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Fachklinik: Betriebsrat rechnet mit Einigung bis Ende des Monats

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Am Montag lief die dritte Verhandlungsrunde: Jetzt hat der Betriebsrat der Lenggrieser Fachklinik Arbeitgeber Asklepios seine Vorschläge unterbreitet.

Lenggries – Die Verhandlungen zwischen Asklepios und dem Betriebsrat der Lenggrieser Fachklinik sind am Montag in die dritte Runde gegangen. „Zuletzt hatte der Arbeitgeber sein Angebot vorgelegt, jetzt haben wir ihm unsere Vorschläge unterbreitet“, fasst Betriebsratsvorsitzender Lothar Conrad das vierstündige Gespräch gestern zusammen. Welten lägen zwar nicht zwischen den beiden Positionen. „Aber es sind natürlich zwei verschiedene Standpunkte.“

Trotzdem ist Conrad zuversichtlich, dass beide Parteien nach einer erneuten Verhandlungsrunde am kommenden Dienstag dann am Rosenmontag eine Einigung erzielen werden. „Der Arbeitgeber versucht jetzt wenigstens, uns etwas zu bieten“, sagt Conrad mit Blick auf die viel kritisierte Art, mit der Asklepios Mitte Januar bekannt gegeben hatte, dass die Klinik bis zum 30. Juni geschlossen werden soll. Wie berichtet, wurden die über 100 Mitarbeiter und der Betriebsrat ohne Vorwarnung vor vollendete Tatsachen gestellt. Damit die Angestellten zumindest jetzt besser planen können, sollen sie nach dem Willen des Betriebsrats möglichst schnell erfahren, ob sie sich neu orientieren müssen oder mit einer Anschlussbeschäftigung an der Asklepios-Stadtklinik in Bad Tölz rechnen können. Im Gespräch sind laut Conrad 17 bis 30 Stellen. Die genaue Anzahl, wer in Frage kommt und in welchem Bereich die Mitarbeiter unterkommen könnten, ist noch unklar. „Der größte Teil verliert aber seinen Job“, betont der Betriebsratsvorsitzende. Für die Betroffenen sind die Abfindungen von großer Bedeutung, deren Höhe ebenfalls noch ausgehandelt werden muss. Außerdem ist ein Härtefall-Fonds im Gespräch, der Mitarbeitern unter die Arme greifen könnte, die zum Beispiel wegen ihres Alters Probleme haben, einen neuen Job zu bekommen. „Wir würden dann versuchen, im Einzelfall Regelungen zu finden.“

Eine spannende Frage wird laut Conrad sein, ob der Betrieb der Fachklinik wirklich bis Mitte des Jahres aufrecht erhalten werden kann. Denn wenn ein Mitarbeiter mit einer eher geringen Abfindung rechnen muss, weil er noch nicht lange an der Fachklinik arbeitet, wird er sich nicht scheuen, sich sofort etwas Neues zu suchen, glaubt der Betriebsratsvorsitzende. „Es gibt bereits erste Kündigungen.“ Insgesamt habe die Belegschaft den ersten Schock aber verdaut. Die Stimmung sei zwar nach wie vor gedrückt. „Aber die Leute stehen jetzt eher in den Startlöchern und überlegen, ob sie sich bewerben sollen.“

Christopher Horn, Pressesprecher der Asklepios-Stadtklinik, äußerte sich auf Nachfrage nicht zu der dritten Verhandlungsrunde gestern. Zunächst wolle man heute Morgen selbst die Mitarbeiter schriftlich über die Ergebnisse informieren.

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