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Hier an der Bundesstraße 13 möchte sich die Gärtnerei Epp ansiedeln.

Neubau und Umzug

Gärtnerei Epp muss sich noch gedulden

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Lenggries/Reichersbeuern - Die Lenggrieser Gärtnerei will sich an der Bundesstraße 13 ansiedeln: Eigentlich wollte Wolfgang Epp schon im Oktober anfangen zu bauen. Doch das Projekt verzögert sich. Wann es losgehen kann, steht noch nicht fest.

Wolfgang Epp würde gerne schon einen Termin nennen, an dem der erste Bagger seine Arbeit an der Bundesstraße 13 aufnehmen kann. Allein der Inhaber der Lenggrieser Gärtnerei Epp weiß es noch nicht. Er will mit seinem Betrieb von Lenggries nach Reichersbeuern ziehen, um Platz für eine Erweiterung zu haben. Für den Neubau fehlt allerdings noch das Einverständnis vom Landratsamt.

Der Reichersbeurer Gemeinderat stimmte im Dezember den geänderten Plänen zu (wir berichteten). Epp sagt, er wisse trotzdem noch nicht, wie das Landratsamt entscheidet. Vertreter der Naturschutzbehörde und des Kreisbauamts seien aber zuvor mit ihm und der Gemeinde an einem Runden Tisch gesessen, um möglichst alle Interessen in die Pläne einfließen zu lassen.

„Ich glaube, wir haben alle Einwände mit dem Planer umgestellt“, sagt Epp. Viele Änderungen seien es aber nicht gewesen. Das Amt für Landwirtschaft habe etwa ein Café vorgeschlagen, da das in größeren Gärtnereien so üblich sei. „Das war ein guter Einwand, weil es vernünftiger ist, gleich zu schauen, ob es reinpasst“, sagt Epp. Im ursprünglichen Plan wären die Toiletten zu weit weg gewesen. Wer das Café später betreibt, ist laut Epp aber noch offen.

„Mitte Dezember hat unser Bauamt die Umplanung bekommen“, sagt Landratsamtssprecherin Sabine Schmid auf Nachfrage. „Es liegen derzeit also zwei Varianten vor.“ Beide würden nun geprüft. Nun müssten erneut die Träger öffentlicher Belange beteiligt werden. Das geschehe „in absehbarer Zeit“. Zu Dauer und Ausgang des Verfahrens könne derzeit aber keine Angabe gemacht werden.

Sobald die Gärtnerei alle Genehmigungen hat, dauert es ab den Erdarbeiten sieben Monate, bis der Neubau bezogen werden kann. „Ich nenne es Legobaukasten, weil der Stahl und das Glas schnell stehen“, sagt der Bauherr. Das Züchten seiner Pflanzen plant Epp ohne Termin für den Baubeginn, als würde es in Lenggries weitergehen. In Reichersbeuern könnte er trotzdem nahtlos starten.

Epp würde es gerne so organisieren, dass der Betrieb in einem Monat umzieht, in dem nicht so viel zu tun ist, also August, September, Januar oder Februar. „Zum Glück können wir in Lenggries bleiben, so lange wir baulich nichts ändern.“

Die Personalplanung gestaltet sich in dieser Umbruchphase allerdings schwierig. Epp hat bereits zwei zusätzliche Mitarbeiter eingestellt, weil er früher mit der Erweiterung gerechnet hatte. Einen neuen Lehrling in der Gärtnerei will er hingegen erst wieder 2018 beschäftigen, da man sich erst auf die neuen Gegebenheiten einstellen müsse. In der Floristik sei der Betrieb aber etwas flexibler, sodass vergangenen Herbst zwei Lehrlinge anfangen konnten. Insgesamt arbeiten damit 18 Männer und Frauen in der Gärtnerei Epp. Dabei soll es zunächst in Reichersbeuern bleiben, wobei der Inhaber davon ausgeht, dass es auf Dauer noch mehr werden.

Erst wenn die Gärtnerei umgezogen ist, will Epp sich mit der Zukunft des Areals in Lenggries beschäftigen. Im vorderen Teil will er Gewerbefläche behalten, im hinteren Bereich sollen irgendwann Wohnhäuser entstehen. „Aber wie genau, das steht alles noch nicht fest.“ Immerhin habe er aber schon etwa 60 Anfragen für Häuser bekommen, das Interesse scheint also groß zu sein.

Epp hofft, dass alles klappt. Auch einige Kunden – der Gärtnereichef wird fast täglich auf seine Pläne angesprochen – fragen, wann der Umzug endlich passiert. „Viele kommen aus Tölz oder von weiter her, es gibt ja nicht mehr so viele Gärtnereien.“ Einige Kunden erwarten die Standortveränderung aber mit weinendem Auge. Sie seien nicht so glücklich, dass Epp Lenggries verlässt.

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