„Land unter“ - Gewitterfront rollt über Deutschland - Autofahrerin muss aus Geröllmassen gerettet werden

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Was für eine Zinne! Das Foto aus dem Johannistal zeigt die Südwand des Risser Falk: Unterm Grat rechts durchkletterte Hermann von Barth einen Kamin, der nicht identisch ist mit dem heutigen Normalweg. 
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Was für eine Zinne! Das Foto aus dem Johannistal zeigt die Südwand des Risser Falk: Unterm Grat rechts durchkletterte Hermann von Barth einen Kamin, der nicht identisch ist mit dem heutigen Normalweg. 

Jubiläum 

„Stadtfrack“ bezwingt den Risser Falk

Der 2414 Meter hohe Risser Falk ist der beherrschende Gipfel über dem Talgrund von Hinterriß. Einheimische hielten die schroffe Felszinne für „unbesteiglich“ – bis Hermann von Barth am 1. Juli 1870, also heute vor 150 Jahren, als erster Mensch droben stand.

Hinterriß  In Hinterriß herrschte ungläubiges Staunen, als Barth vor 150 Jahren auf dem Risser Falk oben stand. Menschen sollen sich bekreuzigt haben, als sie den Steinmann wahrnahmen, den Hermann von Barth am Gipfel errichtet hatte. Sie staunten über den heil zurückgekehrten „Stadtfrack“, wie er sich ausdrückte. Herzog Ernst von Coburg lud ihn beeindruckt zum Dinner in sein Jagdschlösschen ein. Barth vermerkte: „Mein Falken-Kostüm ermangelte der Eigenschaft der Hoffähigkeit in ziemlich bedenklichem Grade.“

Barth war stets allein unterwegs

Stets war er alleine unterwegs. Am 30. Juli wagte er den nach ihm benannten „Barth-Grat“ vom Katzenkopf zur Jägerkarspitze. Er schrieb: „Was ich zu thun hatte, war auf den ersten Blick klar, aber der Entschluss der Verzweiflung gehörte dazu, es zu thun. Mit Händen die Mauerschneide fassend, arbeitete ich mich, die Füsse frei über dem Abgrunde hängend, auf 4 - 5 Schritte Entfernung fort, wo an der Außenkante des verwünschten Gebildes wieder ein stufenförmiger Abbruch sich zeigte.“

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Führte auch Namen „Karwendel“ für das gesamte Gebirge ein 

Einmal verirrte er sich im unzugänglichen Vomper Loch, einer wilden Schlucht, in der sich ab Frühjahr 1943 bis Kriegsende 30 Wehrmachts-Deserteure versteckten. Lange hielt ihn der Ort gefangen: Er geriet in ungangbare Abbrüche und verbrachtet die Nacht in den Sturzfluten eines Unwetters, doch „das Spiel ums Leben war schließlich doch gewonnen“. Er war es auch, der den Namen „Karwendel“, der sich bis dahin nur auf die Talschaft bei Scharnitz bezog, für das gesamte Gebirge einführte.

Dieses 1882 vom Alpenverein errichtete Denkmal erinnert an „hermann Freiherr von Barth“. 

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Im Herzen des Karwendels, am Kleinen Ahornboden, würdigt ein 1882 vom Alpenverein errichtetes Denkmal „Herman Freiherr von Barth“. In seiner Heimatgemeinde Eurasburg, wo er vor 175 Jahren geboren wurde, erinnert die Freiherr-von-Barth-Straße an den Alpinisten. Auch ein Grat im Karwendel zwischen Katzenkopf und Jägerkarspitze ist nach ihm benannt.

Rainer Bannier 

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