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Freie Wähler wollen nun wissen, wo der Strom für die Anlagen der Brauneck Bergbahnen herkommt. 

Antrag der Freien Wähler 

Bergbahn: Woher kommt der Strom?

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Die Freien Wähler in Lenggries haben ihren Antrag, bei der Brauneck Bergbahn anzufragen, ob die Anlagen mit Öko-Strom betrieben werden, durchbekommen. Die CSU vermutet jedoch „Wahlkampfgeplänkel“ hinter dem Antrag. 

Lenggries – Funktionieren der Liftbetrieb am Brauneck und Beschneiung mit Öko-Strom? Und wenn nicht: Ist es möglich, darauf umzustellen? Um diese Fragen drehte sich ein Antrag der Freien-Wähler-Fraktion (wir berichteten) in der jüngsten Lenggrieser Gemeinderatssitzung. Florian Forstner erläuterte die Hintergründe. „Der Skisport in Lenggries ist ein wichtiges Standbein“, und die Brauneck-Bergbahn habe in den vergangenen Jahren wirklich viel investiert, schickte der Gemeinderat gleich vorweg. „Ohne Beschneiung wäre Wintersport bei uns diesen Winter wohl nicht möglich gewesen.“ Gleichwohl gebe es natürlich „ein Spannungsverhältnis“ zwischen Alpinsport und Naturschutz. Um ein Skigebiet fit für die Zukunft zu machen und auch künftig betreiben zu können, „muss auch die ökologische Nachhaltigkeit mitbedacht werden“, sagte Forstner. Und dazu gehöre eben auch, den Energieverbrauch der Anlagen „möglichst umweltverträglich zu gestalten“. Das bedeute für ihn, auf Kohle- oder Atomstrom zu verzichten und auf Energie aus erneuerbaren Ressourcen zu setzen. „Es gibt ja auch Gewerbestrom aus erneuerbaren Quellen.“

Forstner spricht Spannungsverhältnis zwischen Naturschutz und Alpinsport an 

Wunsch der Fraktion ist es daher, dass die Gemeinde bei der Brauneck-Bergbahn anfragt, aus welchen Quellen der Strom bezogen wird und sich gegebenenfalls dafür einsetzt, dass man auf erneuerbare Energien umsteigt. Die Gemeinde sei ja immerhin Anteilseigner, auch wenn der Anteil nur bei neun Prozent liegt, sagte Forstner.

Bürgermeister Werner Weindl (CSU) bremste allzu hohe Erwartungen. „Auch wenn wir einer der Gesellschafter sind, können wir das Unternehmen zu nichts zwingen.“ Er habe aber schon einmal bei Bergbahn-Geschäftsführer Peter Lorenz nachgefragt. Die gesamte Schörghuber-Gruppe – zu ihr gehört die Bergbahn – „macht eine große Stromausschreibung für alle Unternehmen. Da ist auch Ökostrom dabei, aber Herr Lorenz konte auf die Schnelle nicht sagen, welchen Anteil der ausmacht“, sagte der Rathauschef. „Wir werden den Antrag aber an die Brauneckbahn schicken, die sollen das dann auseinanderklamüsern.“ Eventuell müsste man aber auch an die anderen Liftbetreiber am Brauneck appellieren, auf erneuerbare Energien zu setzen, merkte Weindl an.

Freie Wähler wollen, dass Gemeinde Bei Bergbahn anfragt, woher der Strom kommt 

Forstner sieht in dem angestrebten Umstieg sogar eine Chance für die Betreiber. „Das könnte man in der Werbung verwenden“, regte er an. Er glaube, dass die meisten Skifahrer durchaus bereit wären, etwas mehr zu bezahlen, „wenn sie wüssten, dass der Strom beispielsweise aus Wasserkraft kommt“.

CSU-Fraktionschef Bernhard Simon war es ein Anliegen, eine Lanze für die Bergbahn zu brechen. Das Unternehmen habe viel investiert – und bei allen Ausbauten stets darauf geachtet, Umwelt und Landschaft zu schonen. Das habe sich zuletzt beim Bau des Sechser-Sessellifts gezeigt. „Dafür muss man ein Lob aussprechen. Hier wird immer geschaut, dass kein Raubbau betrieben wird“, sagte Simon. Er vermutete hinter dem Freie-Wähler-Antrag, dass es sich eher um Wahlkampfgeplänkel handeln könne. Vielleicht würde die Freien Wähler auch ein „schlechtes Gewissen“ plagen. „Aber die Gemeinde hat so viel gemacht – vom Nahwärmenetz bis zur Umstellung der Kläranlage – da müsst Ihr kein schlechtes Gewissen haben“, sagte Simon.

CSU-Fraktionschef vermutet „Wahlkampfgeplänkel“ hinter Freie-Wähler-Antrag 

„Haben wir auch nicht“, antwortete FW-Bürgermeisterkandidat Markus Landthaler. „Es ist einfach nur eine Anfrage, ob die Anlagen am Brauneck mit Ökostrom betrieben werden.“ Und diese Frage wird gestellt – beschloss das Gremium am Ende einstimmig.

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