Leichtigkeit ohne Banalität vermittelte Musikkabarettist Erich Kogler und bot damit den Zuschauern im Biergarten des Arabella-Brauneckhotels in Lenggries den ersten Live-Kulturgenuss seit Langem. 
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Leichtigkeit ohne Banalität vermittelte Musikkabarettist Erich Kogler und bot damit den Zuschauern im Biergarten des Arabella-Brauneckhotels in Lenggries den ersten Live-Kulturgenuss seit Langem. 

Musik und Kultur 

Erich Kogler beendet die Corona-Pause des „KKK“

Es war ein  Schritt in Richtung Normalität – und wurde noch dazu begleitet von Glück mit dem Wetter: Mit dem Biergartenkonzert des Musikkabarettisten Erich Kogler haben sich Sabine und Stefan Pfister vom  „KKK“ an ihre erste Live-Kulturveranstaltung nach der Corona-Pause gewagt. Der Wiedereinstieg ist gelungen.

Lenggries – Die 50 Gäste, die sich am Freitagabend im Biergarten des Arabella-Brauneckhotels einfanden, konnten ganz entspannt das Konzert genießen und wurden auch nicht nass. Denn der Platzregen ging erst pünktlich nach Koglers Auftritt nieder. Natürlich gab es dabei auch ein Hygienekonzept: Nur zugewiesene Plätze, Mundschutzpflicht, bis man am Tisch saß, Mindestabstand und keine Pause zwischendurch. An diese Auflagen wird man sich noch eine Weile halten müssen, doch es geht wieder etwas voran, und das hatte die Besucher in gute Stimmung versetzt.

Platzregen ging erst nach dem Auftritt los 

Erich Kogler war der passende Künstler dazu. Der 48-Jährige ist studierter Musiker, leitet die Musikschule im Tegernseer Tal und ist auch in anderen bekannten Formationen, wie etwa „Ciao Weiß Blau“ unterwegs. In Lenggries unterhielt er sein Publikum eine gute Stunde lang locker mit netten Geschichten und Liedern aus dem echten Leben. Ohne besonders tiefschürfend zu werden, vermittelte er seinen Zuhörern eine sentimentale Leichtigkeit. Es war wohltuend, mal wieder einen unbeschwerten Abend mit Geschichten und Musik live zu erleben.

Kogler spielte Bluesiges, manchmal wurde es ein wenig rockig. Mit seiner Ein-Mann-Show bewegte er sich in bester Singer-Songwriter-Tradition. Er ließ den Kontakt zum Publikum nie abreißen – Künstler hatten ohnehin zu lange darauf verzichten müssen. Und dazu gab es noch echten Applaus. Eine Wohltat für den Musiker. Schließlich musste sich Kogler erst kürzlich noch mit Lichthupenbeifall von 150 Pkw begnügen – etwa bei den Autokonzerten, die er als Bassist der Kult-Band „Isar Rider“ am 19. und 20. Juni in Dachau mitveranstaltete.

Erich Kogler gab mit Band „Isar Rider“ Autokonzerte in Dachau 

Man hörte ihm gern zu, und man bekam viel zu hören, besonders zwischen den Liedern. Er quatschte, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, und das war erfrischend authentisch und lustig.

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„Es muass a bläde Leit gehm“: Mit diesem Lied sprach er den Menschen in diesen verrückten Zeiten aus der Seele. „In jeder Strass’ wohnt a Depp“ habe seine Oma früher gesagt, und das treffe ja manchmal auch auf einen selber zu.

In seinen Anekdoten aus der wilden Jugend schonte Kogler auch sich selbst nicht und beichtete so manche damalige Eselei. Ruhigere Zeiten ließ er mit dem Kapitel „Kennenlernen und Anbandeln“ aus seinem Liederzyklus „Beziehungsphasen“ hochleben. „Vui zvui Gfui“ hieß der Song zum Thema Kennenlernen. Das sei in Krisen-Zeiten „etwas umständlich“, konstatierte er trocken – „mit Maske, als würde man die Katze im Sack kaufen“.

Humorvolles aktuelles Lied über Kennenlernen zu Corona-Zeiten 

Und was war mit dem Mitsingen in Zeiten von Corona? Nur mit noch mehr Abstand. Doch das Kopfwippen im Takt – das Kogler stattdessen vorschlug – war gar kein schlechter Ersatz. Für die Zuhörer war es leicht umsetzbar. Und wenn man es dem Publikum so charmant aufträgt, kommt erst recht Stimmung auf. 

Ines Gokus

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