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Der Gemeinderat hat am Montag die Pläne für die Sanierung der Florihütte genehmigt. Sagt nun auch noch das Landratsamt Ja, kann es losgehen.

Florihütte: Sanierung ganz ohne Beton

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Auf den Hütten am Brauneck tut sich etwas: Die Florihütte könnte bald wieder öffnen. Auch Strasseralm und Bayernhütte waren jüngst Thema im Lenggrieser Gemeinderat.

Lenggries Es sieht gut aus für die Florihütte am Brauneck. Im zweiten Anlauf genehmigte der Gemeinderat am Montag die Brandschutzmaßnahmen. Sobald die umgesetzt sind, könnte die Hütte wieder öffnen. Auch auf anderen Hütten stehen Baumaßnahmen an.

Florihütte

Die Florihütte am Brauneck ist seit Sommer 2016 aus Brandschutzgründen geschlossen. Das würde die Landeshauptstadt München gerne ändern. Ihr gehört die 1928 erbaute Hütte. Pächter ist der Erholungsheim-Verein der Münchner Berufsfeuerwehr, deren 1700 Beschäftigten die 42 Betten in erster Linie zur Verfügung stehen. Der Verein wiederum verpachtet die Hütte an einen Betreiber, der sich um Gastronomie und Beherbergung kümmert. Als hier im Herbst 2015 ein Wechsel stattfand, gab es eine Überprüfung durch das Landratsamt. Dabei wurden große Mängel beim Brandschutz festgestellt. Die Kreisbehörde untersagte die Nutzung als Beherbergungsbetrieb.

Unter anderem fehlen Fluchtwege aus dem Ober- und dem Dachgeschoss. Die Pläne, die die Vertreter der Landeshauptstadt in der Januarsitzung des Gemeinderats vorgelegt hatten, stießen in diesem Punkt auf wenig Gegenliebe. Vorgesehen war ein Sicherheitstreppenhaus auf der Ostseite der Hütte. Hierfür sollte aus Ober- und Dachgeschoss jeweils ein Steg ins Freie, durch eine Tür in einer Betonwand hindurch zur Fluchttreppe führen. Auch der Treppenbereich sollte komplett L-förmig mit Beton umbaut werden. Mit diesem massiven Turmbau hatte der Gemeinderat gravierende Schwierigkeiten und bat um Gestaltungsvarianten.

Hatten die Vertreter der Stadt München die Betonwand in der Januarsitzung noch als alternativlos bezeichnet, gab es jetzt eine überraschende Wendung. Am Montag legte Bauamtsleiter Anton Bammer den neuen Vorschlag der Stadt München vor – ganz ohne Beton. „Meiner Meinung nach ist das jetzt gut gelöst“, sagte Bammer. Vorgesehen ist nun, dass der Steg aus dem Dachgeschoss einfach über eine Treppe auf den Steg in der ersten Etage führt. Dieser endet dann im Gelände. „Die Betonwand entfällt komplett“, so der Bauamtsleiter. Bürgermeister Werner Weindl war zufrieden. „Das hat sich rentiert, dass wir eine Alternativplanung gefordert haben. Das schaut jetzt ganz anders aus als beim letzten Mal.“

Dieser Lösung stimmte auch der Gemeinderat zu. „Dann hoffen wir, dass die Florihütte bald wieder öffnet“, gab Weindl dem Vertreter der Landeshauptstadt mit auf den Weg. Seine Antwort: „Das hoffen wir auch.“

Strasseralm

Bereits einige Umbauten erledigt wurden auf der Strasseralm am Brauneck – allerdings ohne vorher eine Erlaubnis dafür einzuholen. Der Bauausschuss befasste sich daher in seiner jüngsten Sitzung mit einer nachträglichen Genehmigung. In den ehemaligen Lagerraum wurden die Küche, die Schänke und Sanitärräume eingebaut. Im Bereich, wo vormals die Küche war, erfolgte eine Erweiterung des Gastraums. Zudem entstand ein Lagerkeller. Der Gemeinderat stimmte den Umbauten nachträglich zu – allerdings schon ein wenig zähneknirschend. „Grundsätzlich sollte man sich einen Bau erst genehmigen lassen, bevor man anfängt“, sagte Christine Rinner (CSU). „Dem schließe ich mich an“, ergänzte Weindl.

Bayernhütte

Seit fast fünf Jahren ist die Bayernhütte geschlossen. Auch sie war vormals ein beliebtes Ausflugsziel. Und auch bei ihr gibt es gravierende Mängel beim Brandschutz, die schon vor der Schließung dafür verantwortlich waren, dass keine Übernachtungsgäste mehr aufgenommen werden durften. Der Bayerische Verkehrsbeamtenverein, dem die Hütte seit den 1920er-Jahren gehörte, suchte einen Käufer. Und fand ihn 2013 in Jannik Inselkammer und seiner IVN Immobilien Nürnberg GmbH & Co. KG. Inselkammer, Chef der Münchner Augustiner-Brauerei, bezeichnete die Sanierung der Hütte als eine Herzensangelegenheit.

Der Lenggrieser Bauausschuss genehmigte die Pläne im März 2014. Doch nur wenige Tage später wurde Inselkammer beim Heli-Skiing von einer Lawine erfasst und getötet. Seit dem vergangenen Jahr ist die Edith-Haberland-Wagner-Stiftung Eigentümer der Bayernhütte. Die Stiftung hält knapp über 50 Prozent der Augustiner Bräu Wagner KG und fördert kulturelles und soziales Engagement.

Im Juni 2016 befasste sich der Gemeinderat erneut mit den Sanierungsplänen – und stimmte zu. Danach habe es noch einige Diskussionen mit dem Landratsamt über die Planungen gegeben, sagt Bauamtsleiter Bammer auf Anfrage. Seines Wissens nach sei die Stiftung „aber nach wie vor an der Sanierung dran. Die wollen die Hütte auf alle Fälle wieder eröffnen.“

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