In Sorge um die Dürrach: Karl Probst an der Brücke am „Stierschlag“.

Forderung des Vereins „Rettet die Isar jetzt“ 

Die Dürrach braucht mehr Wasser

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Fall – Der Verein „Rettet die Isar jetzt“ ist derzeit nicht gut auf die Nachbarn in Österreich zu sprechen. Die Notgemeinschaft befürchtet einen Rückschlag bei ihren Bemühungen um Wasserrückleitungen. Das Hauptaugenmerk des Vereins gilt in diesen Tagen der Dürrach.

Noch vor mehr als einem Jahr war Dr. Karl Probst bester Laune. „Die Dürrach-Rückleitung ist absehbar“, sagte der Vorsitzende von „Rettet die Isar jetzt“ im Mai 2015. Dieses Ziel hat der Verein seit Langem vor Augen. Doch das scheint nun in weite Ferne gerückt zu sein. „Wir haben den Eindruck, die Österreicher wollen hier möglichst wenig tun und das noch dazu möglichst spät.“

Franz Speer an der „Stierschlag“-Brücke, die auch eine Geschiebesperre ist.

Dabei gäbe es so viel zu tun: Es geht um die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Deren Kernstück ist eine ökologische Gewässerbewirtschaftung. Bis spätestens 2027 sollen Flüsse in einem „guten Zustand“ sein. „Dazu gehört in erster Linie, dass in einem Kiesbett auch Wasser fließt und dass es durchgängig ist“, so Probst. Letzteres bedeutet, dass Fische bachauf- und -abwärts wandern können.

An der Dürrach ist beides nicht gegeben. Der Oberlauf auf österreichischer Seite ist nur ein kleines Rinnsal. Und die Geschiebesperre unter der Brücke am sogenannten Stierschlag können Fische nicht überwinden. „Hier ließe sich mit verhältnismäßig geringem Aufwand eine Lösung finden“, hat das zuständige Wasserwirtschaftsamt Weilheim den „Isar-Rettern“ mitgeteilt. Für mehr Wasser in der Dürrach aber könnte nur die Tiroler Wasserkraft AG (TIWAG) sorgen. Der Nebenfluss des Sylvensteinsees wird seit 1951 größtenteils zum Achenseekraftwerk der TIWAG abgeleitet.

Kümmerliches Rinnsal: Die Dürrach auf österreichischer Seite ist bedingt durch die Wasserableitung nur ein kleiner Bach.

„Nach ersten biologischen Untersuchungen an der Dürrach waren wir voriges Jahr guter Hoffnung, dass sich was tut“, sagt Probst beim Pressetermin im Bächental. Zusammen mit seinem Stellvertreter Franz Speer und Kassier Fritz März zeigt er Journalisten die neuralgischen Stellen und den Schriftverkehr mit der TIWAG. Das bislang letzte Schreiben der Österreicher ärgert ihn maßlos. Nach Einschätzung des Energieversorgungsunternehmens ist die Dürrach ein „erheblich veränderter Wasserkörper“. Dafür seien Sonderregelungen anzuwenden und die Ökologie offenbar zu vernachlässigen.

Für Probst ist die Dürrach in der Tat „erheblich verändert“. „Stellenweise ist es nur ein weitgehend trockenes Kiesbett“, sagt er. Durch eine Rückleitung ließe sich das leicht ändern. So wie an der oberen Isar, wo 1990 auf Drängen des Vereins eine Teilrückleitung erreicht wurde. Ebenso wie sein Stellvertreter macht er aber auch deutlich: „Wir sind keine Feinde der Wasserkraft.“ Man sei sich über die wirtschaftliche Bedeutung der nachhaltigen Stromerzeugung als Beitrag zur Energiewende im Klaren. Aber Strom aus Wasserkraft braucht auch eine ökologische Komponente, sagt Probst. „Und das geht halt nicht ohne Restwasser.“

Der Verein will verstärkt die Öffentlichkeit wachrütteln, um auf seine Anliegen hinzuweisen. Ein möglicherweise im Herbst geplantes „Isargespräch“ mit allen beteiligten Kommunen und Verbänden könnte dazu hilfreich beitragen. „Es geht um unsere Heimat“, sagt Probst. „Und die ist leider nicht nur „heile Welt“.

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