+
Huckepack durch den Amphibien-Durchlass: Die Frösche kommen so sicher auf die andere Straßenseite.

An der Bundesstraße 13

Frosch-Leitsystem hat sich gelohnt

  • schließen

Damit Kröte, Frosch und Co. die Bundesstraße 13 gefahrlos passieren können, wurden Unterführungen eingebaut. Die Arbeiten sind inzwischen abgeschlossen. Tierschützer und Straßenbauamt ziehen eine erste Bilanz.

Lenggries– Weniger Amphibien sollen auf der Bundesstraße 13 überfahren werden: Das war die Vorgabe, ehe im vergangenen Jahr mit dem Einbau eines Leitsystems für die Tiere begonnen wurde. Die Bilanz von Heribert Zintl nach der diesjährigen Wandersaison: „Etwa 50 Grasfrösche sind heuer auf der Straße umgekommen.“ Knapp 600 Tiere wurden von freiwilligen Helfern gerettet und auf der Isarseite zu den Straßendurchlässen getragen.

Denn ganz fertig war die Maßnahme nicht bis zur Wandersaison im März. „Das hatte zwar den Vorteil, dass wir mit der Bauleitung über Verbesserungsvorschläge diskutieren konnten, aber den Nachteil, dass Provisorien errichtet werden mussten.“

Die Empfehlung des Lenggrieser Amphibien-Teams war es, mit dem Einbau des Leitsystems erst zu beginnen, wenn die Grasfrosch-Bevölkerung eine gewisse Größe angenommen hat. Zwischenzeitlich war sie in den Isarauen auf ein Minimum von 92 zurückgegangen. 2016 waren es dann wieder 740. Deshalb wurde im Spätherbst die Maßnahme angegangen.

Geringe Nacharbeiten seien noch nötig, sagt Markus Glück vom Staatlichen Bauamt auf Nachfrage. „Der Grund für die Maßnahme war, dass die Amphibien durch die Bundesstraße von ihren Laichgebieten getrennt wurden“, erklärt Glück. Unter höchster Gefahr hätten sie die Straße überqueren können. Und nicht nur das: Es handle sich um eine durchaus beträchtliche Anzahl an Tieren. Diese bringen für die Verkehrsteilnehmer durchaus auch Risiken mit sich, „wenn sich einer erschreckt, weil da plötzlich etwas hüpft“, sagt Glück.

Gebaut wurden nun zum einen Leitmauern, zum anderen drei Durchlässe. Davon sind zwei reine Amphibien-Durchlässe, beim dritten fließt auch noch der Mühlbach durch. „Dort haben wir auch noch den Querschnitt vergrößert, um den Anliegern mehr Schutz vor Hochwasser zu gewährleisten.“

Der Einbau des Leitsystems und die Kosten von etwa 600 000 Euro haben sich auf jeden Fall gelohnt, so Zintl. Nicht nur als Schutz für die Tiere. Sondern auch als Schutz für die Helfer, die bisweilen durch die Raser auf der Straße in Gefahr gerieten.

„Neben dem Stallauer Weiher ist dieses Gebiet das vordringlichste in Sachen Amphibienwanderung“, sagt Glück. „Deshalb sind wir dort noch einmal tätig geworden – auch auf Wunsch des Naturschutzes.“

Außerdem wurde für die Tiere eine Querung über den Hirschbach errichtet, „wo sie in Wanderrichtung laufen können“, sagt Glück. Durch die Querung der Isar wurden die Amphibien bisher in Richtung Norden abgetrieben. Um ins Gebiet des Mühlbachs zu gelangen, mussten sie Hirsch- und Mühlbach queren – was viele nicht schafften. Deshalb wurde die zusätzliche Hilfe eingebaut. „Das war ein interessantes Projekt“, zieht Glück ein Fazit. „Es hat etwas länger gebraucht, weil wir einige Experten hinzuziehen mussten. Schließlich machen wir so etwas nicht ständig.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Unbekannter beklaut Reichersbeurer Handwerker
Beute im Wert von 1500 Euro machte ein unbekannter Täter in Reichersbeuern. Er beklaute einen Handwerker.
Unbekannter beklaut Reichersbeurer Handwerker
Flößern kommt Hochwasser in die Quere
Dieser Termin ist im Kalender der Isarflößer rot markiert: die Eisfahrt. Heuer ist der Saisonabschluss ins Wasser gefallen – zumindest für den Arzbacher Unternehmer …
Flößern kommt Hochwasser in die Quere

Kommentare