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Falkner Paul Klima – hier mit Uhu „Susi“ – verlässt mit seinem Falkenhof den Standort am Brauneck. 

„Falkenhof“ Lenggries

Abflug vom Brauneck

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Am 15. September endet nach elf Jahren die Geschichte des „Falkenhofs“ am Fuße des Braunecks. Paul Klima macht mit seinen Greifvögeln aber andernorts weiter.

 „Das Thema ist durch“, sagt Falkner Paul Klima. „Am 15. September wird der Betrieb des Falkenhofs am Brauneck eingestellt. Nächstes Jahr eröffnen wir dann an neuer Stelle wieder.“

Wie berichtet, hatte der Verpächter den Vertrag mit dem „Falkenhof“ zum Jahresende gekündigt. Zu Paul Klima hatte er gesagt, er würde das 1,7 Hektar große Areal selbst benötigen. Gespräche wurden anvisiert. Schließlich aber machte sich Klima auf die Suche und fand ein geeignetes Grundstück. „Bei Bad Tölz“ liege es, den genauen Standort möchte er noch nicht verraten. „Wir reichen gerade die Bauanträge ein.“ Aber es werde bereits gearbeitet. „Unser Zimmerer richtet schon fleißig Volieren her.“

Am neuen Standort soll es keine regelmäßigen Flugvorführungen mehr geben. „Das können und wollen wir nicht leisten“, sagt Klima. Höchstens noch im Rahmen des „Falknererlebnisses“ oder gekoppelt an Workshops könne er sich eine Vorführung vorstellen. Am neuen Standort stehe das aber nicht im Vordergrund. „Er ist auch nicht so gut geeignet. Er ist eher klein, beschaulich.“ Daher sei der neue Platz ideal für Tierhaltung und für die Filmtierschule.

Ganz abgeschlossen hat Paul Klima allerdings nicht mit dem Thema Flugvorführungen. Er könnte sich vorstellen, in Zukunft beispielsweise auf dem Blomberg seine Vögel fliegen zu lassen. Aber das sei bislang nur ganz lose angedacht, erste lockere Gespräche hätten stattgefunden. Es handle sich lediglich um eine „Kann-Option“, er habe keinen Druck.

Denn die Auftragsbücher sind voll, vor allem die der Filmtiere. Gerade laufen einige Projekte. Mit dem Max-Planck-Institut plant Paul Klima, in der Natur junge Steinadler mit einem Sender auszustatten. „Wir wissen bislang viel über die Vögel ab der Geschlechtsreife. Aber was machen die Jungen, nachdem sie aus dem elterlichen Revier rausgeworfen wurden? Welche Routen legen sie zurück?“ Das soll in dem auf drei Jahre angelegten Projekt erforscht werden. „Es gibt tolle Möglichkeiten mit modernen GPS-Sendern“, sagt der Falkner. Zusammenarbeiten möchte Klima erneut mit dem ZDF. Seine Tiere waren schon häufig bei „Terra X“ zu sehen. „Wir werden viel dokumentieren und filmen“, sagt Klima. Starten soll das Projekt im nächsten Jahr in Südtirol – mit den dortigen Behörden gebe es eine gute Zusammenarbeit.

Nebenbei bereitet sich Paul Klima auf den großen Umzug des „Falkenhofs“ vor. Und das bereits seit einer Weile. „Wir haben unseren Tierbestand deutlich reduziert und auf den Kern zusammengeschmolzen.“ Neun Greifvögel und Eulen gebe es derzeit noch, dazu „eine Handvoll Hühner“, sagt Klima. Einige Tiere seien in die Zucht abgegeben worden, andere seien bei Falknerkollegen gut untergebracht. Ist der Umzug abgeschlossen, möchte Klima nach und nach wieder expandieren.

Zu einem ganz besonderen Einsatz im Dienst der Wissenschaft kam jetzt ein Bewohner des Falkenhofs. Der Falke Sokrates half an der Bundeswehr-Uni in Neubiberg bei Expertimenten im Windkanal.

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