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Das ehemalige Gebäude der Lenggrieser Fachklinik steht seit einem Dreivierteljahr leer. Ob und wie es künftig genutzt werden soll, darüber ist aktuell nichts Konkretes zu erfahren. Die Schließung der früheren Rehaeinrichtung war für viele Lenggrieser ein Schock.

Fachklinik Lenggries

Erst Schock, dann Stillstand

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Vor genau einem Jahr erfuhr die Öffentlichkeit von der Schließung der Lenggrieser Fachklinik. So plötzlich die Mitteilung damals kam, so wenig Neues tut sich an dem Standort seither.

Lenggries– Nein, Groll hege er keinen mehr. Doch wenn Lothar Conrad heute auf das verlassene Gebäude am Lenggrieser Bergweg blickt, „dann finde ich es nach wie vor schade, dass dieses schöne Haus jetzt leer steht“. Der Gaißacher war der letzte Betriebsratsvorsitzende der Lenggrieser Fachklinik. Dass die Tage des Hauses gezählt waren, das erfuhr er damals gerade einmal eine Stunde, bevor Asklepios-Geschäftsführer Joachim Ramming den Rest der Belegschaft informierte. „Völlig daneben“ fand Conrad dieses Vorgehen damals.

Dass die Nachricht dann an einem Freitag, den 13., im Tölzer Kurier stand, war natürlich Zufall. Doch es passte insofern, als es eine Hiobsbotschaft für viele Lenggrieser war. Ein Jahr ist es nun her, dass die Öffentlichkeit vom Aus für die Fachklinik erfuhr. Mitarbeiter und Gemeinde wurden vor vollendete Tatsachen gestellt: Das Gebäude war zu jenem Zeitpunkt längst verkauft.

Auch im Abstand von einem Jahr „hat sich an meiner Haltung nichts verändet“, sagt der Lenggrieser Bürgermeister Werner Weindl. „Es ist einfach keine Art und Weise, dass man zuerst zum Notar geht und erst vier Wochen später das Personal und die Gemeinde informiert.“ Das Ende der geriatrischen Rehaeinrichtung sei ein „Einschnitt für die Gemeinde“ gewesen. „Die Fachklinik war einer unserer größten Arbeitgeber und eine segensreiche Einrichtung.“

War zunächst angekündigt, der Klinikbetrieb werde noch bis Ende Juni weiterlaufen, gingen tatsächlich schon am Karfreitag, also Mitte April, die Lichter aus.

Laut Eigentümer gibtes zwei bis dreiNutzungskonzepte

So plötzlich die Klinikschließung am 13. Januar 2017 der Öffentlichkeit mitgeteilt wurde, so zäh geht es seither in der Frage voran, was aus dem Gebäude werden soll. Beim neuen Eigentümer handelt es sich um die „Bergweg 21 Immo GmbH & Co. KG“. Dahinter steht zum Großteil die Aktiengesellschaft Action Sports mit Sitz in Luxemburg. In geringem Umfang ist außerdem der Lenggrieser Immobilienfachmann Christoph Hertwig an der Projektgesellschaft beteiligt. Er tritt vor Ort als Ansprechpartner auf.

Mit Hertwig habe es seit der Schließung zwei Gespräche gegeben, sagt Bürgermeister Weindl – das letzte liege schon einige Zeit zurück. Er, Weindl, habe dabei „ganz deutlich“ auf die Bestimmungen des Bebauungsplans hingewiesen. Dieser lässt nur eine einzige Art der Nutzung zu, nämlich eine Rehaeinrichtung, wie die Fachklinik eine war. Eine Anknüpfung an die alte Art der Nutzung wäre aus Weindls Sicht schon deshalb sinnvoll, „weil die dortige geriatrische Reha ja gut gelaufen ist“.

Hertwig selbst will sich derzeit öffentlich noch nicht konkret zur möglichen Zukunft des Gebäudes äußern. „Es sind zwei bis drei Nutzungskonzepte erstellt“, sagt er auf Anfrage des Tölzer Kurier. Die wolle er aber als erstes dem Bürgermeister und dem Gemeinderat vorstellen – und zwar „innerhalb der nächsten Wochen“. Die Festlegung des Bebauungsplans auf eine Rehaeinrichtung kenne er. Doch Hertwig räumt ein, dass es „auch andere Nutzungskonzepte“ gebe. Nun gelte es zu klären, „was sich die Gemeinde vorstellen kann und was nicht“. In jedem Fall wollten die Eigentümer, „nicht gegen, sondern mit der Gemeinde“ arbeiten.

Was wurde aus den einst über 100 Mitarbeitern? Etwa 30 sind zusammen mit dem medizinischen Angebot der geriatrischen Reha an die Asklepios-Stadtklinik nach Bad Tölz gewechselt. Dort eröffnete Mitte September eine neue Hauptabteilung für Altersmedizin. „Ich weiß aber auch von einigen älteren Kollegen, gerade aus dem Verwaltungsbereich, die lange gesucht, aber nichts mehr gefunden haben“, sagt Lothar Conrad. Pflegekräfte und Ärzte hätten es da deutlich leichter gehabt. Für den Neuropsychologen selbst stand nach der Klinikschließung erst einmal eine „lange Auszeit“, wie er selbst sagt. Am 31. Dezember trat er eine neue Stelle am Unfallklinikum in Murnau an – ein beruflicher Neuanfang mit 57 Jahren und der größte denkbare Kontrast zur familiären Fachklinik. Conrad hadert nicht damit. „Dort fühle ich mich sehr wohl.“

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