auch die bereits bestehenden Supermärkte sollen nicht in ihrer Existenz bedroht werden. Demzufolge hatte der Gemeinderat im April eine formlose Anfrage auf Ansiedelung eines Norma-Markts auf dem Areal des leer stehende Autohauses an der Bergbahnstraße abgelehnt. Dennoch lag in der jüngsten Sitzung nun der entsprechende Bauantrag vor.

Geplant ist genau neben dem bestehenden Edeka der Bau eines Norma-Markts mit einer Verkaufsfläche von 799 Quadratmetern – das liegt genau unterhalb der Grenze für großflächigen Einzelhandel. Geändert hat sich an der Haltung des Gemeinderats zu dem Projekt nichts: Die Zustimmung wurde verweigert.

Bauamtsleiter Anton Bammer ging aber noch einmal auf die Gründe für die Ablehnung ein. Grundlage dafür ist eine Stellungnahme des Büros Salm & Stegen, das im Zuge der Aufstellung des Städtebaulichen Entwicklungskonzepts auch die Einzelhandelstruktur untersucht hat. „Im Ergebnis wurde ein Zielkonflikt mit den Entwicklungsmöglichkeiten des zentralen Versorgungsbereichs Ortsmitte festgestellt“, so Bammer. Einfacher ausgedrückt: Würde der Norma gebaut, könnte das den Geschäften im Ortskern schaden. Außerdem möchte auch der bestehende Edeka erweitern. Zusammen mit dem Norma ziele man auf ein Kaufkraftpotenzial von 4700 Einwohnern ab. So viele Menschen wohnen aber in den umliegenden Gebieten bei Weitem nicht. Daher sei damit zu rechnen, dass auch Menschen, die jetzt im Edeka in der Ortsmitte oder im Penny an der Tölzer Straße einkaufen, auf die andere Isarseite wechseln. Umsatzeinbußen und die Bestandsgefährdung könnten die Folge sein. Außerdem würde der neue Norma für noch mehr Verkehr auf der ohnehin stark befahrenen Bergbahnstraße sorgen.

Um eine geordnete Entwicklung auf dem Areal zu erreichen, beschloss das Gremium (gegen die Stimme von Markus Landthaler) dann in einem weiteren Punkt, die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Areal, das auch künftig als Gewerbegebiet genutzt werden soll. „In Lenggries besteht nachweislich nach wie vor ein erheblicher Bedarf an Gewerbeflächen“, sagte Bammer. Bei der Gemeinde würden entsprechende Anfragen eingehen. Es gibt aber kaum noch Angebot: Das Gewerbe- und Mischgebiet am Alten Bahngelände ist bis auf eine kleine Restfläche voll. Das geplante Gewerbegebiet an der B13 neben der Kläranlage scheiterte bereits im Anfangsstadium am Naturschutz und der fehlenden Anbindung. Und auch die Gebäude in den Gewerbegebieten auf dem Kasernenareal sind im Prinzip voll. Weitere Flächen gibt es nicht.

Einzelhandel soll auf der Gewerbefläche nicht zugelassen werden. Damit auf der Fläche bis zum Abschluss des Bebauungsplanverfahrens nichts passiert, was dem Planungswillen der Gemeinde entgegenläuft, erließ das Gremium zudem eine Veränderungssperre.

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