Plant eine Doku über Eisbären: Kameramann Tobias Vogt. 

Ungewöhnlicher Spendenaufruf

„Exbeardition“: Überleben ist alles

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Die Idee klingt verrückt: Drei junge Männer aus dem Isarwinkel bitten auf der Crowdfunding-Plattform „Startnext“ und auf Facebook um Spenden für eine Reise ins norwegische Spitzbergen. Das steckt dahinter:

Bad Tölz – „Wir benötigen Eure Unterstützung, um die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie zusätzliches Equipment zu decken“, schreiben Tobias Vogt und Fabian Zlattinger aus Greiling sowie Tobias Kellner aus Lenggries. Die Drei wollen sich aber keinen Erholungsurlaub finanzieren lassen. Sie möchten eine Dokumentation über Eisbären und die Menschen vor Ort drehen.

Als direkte Gegenleistung für ihre finanzielle Unterstützung verspricht Vogt den Unterstützern des Projekts „beste Unterhaltung“. Geplant ist ein Blog, der die Daheimgebliebenen mit Videos, Informationen und einer Portion Humor an der Reise teilhaben lässt. Vogt (25) will erstklassiges Bildmaterial liefern und verweist auf seine Erfahrungen als freiberuflicher Kameramann und Geschäftsführer von „Cinerella-Films“ in Bad Tölz. Zlattinger dagegen arbeitet im Versicherungswesen, Kellner studiert noch. Gerade deshalb – und wegen ihres Galgenhumors – sei hochklassiges Entertainment vorprogrammiert.

Für ihr Geld bekommen die Spender aber nicht nur Unterhaltung, sondern auch ganz konkrete Sachleistungen. Für zehn Euro gibt es beispielsweise eine Postkarte aus Norwegen – „mit viel Liebe geschrieben“. Für 40 Euro erwirbt man automatisch ein T-Shirt der „XBeardition“, wie die drei jungen Männer ihr Projekt getauft haben. Es besteht aus dem englischen Wort für Entdeckungsreise („expedition“) und Bär („bear“). Für 500 Euro dürfen sich die Unterstützer über eine Einladung zur Premiere der Dokumentation freuen.

In den vergangenen knapp vier Wochen spendeten elf Unterstützer insgesamt 1420 Euro. Bei „Facebook“ haben die drei Freunde immerhin 133 Fans. Das bringt sie ihrem Ziel von 8000 Euro allerdings nicht näher. Deshalb sucht Vogt gerade Unternehmen, die die Reise sponsern würden. Ein Whiskey-Hersteller signalisierte bereits Interesse.

Die angestrebte Summe von 8000 Euro würde nur einen Teil der Reisekosten decken. Jeder der Drei rechnet mit je 2000 Euro Eigenleistung. Vogt: „Die Lebenshaltungskosten in Norwegen sind immens.“ Deshalb richte sich die Dauer des Aufenthalts auch nach der Höhe der Spenden. Grob geplant sei, zunächst nach Norwegen zu fliegen und dann mit dem Frachter nach Spitzbergen weiterzufahren.

Ist die Finanzierung geklärt, warten weitere Herausforderungen auf die drei Isarwinkler. „Wir haben in Norwegen nur zwei Stunden Tageslicht zum Drehen“, sagt Vogt. Auch die Akkus der Kameras dürften bei den eisigen Temperaturen nicht lange halten. Die wichtigste Herausforderung aber wird eine andere sein, wie Vogt lachend sagt: das Treffen mit den Eisbären überleben. nl/sis

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