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Den Emotionen freien Lauf gelassen: Lehrer und Eurosport-Moderator Markus Theil mit dem Fernsehpreis.

Ehrung

FOS-Lehrer gewinnt Deutschen Fernsehpreis

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Der Lenggrieser Markus Theil war für den Deutschen Fernsehpreis nominiert worden, neben dem Grimme-Preis die höchste TV-Auszeichnung der Republik. Und der Eurosport-Kommentator, der eigentlich in der Fachoberschule Tölz Englisch, Sozialkunde und Geschichte unterrichtet, holte das Ding.

Zusammen mit Moderator Matthias Stach und Marco Hagemann bekam der 48-Jährige den 800 Gramm schweren Glas-Obelisken in der Kategorie „Beste Sportsendung“.

„Damit hätte ich nie gerechnet“, sagt Theil. Immerhin waren bei der von Barbara Schöneberger moderierten Veranstaltung in Düsseldorf auch die „Großen“ nominiert: Die ARD mit der Handball-Europameisterschaft und RTL im 25. Jahr seiner Formel 1-Berichterstattung. Für Eurosport war es erst der zweite Deutsche Fernsehpreis. Diesmal gab’s ihn für die Tennis-Berichterstattung bei den Australian- und US- Open-Finals 2016 der Frauen – beide Male kämpfte Angelique Kerber um den Titel. In Australien kommentierte Hagemann, in New York Theil. Und er war vor dem Spiel ähnlich nervös wie bei der Preisverleihung: Er fieberte mit Kerber mit, für sie ging es um die Nummer 1 der Welt. Alle größeren Medien aus Deutschland waren angereist. „Und ich fühlte mich irgendwie verantwortlich für ganz Deutschland“, sagt der Lenggrieser. 1,5 Millionen Zuschauer saßen gebannt vor dem Fernseher und lauschten seinen Kommentaren.

Kerber gewann gegen Karolína Plísková, und Theil machte seine Sache gut. Fand auch die Jury: Trotz großer Emotionen habe er die richtige Mischung aus Nähe und Distanz zur Spielerin gefunden, ein gutes Verhältnis von Ruhe und Emotionen, dazu Hintergrundwissen und Tennis-Kompetenz einfließen lassen. Ausgezeichnet wurde die ganze Sendung mit Interviews, Vorlauf und Analysen.

„Der Preis ist eine Riesenehre für mich“, sagt Theil, der hauptsächlich Tennis kommentiert, früher selbst 2. Bundesliga beim TC Dachau spielte und in der Münchner Jugendauswahl im Fußball stand. Schon die Einladung kam überraschend. Doch er fuhr mit seiner Frau Michaela gerne nach Düsseldorf. Am Abend wurden Preise in 21 Kategorien vergeben, die Sieger wurden auf die Bühne geholt, immer begleitet von einem Kamerateam. Die „Beste Sportsendung“ war als zehnte Auszeichnung an der Reihe, „und die Kameras standen am RTL-Tisch neben uns“, sagt Theil. „Da hab’ ich schon gedacht, ah okay, die Formel 1 gewinnt.“

Die Beiträge wurden auf einer großen Leinwand gezeigt, danach wurde es ernst, als der Umschlag mit dem Sieger geöffnet wurde. „Da kriegt man dann doch ganz schön feuchte Hände.“ Nachrichtenmoderator Christian Sievers holte die Karte mit dem Gewinner heraus – und rief: „Tennis.“ Da fielen sich die drei in die Arme, jubelten, und ließen sich durch nichts aufhalten. „Ist ja ganz nett, dass Ihr Euch so freut, aber jetzt kommt mal auf die Bühne“, sagte Sievers lachend. „Da sind alle Emotionen rausgebrochen“, sagt Theil. Die 60 Sekunden Dankesrede überließ er dem Kollegen Hagemann. Danach Freude pur und Feiern.

Jan Böhmermann, selbst Preisträger in der Kategorie Late-Night-Show, wollte unbedingt mit aufs Foto mit den Sportlern. Theil erreichten unzählige Glückwunsch-SMS auf seinem Handy. Seine Englisch-Klasse schickte ihm am nächsten Tag ein Glückwunsch-Video. Und auch das Kollegium gratulierte. „Zum Dank muss ich die nächste Lehrer-Konferenz moderieren“, sagt Theil und lacht.

Für die Trophäe muss er nun daheim in Lenggries einen Platz suchen. Sie erinnert ihn an eine besondere Veranstaltung. Und an eine besondere Berichterstattung: „Wenn man solche Spiele kommentiert, bekommt man gar nicht mehr so richtig mit, was man sagt, man ist wie im Flow.“ Theil, der bis vor Kurzem noch im Tennis-Team des Rot-Weiß Tölz ausgeholfen hat, weiß aus Erzählungen von einer speziellen Angewohnheit: Wenn es spannend wird, hält es ihn nicht mehr auf dem Sitz in der Sprecherkabine. Beim US-Open-Finale stand er vermutlich fast das ganze Spiel.

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